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Zug, der

Wortart: Substantiv, maskulin
Wort mit gleicher Schreibung: Zug (Eigenname)
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Zug
Beispiele: Zug um Zug; Dreiuhrzug (mit Ziffer 3-Uhr-Zug  [Regel 26]); im Zuge (in Verbindung mit) dieser Entwicklung

Bedeutungsübersicht

    1. Lokomotive oder Triebwagen mit den zugehörigen (angekoppelten) Wagen (bei der Eisenbahn, Straßenbahn o. Ä.)
    2. Lastzug
    3. Feuerlöschzug
    4. Gespann
    1. sich fortbewegende Gruppe, Schar, Kolonne
    2. das Ziehen, Sichfortbewegen [in einer Gruppe]
  1. das Einwirken auf etwas, um es zu sich hin zu bewegen; gegen die Kräfte des Festhaltens oder des inneren Zusammenhalts wirkende Kraft
    1. Vorrichtung (z. B. Band, Hebel, Griff), mit der ein Zug ausgeübt wird, um etwas auseinander- oder zusammenzuziehen, zu öffnen oder zu schließen o. Ä.
    2. (landschaftlich) ausziehbares Fach, Schubfach
  2. (Brettspiele) das Bewegen, Weiterrücken einer Figur
    1. Schluck
    2. das Einziehen von Rauch
    3. tiefes Atmen, Atemzug
  3. Bewegung des kräftigen Durchziehens beim Schwimmen oder Rudern, Schlag
    1. als unangenehm empfundener Luftzug
    2. nach außen, zum Schornstein führender Luftzug im Ofen
  4. Durchgang, Kanal, Rohr für die Luft im Ofen oder Kamin
  5. Linie[nführung] einer Schrift oder Zeichnung; Schriftzug
  6. typische Linie des Gesichts, Ausdruck
  7. charakteristische Art, Wesenszug
  8. (umgangssprachlich) durch Erziehung erreichte Ordnung, Ausrichtung; Disziplin
    1. unter dem Kommando eines Zugführers stehende kleinste militärische Abteilung
    2. durch fachliche Merkmale gekennzeichnete Abteilung, Fachrichtung
  9. spiralig gewundene Vertiefung im Innern des Laufs einer Feuerwaffe
  10. (selten) lang gestreckte landschaftliche Formation (z. B. Gebirgszug, Höhenzug)

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Synonyme zu Zug

Aussprache

Betonung: Zug 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch, althochdeutsch zuc, zu ziehen und eigentlich = das Ziehen

Grammatik

 SingularPlural
Nominativder Zugdie Züge
Genitivdes Zuges, Zugsder Züge
Dativdem Zugden Zügen
Akkusativden Zugdie Züge

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. Zug
      © MEV Verlag, Augsburg
      Lokomotive oder Triebwagen mit den zugehörigen (angekoppelten) Wagen (bei der Eisenbahn, Straßenbahn o. Ä.)

      Herkunft

      nach gleichbedeutend englisch train, ursprünglich = Gefolge, dann über „in einer Reihe sich bewegende Wagen oder Packtiere“ Bedeutungsentwicklung zu „Gruppe, Kolonne (von Fahrzeugen oder Personen)“ und „Eisenbahnzug“

      Beispiele

      • ein überfüllter, leerer, fahrplanmäßiger, verspäteter Zug
      • der Zug nach Frankfurt läuft auf Gleis 2 ein
      • der Zug hält, fährt gleich ab, kommt voraussichtlich zehn Minuten später an
      • dieser Zug hat keinen Anschluss (es fährt kein Anschlusszug in die gewünschte Richtung)
      • dieser Zug führt nur Wagen erster, hat nur erste Klasse, einen Speisewagen
      • mein Zug geht in einer Stunde
      • einen Zug benutzen, verpassen, versäumen, gerade noch erreichen
      • Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges!
      • jemanden an den Zug bringen
      • auf den fahrenden Zug aufspringen
      • im Zug sitzen
      • sich nach den Zügen (dem Fahrplan der Züge) erkundigen
      • jemanden vom Zug abholen, zum Zug bringen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • im falschen Zug sitzen (umgangssprachlich: sich nicht richtig entschieden haben)
      • der Zug ist abgefahren (umgangssprachlich: es ist zu spät, man kann nichts mehr ändern)
    2. Zug
      © HenningManninga - Fotolia.com
      Lastzug
    3. Zug
      © tommyS - Fotolia.com
      Feuerlöschzug

      Beispiel

      die Feuerwehr war mit drei Zügen ausgerückt
    4. Zug
      © Bibliographisches Institut, Berlin
      Gespann

      Beispiel

      ein Zug Ochsen, Schlittenhunde
    1. Zug - Zug von Demonstranten
      Zug von Demonstranten - © Robert Neumann - Fotolia.com
      sich fortbewegende Gruppe, Schar, Kolonne

      Beispiele

      • ein langer Zug von Demonstranten, Trauernden
      • endlose Züge von Flüchtlingen
      • fröhliche Musikanten schritten dem Zug voran
      • sich zu einem Zug formieren
    2. das Ziehen, Sichfortbewegen [in einer Gruppe]

      Beispiele

      • der Zug der Wildgänse nach Norden hat begonnen
      • den Zug der Wolken beobachten
      • <in übertragener Bedeutung>: im Zuge (Papierdeutsch; im Zusammenhang mit) der neuen Entwicklung
  1. das Einwirken auf etwas, um es zu sich hin zu bewegen; gegen die Kräfte des Festhaltens oder des inneren Zusammenhalts wirkende Kraft

    Beispiele

    • ein starker Zug nach unten, nach der Seite
    • Zug ausüben
    • <in übertragener Bedeutung>: das ist der Zug der Zeit
    • <in übertragener Bedeutung>: sie hat einen Zug ins Gemeine
    • <in übertragener Bedeutung>: dem Zug des Herzens folgen

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • in etwas ist Zug (umgangssprachlich: in einer Sache ist Schwung)
    • gut im Zuge/im besten Zuge mit etwas sein (gut mit etwas vorankommen; arbeitend weiterkommen; wohl ursprünglich bezogen auf das Ziehen der Zugtiere: die Arbeit geht gut voran, wenn das Gespann tüchtig „im Zug“ liegt, kräftig zieht)
    1. Vorrichtung (z. B. Band, Hebel, Griff), mit der ein Zug (3) ausgeübt wird, um etwas auseinander- oder zusammenzuziehen, zu öffnen oder zu schließen o. Ä.

      Beispiele

      • der Zug am Rollladen, an der Gardine
      • der Zug (ausziehbares Mittelteil) der Posaune
    2. ausziehbares Fach, Schubfach

      Gebrauch

      landschaftlich

      Beispiel

      die Züge im Schreibtisch
  2. Zug - Zug beim Schach
    Zug beim Schach - © Helder Almeida - Fotolia.com
    das Bewegen, Weiterrücken einer Figur

    Gebrauch

    Brettspiele

    Beispiele

    • ein kluger, [un]überlegter Zug
    • wer hat den ersten Zug?
    • Schwarz ist am Zug
    • matt in drei Zügen
    • <in übertragener Bedeutung>: taktische Züge
    • <in übertragener Bedeutung>: jetzt ist die andere Seite am Zug (muss sie handeln, etwas unternehmen)
    • <in übertragener Bedeutung>: etwas Zug um Zug (eins nach dem andern ohne Unterbrechung) erledigen

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    zum Zug kommen (entscheidend aktiv werden können, die Möglichkeit zum Handeln bekommen: er ist bei seiner Freundin, bei dieser Sache wieder nicht zum Zuge gekommen)
    1. Schluck

      Beispiele

      • einen kräftigen Zug aus der Flasche tun
      • einen tiefen Zug nehmen
      • er stürzte das Bier in einem Zug hinunter, leerte das Glas auf einen/in einem Zug (ohne abzusetzen)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • einen guten Zug haben (umgangssprachlich: viel auf einmal trinken, ohne abzusetzen)
      • in einem Zug (ohne Unterbrechung: er hat den Roman in einem Zug gelesen)
    2. Zug - Zug eines Mannes an einer Pfeife
      Zug eines Mannes an einer Pfeife - © MEV Verlag, Augsburg
      das Einziehen von Rauch

      Beispiele

      • ein gieriger, hastiger Zug an der Zigarette
      • er tat einige Züge
    3. tiefes Atmen, Atemzug

      Beispiel

      die Luft in tiefen, vollen Zügen einziehen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • etwas in vollen Zügen genießen (etwas voll und ganz genießen, auskosten)
      • in den letzten Zügen liegen (umgangssprachlich: im Sterben liegen; eigentlich = die letzten Atemzüge tun)
  3. Bewegung des kräftigen Durchziehens beim Schwimmen oder Rudern, Schlag

    Beispiel

    in langen Zügen rudern
    1. als unangenehm empfundener Luftzug

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • hier herrscht [ein] ständiger Zug
      • keinen Zug vertragen
      • die Fenster müssen gegen Zug abgedichtet werden
      • im Zug (an einer Stelle, an der es zieht) sitzen
    2. nach außen, zum Schornstein führender Luftzug im Ofen

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • der Ofen hat [keinen] guten Zug
      • bei zu viel Zug brennt das Feuer schnell herunter
  4. Durchgang, Kanal, Rohr für die Luft im Ofen oder Kamin

    Beispiel

    der Zug ist nicht richtig abgedichtet
  5. Linie[nführung] einer Schrift oder Zeichnung; Schriftzug

    Beispiel

    die Züge der Schrift können etwas über den Charakter des Schreibers aussagen

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    in großen, groben Zügen (nur in Umrissen, skizzenhaft, ohne auf Einzelheiten einzugehen: etwas in großen Zügen darstellen; das ist in groben Zügen die Vorgeschichte)
  6. typische Linie des Gesichts, Ausdruck

    Beispiele

    • sympathische, jungenhafte, scharfe, fein geschnittene, brutale Züge
    • in seinem Gesicht lag ein Zug von Strenge
    • er hat einen energischen Zug um den Mund
    • <in übertragener Bedeutung>: diese Stadt trägt noch dörfliche Züge
  7. charakteristische Art, Wesenszug

    Beispiele

    • ein eigenartiger, charakteristischer Zug an ihm
    • das war kein schöner Zug von dir (das war nicht nett)
    • das Werk hat romantische Züge
  8. durch Erziehung erreichte Ordnung, Ausrichtung; Disziplin

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiele

    • militärischer Zug
    • der Trainer hat Zug in die Mannschaft gebracht
    1. unter dem Kommando eines Zugführers stehende kleinste militärische Abteilung

      Beispiel

      ein Zug Infanterie
    2. durch fachliche Merkmale gekennzeichnete Abteilung, Fachrichtung

      Beispiel

      der altsprachliche, neusprachliche, mathematisch-naturwissenschaftliche, musische Zug eines Gymnasiums
  9. spiralig gewundene Vertiefung im Innern des Laufs einer Feuerwaffe

    Beispiel

    die Züge eines Gewehres, Geschützrohrs
  10. Zug - Ein Höhenzug
    Ein Höhenzug - © steffenw - Fotolia.com
    lang gestreckte landschaftliche Formation (z. B. Gebirgszug, Höhenzug)

    Gebrauch

    selten

    Beispiel

    die Züge des Odenwaldes

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