Dudenverlag Duden Located at Mecklenburgische Str. 53, Berlin, 14171, Berlin , . Phone: +49 30 897 85 82-81. .
Anzeige
Anzeige

sein

Wortart: unregelmäßiges Verb
Wörter mit gleicher Schreibung: sein (Pronomen), sein (unregelmäßiges Verb), sein
Häufigkeit: ▮▮▮▮▮
Weitere Informationen zum korrekten Zitieren aus Duden online
Anzeige

Rechtschreibung

Worttrennung: sein
Verbindungen mit dem Verb „sein“ werden getrennt geschrieben:
  • da sein; heraus sein; hier sein; zusammen sein
  • sie wollte ihn Sieger sein lassen
Aber:
  • ich möchte das lieber sein lassen oder seinlassen (umgangssprachlich für nicht tun)
  • das Dasein, das Sosein, das Zusammensein
  • das So-oder-anders-Sein  [Regel 27]

Bedeutungsübersicht

    1. sich in einem bestimmten Zustand, in einer bestimmten Lage befinden; sich bestimmten Umständen ausgesetzt sehen; eine bestimmte Eigenschaft, Art haben
    2. jemandes Besitz, Eigentum darstellen; jemandem gehören
    3. von jemandem als bestimmtes eigenes Befinden festgestellt werden
    4. drückt die Identität oder eine Klassifizierung, Zuordnung aus
    5. (in Bezug auf das Ergebnis einer Rechenaufgabe) zum Resultat haben, ergeben
    6. (aufgrund der Zeit) als Umstand, Zustand o. Ä. gegeben sein
    1. sich irgendwo befinden, aufhalten
    2. stammen, kommen
    1. an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit stattfinden, vonstattengehen
    2. an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Umständen geschehen, sich ereignen
    3. geschehen, vor sich gehen, passieren
  1. da sein; bestehen; existieren
    1. entspricht einem mit „können“ verbundenen Passiv; … werden können
    2. entspricht einem mit „müssen“ verbundenen Passiv; … werden müssen

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.
Anzeige

Synonyme zu sein

Aussprache

Betonung: sein
Lautschrift: [zaɪ̯n] 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch, althochdeutsch sīn; das neuhochdeutsche Verb enthält drei verschiedene Stämme: 1. mittelhochdeutsch, althochdeutsch bin, ursprünglich = werde, wachse; 2. mittelhochdeutsch, althochdeutsch ist, sint; 3. mittelhochdeutsch was, wāren, althochdeutsch was, wārun, ursprünglich = war(en) da, verweilte(n), zu althochdeutsch wesan, wesen
Anzeige

Grammatik

unregelmäßiges Verb; ich bin, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid; er/sie/es war; er/sie/es ist gewesen
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich binich sei 
 du bistdu seiest, seist sei!
 er/sie/es ister/sie/es sei 
Pluralwir sindwir seien 
 ihr seidihr seiet
 sie sindsie seien 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich warich wäre
 du warstdu wärest, wärst
 er/sie/es warer/sie/es wäre
Pluralwir warenwir wären
 ihr wartihr wäret, wärt
 sie warensie wären
Partizip I seiend
Partizip II gewesen
Infinitiv mit zu zu sein

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. sich in einem bestimmten Zustand, in einer bestimmten Lage befinden; sich bestimmten Umständen ausgesetzt sehen; eine bestimmte Eigenschaft, Art haben

      Beispiele

      • gesund, müde, lustig sein
      • sie war sehr freundlich
      • das kann doch nicht wahr sein!
      • wie ist der Wein?
      • wie alt bist du?
      • er war bei ihnen zu Gast
      • sie wollte ihn Sieger sein lassen
      • <unpersönlich>: es ist dunkel, kalt hier
      • es war (herrschte) Krieg, herrliches Wetter
      • es ist besser so
      • wie war es denn?

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • es sei denn, [dass] (ausgenommen, außer wenn: ich bin um 8 Uhr da, es sei denn, der Zug hat Verspätung)
      • nicht so sein (umgangssprachlich; sich großzügig, nachsichtig zeigen: ach, sei doch nicht so und gib es mir)
      • dem ist [nicht] so (die Sache verhält sich [nicht] so)
      • sei es, wie es wolle; sei dem/dem sei, wie ihm wolle; wie dem auch sei (wie immer es sich auch verhält; gleichgültig, ob es sich so oder so verhält)
    2. jemandes Besitz, Eigentum darstellen; jemandem gehören

      Beispiele

      • das ist meins/(landschaftlich umgangssprachlich:) mir
      • <in übertragener Bedeutung>: (gehoben veraltend) ich bin dein (bin dir in Liebe verbunden)
    3. von jemandem als bestimmtes eigenes Befinden festgestellt werden

      Grammatik

      unpersönlich

      Beispiele

      • mir ist [es] kalt, schlecht, übel
      • (umgangssprachlich) ist dir etwas? (fehlt dir etwas, fühlst du dich nicht wohl?)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • jemandem ist, als [ob] … (jemand hat das [unbestimmte] Gefühl, den Eindruck, als [ob] …: mir ist, als hätte ich ihn gesehen/als ob ich ihn gesehen hätte)
      • jemandem ist [nicht] nach etwas (umgangssprachlich: jemand hat im Augenblick [keine] Lust auf, zu etwas: mir ist heute nicht nach Feiern)
    4. drückt die Identität oder eine Klassifizierung, Zuordnung aus

      Grammatik

      in Verbindung mit einem Gleichsetzungsnominativ

      Beispiele

      • du bist ein Schuft
      • ihr seid Lügnerinnen
      • das ist die Hauptsache
      • ich bin Paul und das ist meine Schwester Maria

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • es sein (es getan haben; der Schuldige, Gesuchte sein: am Ende will es keiner gewesen sein)
      • wer sein (umgangssprachlich; es zu etwas gebracht haben, Ansehen genießen: im Fußball sind wir [wieder] wer)
      • das wärs (das ist alles [was ich sagen, haben wollte, was getan werden musste])
    5. (in Bezug auf das Ergebnis einer Rechenaufgabe) zum Resultat haben, ergeben

      Beispiel

      dreißig weniger neun ist/(umgangssprachlich:) sind einundzwanzig
    6. (aufgrund der Zeit) als Umstand, Zustand o. Ä. gegeben sein

      Grammatik

      unpersönlich

      Beispiele

      • gestern war der fünfte Mai
      • bis dahin wird [es] wieder Herbst sein
      • dafür ist es jetzt, nie zu spät
    1. sich irgendwo befinden, aufhalten

      Beispiele

      • in Hamburg, im/in Urlaub sein
      • wo warst du denn die ganze Zeit?
      • Bier ist im Kühlschrank
      • seine Wohnung ist (liegt) im dritten Stock
      • sie ist in/zur Kur (ist zu einer Kur verreist)
      • sie sind einkaufen (sind zum Einkaufen weggegangen)
    2. stammen, kommen

      Beispiele

      • das Paket ist von Mutter
      • die Milch ist von heute
      • das Kind ist von ihm (er ist der Vater des Kindes)
    1. an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit stattfinden, vonstattengehen

      Beispiele

      • die erste Vorlesung ist morgen
      • der Vortrag ist in der Stadthalle

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      nicht sein (umgangssprachlich: nicht erlaubt, möglich o. Ä. sein, nicht geduldet werden: Rauchen ist [bei mir] nicht)
    2. an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Umständen geschehen, sich ereignen

      Beispiele

      • die meisten Unfälle sind nachts
      • das letzte Erdbeben war dort 1906
      • <auch unpersönlich>: es war im Sommer letzten Jahres

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      mit etwas ist es nichts (umgangssprachlich: etwas läuft nicht so ab, findet nicht so statt, wie es geplant, beabsichtigt o. Ä. war: als sie von seiner Vergangenheit hörte, war es nichts mehr mit [der] Heirat)
    3. geschehen, vor sich gehen, passieren

      Grammatik

      meist im Infinitiv in Verbindung mit Modalverben

      Beispiele

      • muss das sein?
      • das kann doch nicht sein! (das ist doch nicht möglich!)
      • (umgangssprachlich) war während meiner Abwesenheit irgendwas? (ist während meiner Abwesenheit etwas Erwähnenswertes vorgefallen?)
      • <auch unpersönlich>: es sei!, so sei es denn! (es möge, soll, kann so geschehen!)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • sei es … sei es; sei es … oder (entweder … oder; kann, mag sein [dass] … oder [dass]; ob … oder [ob]: eine muss einlenken, sei es die Mutter oder die Tochter; das Prinzip ist das gleiche, sei es in der Luft, sei es im Wasser)
      • was sein muss, muss sein (es ist unvermeidbar)
      • seis drum (es ist schon gut, es macht nichts)
  1. da sein; bestehen; existieren

    Beispiele

    • alles, was einmal war, heute ist oder einmal sein wird
    • in diesem Bach sind (gibt es) viele Fische
    • (gehoben) die Königin ist nicht mehr (ist gestorben)
    • das war einmal (gehört der Vergangenheit an, besteht nicht mehr)
    • (umgangssprachlich) ist [irgend]etwas? (gibt es etwas Besonderes, einen Grund zur Beunruhigung?)
    • sind (gibt es) noch Fragen?

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • was nicht ist, kann noch werden (das kann immer noch in der Zukunft Wirklichkeit werden)
    • <substantiviert:> das menschliche Sein (Leben, Dasein)
    • Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage (hier geht es um eine ganz wichtige Entscheidung; hierbei handelt es sich um eine existenzielle Frage; nach der Übersetzung der Stelle im Drama „Hamlet“ [III, 1] von W. Shakespeare [1564–1616]: To be or not to be, that is the question)
    1. entspricht einem mit „können“ verbundenen Passiv; … werden können

      Grammatik

      mit Infinitiv mit „zu“ als Hilfsverb

      Beispiele

      • sie ist durch niemanden zu ersetzen (kann durch niemanden ersetzt werden)
      • die Schmerzen waren nicht zu ertragen (waren unerträglich)
    2. entspricht einem mit „müssen“ verbundenen Passiv; … werden müssen

      Grammatik

      mit Infinitiv mit „zu“ als Hilfsverb

      Beispiel

      der Ausweis ist unaufgefordert vorzuzeigen

Blättern

Im Alphabet danach