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neh­men

Wortart: starkes Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: neh|men
Beispiele: du nimmst, er nimmt; ich nahm, du nahmst; du nähmest; genommen; nimm!; ich nehme es an mich; [Regel 82]: Geben (oder geben) ist seliger denn Nehmen (oder nehmen); sich etwas nicht nehmen lassen

Bedeutungsübersicht

    1. mit der Hand greifen, erfassen und festhalten
    2. [ergreifen und] an sich, in seinen Besitz bringen
  1. (etwas Angebotenes) annehmen
    1. (fremdes Eigentum) in seinen Besitz bringen
    2. jemanden um etwas bringen; entziehen
    3. bewirken, dass sich jemand von etwas Unangenehmem befreit fühlt
  2. (für einen bestimmten Zweck) benutzen, verwenden
    1. [ergreifen und] an eine [bestimmte] Stelle bei sich bringen, bewegen
    2. aus einem bestimmten Anlass ergreifen und von etwas weg-, aus etwas herausbringen
  3. sich (einer Person oder Sache) bedienen
  4. für seine Zwecke aussuchen, sich (für jemanden, etwas) entscheiden
  5. bei sich unterbringen, aufnehmen
  6. in »etwas auf sich nehmen«
  7. in Anspruch nehmen, sich geben lassen
  8. als Preis fordern
    1. (gehoben) (eine Mahlzeit o. Ä.) einnehmen
    2. (gehoben) (Speisen, Getränke o. Ä.) dem Körper zuführen
  9. (ein Medikament) [regelmäßig, über einen bestimmten Zeitraum] einnehmen
    1. als etwas ansehen, auffassen, verstehen
    2. in einer bestimmten Weise betrachten, auffassen, bewerten, einschätzen
  10. in seiner Art akzeptieren, hinnehmen
  11. sich vorstellen, denken
  12. (mit jemandem) auf eine bestimmte Weise umgehen; (auf jemanden) auf eine bestimmte Art reagieren
    1. sich (über etwas) hinwegbewegen, (ein Hindernis o. Ä.) überwinden
    2. (Militär) erobern, einnehmen
  13. (mit einer Frau) koitieren
    1. aufnehmen
    2. aufnehmen
  14. (Ballspiele) grob foulen
  15. (Ballspiele) annehmen
  16. (Boxen) (Schläge und Treffer) hinnehmen [müssen]
  17. in verblasster Bedeutung

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu nehmen

Aussprache

Betonung: nehmen🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch nemen, althochdeutsch neman, ursprünglich = (sich selbst) zuteilen

Grammatik

starkes Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich nehmeich nehme 
 du nimmstdu nehmest nimm!
 er/sie/es nimmter/sie/es nehme 
Pluralwir nehmenwir nehmen 
 ihr nehmtihr nehmet 
 sie nehmensie nehmen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich nahmich nähme
 du nahmstdu nähmest, nähmst
 er/sie/es nahmer/sie/es nähme
Pluralwir nahmenwir nähmen
 ihr nahmtihr nähmet, nähmt
 sie nahmensie nähmen
Partizip I nehmend
Partizip II genommen
Infinitiv mit zu zu nehmen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. mit der Hand greifen, erfassen und festhalten

      Beispiele

      • er nahm seinen Mantel und ging
      • sie nahm (ergriff) die dargebotene Hand
    2. [ergreifen und] an sich, in seinen Besitz bringen

      Beispiele

      • er nahm, was er bekommen konnte
      • (Schach) den Läufer nehmen (schlagen)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      woher nehmen und nicht stehlen?
  1. (etwas Angebotenes) annehmen

    Beispiel

    nehmen Sie meinen herzlichsten Dank (gehoben; ich danke Ihnen sehr herzlich)
    1. (fremdes Eigentum) in seinen Besitz bringen

      Beispiele

      • die Einbrecher nahmen alles, was ihnen wertvoll erschien
      • <in übertragener Bedeutung>: der Krieg, der Tod hat ihr den Mann genommen
    2. jemanden um etwas bringen; entziehen

      Beispiele

      • jemandem die Sicht nehmen
      • <in übertragener Bedeutung>: jemandem die Hoffnung nehmen
      • <in übertragener Bedeutung>: das nimmt der Sache den ganzen Reiz

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      sich <Dativ> nicht nehmen lassen, etwas zu tun (sich nicht davon abhalten lassen, etwas zu tun: sie ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren)
    3. bewirken, dass sich jemand von etwas Unangenehmem befreit fühlt

      Beispiel

      die Angst von jemandem nehmen
  2. (für einen bestimmten Zweck) benutzen, verwenden

    Beispiele

    • sie nimmt nur Öl zum Braten
    • <in übertragener Bedeutung>: einen anderen Weg nehmen
    1. [ergreifen und] an eine [bestimmte] Stelle bei sich bringen, bewegen

      Beispiele

      • er hat das Kind auf den Schoß genommen
      • sie nahmen den Vater in die Mitte (gingen links und rechts vom Vater)
      • das Schiff nimmt (lädt) Kohle
    2. aus einem bestimmten Anlass ergreifen und von etwas weg-, aus etwas herausbringen

      Beispiele

      • Geld aus der Brieftasche nehmen
      • die Gläser vom Tisch nehmen
      • als das Baby weinte, nahm sie es aus dem Wagen
  3. sich (einer Person oder Sache) bedienen

    Beispiele

    • [sich] einen Anwalt nehmen
    • er nahm ein Taxi
  4. für seine Zwecke aussuchen, sich (für jemanden, etwas) entscheiden

    Beispiele

    • sie nahm die angebotene Stelle
    • diese Wohnung nehmen wir
  5. bei sich unterbringen, aufnehmen

    Beispiel

    sie nahm ihre alte Mutter zu sich
  6. Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    etwas auf sich nehmen (etwas übernehmen: alle Schuld auf sich nehmen)
  7. in Anspruch nehmen, sich geben lassen

    Beispiele

    • Urlaub nehmen
    • ich habe mir [einen Tag] freigenommen
  8. als Preis fordern

    Beispiel

    was nehmen Sie für eine Stunde?
    1. (eine Mahlzeit o. Ä.) einnehmen

      Gebrauch

      gehoben

      Beispiel

      das Abendmahl nehmen (das Altarsakrament empfangen)
    2. (Speisen, Getränke o. Ä.) dem Körper zuführen

      Gebrauch

      gehoben

      Beispiele

      • einen Kognak nehmen
      • ich habe heute noch nichts zu mir genommen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      einen nehmen (umgangssprachlich: etwas Alkoholisches trinken)
  9. (ein Medikament) [regelmäßig, über einen bestimmten Zeitraum] einnehmen

    Beispiel

    sie nimmt die Pille
    1. als etwas ansehen, auffassen, verstehen

      Beispiel

      etwas als gutes Zeichen nehmen
    2. in einer bestimmten Weise betrachten, auffassen, bewerten, einschätzen

      Beispiele

      • etwas [sehr] ernst nehmen
      • sie nimmt dich nicht ernst
      • sie nimmt es nicht so genau (ist nicht sehr exakt)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • jemanden nicht für voll nehmen (umgangssprachlich: jemanden und das, was er sagt oder tut, gering einschätzen)
      • wie mans nimmt (umgangssprachlich: man kann die Sache verschieden, auch anders auffassen)
  10. in seiner Art akzeptieren, hinnehmen (1)

    Beispiel

    du musst den Menschen nehmen, wie er ist
  11. sich vorstellen, denken

    Beispiel

    nehmen wir einmal eine Gestalt wie Cäsar
  12. (mit jemandem) auf eine bestimmte Weise umgehen; (auf jemanden) auf eine bestimmte Art reagieren

    Beispiel

    jemanden zu nehmen wissen
    1. sich (über etwas) hinwegbewegen, (ein Hindernis o. Ä.) überwinden

      Beispiel

      das Pferd hat den Graben [ohne Fehler] genommen
    2. erobern, einnehmen

      Gebrauch

      Militär

      Beispiel

      eine Stadt nehmen
  13. (mit einer Frau) koitieren

    Beispiel

    er nahm sie mit Gewalt
    1. aufnehmen (10c)

      Beispiel

      ein Konzert auf Band nehmen
    2. aufnehmen (10b)
  14. grob foulen

    Gebrauch

    Ballspiele

    Beispiel

    der Stürmer wurde hart genommen
  15. annehmen (12)

    Gebrauch

    Ballspiele

  16. (Schläge und Treffer) hinnehmen [müssen]

    Gebrauch

    Boxen

    Beispiel

    er musste mehrere Haken nehmen
  17. in verblasster Bedeutung

    Beispiele

    • (gehoben) den, seinen Abschied nehmen (entlassen werden, aus dem Amt scheiden)
    • etwas in Arbeit nehmen (beginnen, an etwas zu arbeiten)
    • einen steilen Aufschwung nehmen (besonders Wirtschaft; sich lebhaft fortentwickeln)
    • etwas in Betrieb, in Dienst nehmen (beginnen, etwas zu benutzen, einzusetzen)
    • in Gebrauch nehmen (beginnen, etwas zu gebrauchen, zu verwenden)
    • auf jemanden, etwas Einfluss nehmen (jemanden, etwas beeinflussen)
    • eine beachtliche Entwicklung nehmen (sich gut entwickeln)
    • seinen Fortgang nehmen (fortgeführt werden)
    • seinen Rücktritt nehmen ([von einem Amt] zurücktreten)
    • jemanden ins Verhör nehmen (verhören)
    • in etwas Einsicht, Einblick nehmen (etwas einsehen)

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