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schwarz

Wortart: Adjektiv
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: schwarz

schwär|zer, schwär|zes|te

  1. Kleinschreibung:
    • schwarz in schwarz
    • schwarz auf weiß
    • schwarzer Tee; schwarzes Gold (Kohle, Erdöl); schwarzer Humor; schwarze Magie (böse Zauberei); das schwarze Schaf; eine schwarze Messe
    • ein schwarzes (verbotenes) Geschäft; ein schwarzes (illegales) Konto; die schwarze Liste; der schwarze Markt
    • ein schwarzer Tag; ein schwarzer Freitag (vgl. aber der Schwarze Freitag) [Regel 151]
  2. Großschreibung
    1. Regel 72:
      • ein Schwarzer (dunkelhäutiger, -haariger Mensch)
      • das Schwarze; die Farbe Schwarz
      • ein Kleid in Schwarz; das kleine Schwarze anziehen
      • aus Schwarz Weiß machen wollen
      • ins Schwarze treffen
    2. Regel 140:
      • das Schwarze Meer
      • der Schwarze Erdteil (Afrika)
    3. Regel 150 und Regel 151:
      • die Schwarze Hand (ehemaliger serbischer Geheimbund)
      • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra); Schwarze Johannisbeere; Schwarze Witwe (eine Spinne)
      • der Schwarze Freitag (Name eines Freitags mit großen Börsenstürzen in den USA)
  3. Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten festen Verbindungen mit neuer Gesamtbedeutung und bei einigen fachsprachlichen Verbindungen [Regel 89]:
    • das Schwarze oder schwarze Brett (Anschlagtafel)
    • Schwarzer oder schwarzer Peter (ein Kartenspiel)
    • der Schwarze oder schwarze Tod (Beulenpest im Mittelalter)
    • die Schwarze oder schwarze Kunst (Zauberei; veraltet für Buchdruck)
    • der schwarze oder Schwarze Mann (Schornsteinfeger, Schreckgestalt)
    • schwarzes oder Schwarzes Loch (Astronomie)
  4. Schreibung in Verbindung mit Verben:
    1. Regel 56:
      • sich schwarz kleiden
      • ihre Hände waren schwarz geworden
      • sich die Haare schwarz färben oder schwarzfärben
      • sich mit Ruß das Gesicht schwarz malen oder schwarzmalen
      • sie können warten, bis sie schwarz werden oder schwarzwerden (umgangssprachlich für bis in alle Ewigkeit)
    2. Zusammenschreibung, wenn eine idiomatische Verbindung mit einem einfachen Verb vorliegt:
      Vgl. schwarzarbeiten, schwarzärgern, schwarzbrennen, schwarzfahren, schwarzgehen, schwarzhören, schwarzkopieren, schwarzmalen, schwarzschlachten, schwarzsehen Aber: Waren schwarz exportieren, schwarz verkaufen
    3. In Verbindung mit adjektivisch gebrauchten Partizipien [Regel 58]:
      • ein schwarz gestreifter oder schwarzgestreifter Stoff
      • schwarz gerändertes oder schwarzgerändertes Papier

    Bedeutungsübersicht

    1. von der dunkelsten Färbung, die alle Lichtstrahlen absorbiert, kein Licht reflektiert
      1. von sehr dunklem Aussehen
      2. (auch Eigenbezeichnung) von [sehr] dunkler Hautfarbe
    2. (umgangssprachlich) von Schmutz dunkel
      1. (umgangssprachlich, oft abwertend) vom Katholizismus geprägt; eine überwiegend katholische Bevölkerung habend
      2. (Politikjargon) christdemokratisch, konservativ [geprägt, regiert o. Ä.]
      1. unheilvoll, düster
      2. böse; niederträchtig
    3. (umgangssprachlich) illegal; ohne behördliche Genehmigung, ohne Berechtigung

    Wussten Sie schon?

    Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

    Synonyme zu schwarz

    Aussprache

    Betonung: schwạrz🔉

    Herkunft

    mittelhochdeutsch, althochdeutsch swarz, ursprünglich = dunkel, schmutzfarbig

    Grammatik

    Adjektiv; Steigerungsformen: schwärzer, schwärzeste

    Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. von der dunkelsten Färbung, die alle Lichtstrahlen absorbiert, kein Licht reflektiert

      Beispiele

      • schwarzes Haar
      • schwarzer Samt
      • zu einer Feier im schwarzen Anzug erscheinen
      • eine Trauerkarte mit schwarzem Rand
      • ein schwarz gelockter Junge
      • am schwarz geränderten Briefumschlag erkannte man die Trauerpost
      • sie ist schwarz gekleidet
      • der Stoff ist schwarz gestreift
      • (Skat) im letzten Spiel bin ich schwarz geworden (habe ich keinen einzigen Stich bekommen)
      • <substantiviert>: das kleine Schwarze (knielanges, festliches schwarzes Kleid)
      • <substantiviert>: ein Schuss ins Schwarze (ins schwarz markierte Zentrum der Schießscheibe)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • jemand kann warten, bis er, sie schwarz wird/schwarzwird (umgangssprachlich: jemand wird umsonst auf etwas warten; eigentlich in Bezug auf das Verwesen der Leiche)
      • schwarz von etwas sein (emotional: gedrängt voll von etwas sein: der Platz war schwarz von Menschen)
      • schwarz auf weiß (umgangssprachlich: zur Sicherheit, Bekräftigung schriftlich, sodass man sich darauf verlassen kann: etwas schwarz auf weiß haben, besitzen; eigentlich = mit schwarzer Tinte [Druckerschwärze] auf weißes Papier geschrieben [gedruckt])
      • ins Schwarze treffen (substantiviert mit etwas genau das Richtige tun, sagen)
      • das kann ich dir schwarz auf weiß geben (darauf kannst du dich verlassen)
      1. von sehr dunklem Aussehen

        Beispiele

        • schwarzer Pfeffer
        • der Kuchen ist beim Backen schwarz geworden (umgangssprachlich; ist beim Backen verbrannt)
        • den Kaffee schwarz (ohne Milch) trinken
      2. von [sehr] dunkler Hautfarbe

        Gebrauch

        auch Eigenbezeichnung

        Beispiel

        sie hat eine schwarze Mutter und einen weißen Vater

        Besonderer Hinweis

        Das Adjektiv schwarz sollte außer als Eigenbezeichnung nur verwendet werden, wenn in bestimmten Kontexten die Hautfarbe relevant ist (wie z. B. in Bevölkerungsstatistiken). In Deutschland lebende Menschen mit dunkler Hautfarbe bezeichnen sich zunehmend als afrodeutsch.

      3. von Schmutz dunkel

        Gebrauch

        umgangssprachlich

        Beispiel

        du hast dich schwarz gemacht

        Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

        jemandem nicht das Schwarze unter dem [Finger]nagel gönnen (umgangssprachlich: jemandem gegenüber äußerst missgünstig sein)
        1. vom Katholizismus geprägt; eine überwiegend katholische Bevölkerung habend

          Gebrauch

          umgangssprachlich, oft abwertend

          Beispiel

          das Münsterland ist eine ganz schwarze Gegend
        2. christdemokratisch, konservativ [geprägt, regiert o. Ä.]

          Gebrauch

          Politikjargon

          Beispiele

          • im schwarzen Bayern
          • schwarz wählen
          • <substantiviert>: die Schwarzen wählen
        1. unheilvoll, düster

          Beispiel

          es war vielleicht der schwärzeste Tag in ihrem Leben
        2. böse; niederträchtig

          Beispiel

          eine der schwärzesten Taten der Kriminalgeschichte
      4. illegal; ohne behördliche Genehmigung, ohne Berechtigung

        Herkunft

        eigentlich = im Dunkeln, im Verborgenen liegend, geschehend

        Gebrauch

        umgangssprachlich

        Beispiele

        • schwarze Geschäfte
        • etwas schwarz kaufen
        • schwarz über die Grenze gehen

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