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Weg, der

Wortart: Substantiv, maskulin
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: Weg
  • im Weg[e] stehen; wohin des Weg[e]s?
  • halbwegs; gerade[n]wegs; keineswegs
  • unterwegs
  • alle[r]wege, allerwegen
  • etwas zuwege oder zu Wege bringen
Schreibung in Straßennamen:  [Regel 162] und [Regel 163]

Bedeutungsübersicht

  1. etwas, was wie eine Art Streifen – im Unterschied zur Straße oft nicht befestigt – durch ein Gebiet, Gelände führt und zum Begehen [und Befahren] dient
    1. Richtung, die einzuschlagen ist, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen
    2. Strecke, die zurückzulegen ist, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen
    1. Gang, Fahrt mit einem bestimmten Ziel
    2. (umgangssprachlich) Gang irgendwohin, um etwas zu besorgen, zu erledigen
  2. Art und Weise, in der jemand vorgeht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen; Möglichkeit, Methode zur Lösung von etwas

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Synonyme zu Weg

Aussprache

Betonung: Weg 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch, althochdeutsch wec, verwandt mit bewegen

Grammatik

 SingularPlural
Nominativder Wegdie Wege
Genitivdes Weges, Wegsder Wege
Dativdem Wegden Wegen
Akkusativden Wegdie Wege

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. Weg - Familie auf einem Weg
    Familie auf einem Weg - © MEV Verlag, Augsburg
    etwas, was wie eine Art Streifen – im Unterschied zur Straße oft nicht befestigt – durch ein Gebiet, Gelände führt und zum Begehen [und Befahren] dient

    Beispiele

    • ein unbefestigter, geteerter, geschotterter, schlechter, steiniger, steiler, holpriger, aufgeweichter, schattiger, stiller Weg
    • (auf Schildern:) privater Weg, verbotener Weg
    • der Weg zum Strand
    • der Weg gabelt sich, führt am Fluss entlang, schlängelt sich durch Wiesen
    • einen Weg mit Kies bestreuen, asphaltieren, verbreitern
    • zwischen den Beeten einen Weg anlegen, treten
    • er bahnte sich einen Weg (Durchgang) durch das Gestrüpp
    • er saß am Weg[e] (am Wegrand) und ruhte sich aus
    • <in übertragener Bedeutung>: unsere Wege (Lebenswege) haben sich mehrmals gekreuzt
    • <in übertragener Bedeutung>: hier trennen sich unsere Wege (hier gehen unsere Ansichten, Anschauungen so weit auseinander, dass unsere Zusammenarbeit o. Ä. aufhört)
    • <in übertragener Bedeutung>: daran führt kein Weg vorbei (das ist unvermeidlich)
    • <in übertragener Bedeutung>: das ist der einzig gangbare Weg (die einzige Methode, die im gegebenen Fall zum gewünschten Ergebnis, Ziel führt)
    • <in übertragener Bedeutung>: den geraden Weg gehen, verfolgen (sich nicht beirren lassen)
    • <in übertragener Bedeutung>: krumme Wege gehen (etwas Unrechtmäßiges tun);

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • Weg und Steg (gehoben veraltend: das ganze Gelände, die ganze Gegend: Weg und Steg waren verschneit; sie kennt dort Weg und Steg)
    • weder Weg noch Steg (gehoben veraltend: kein Weg: es gab dort weder Weg noch Steg)
    • auf Weg und Steg (veraltend: überall)
    • jemandem, einer Sache den Weg/die Wege ebnen (die für jemandes Vorhaben, Vorankommen, für die erfolgreiche Entwicklung einer Sache bestehenden Hindernisse beseitigen; jemanden, etwas fördern)
    • der gerade Weg ist [immer] der beste (am besten wird ein Ziel mit Offenheit, Aufrichtigkeit verfolgt)
    1. Richtung, die einzuschlagen ist, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen

      Beispiele

      • jemandem den Weg [zum Bahnhof] zeigen
      • den [rechten] Weg verfehlen, verlieren
      • ich habe denselben Weg
      • wohin, woher des Weg[e]s? (veraltet, noch scherzhaft; wo gehst du gerade hin, kommst du gerade her?)
      • jemanden nach dem Weg fragen
      • [im Nebel] vom Weg abkommen
      • <in übertragener Bedeutung>: das ist der schnellste, sicherste Weg zum Erfolg
      • <in übertragener Bedeutung>: neue Wege einschlagen, gehen (neue Methoden entwickeln, anwenden)
      • <in übertragener Bedeutung>: jemanden auf den rechten/richtigen Weg [zurück]bringen (gehoben; jemanden dazu anleiten, das Rechte zu tun, ihn vor [weiteren] Fehlern, Verfehlungen bewahren)
      • <in übertragener Bedeutung>: auf dem falschen, richtigen Weg sein (das Falsche, Richtige tun)
      • <in übertragener Bedeutung>: er ist, befindet sich auf dem Weg der Besserung (er erholt sich allmählich von seiner Krankheit)
      • <in übertragener Bedeutung>: jemandem einen Weg aus einem Dilemma zeigen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • den Weg allen/(auch:) alles Fleisches gehen (gehoben: sterblich sein, sterben; wohl nach 1. Mose 6, 12 f.)
      • den Weg alles Irdischen gehen (scherzhaft: sich abnutzen, defekt und unbrauchbar werden; entzweigehen)
      • seinen [eigenen] Weg/seine eigenen Wege gehen (unbeirrt nach seiner eigenen Überzeugung entscheiden, handeln, leben)
      • seines Weges/seiner Wege gehen (gehoben: weitergehen, fortgehen [ohne sich um das, was um einen herum geschieht, zu kümmern])
      • lange Wege gehen (Sport: im Spiel viel laufen)
    2. Strecke, die zurückzulegen ist, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen

      Beispiele

      • der nächste, kürzeste Weg zum Flughafen
      • bis zum nächsten Ort ist es ein Weg von zwei Stunden/sind es zwei Stunden Weg
      • wir haben noch einen Weg von fünf Kilometern/noch fünf Kilometer Weg vor uns
      • einen weiten, langen, kurzen Weg zur Schule haben
      • den Weg abkürzen (eine Abkürzung nehmen)
      • einen Weg abkürzen, abschneiden
      • jemandem den Weg vertreten, verlegen (sich so vor jemanden stellen, dass er nicht vorbeigehen, nicht weitergehen kann), freigeben (zur Seite treten, um ihn vorbeizulassen)
      • ein gutes Stück Weg/(gehoben:) Weg[e]s haben wir schon zurückgelegt
      • (gehoben) des/seines Weg[e]s kommen (daherkommen)
      • das liegt an/auf meinem Weg (ich komme daran vorbei)
      • auf halbem Weg umkehren
      • wir kamen uns auf halbem Weg entgegen
      • du bist/stehst mir im Weg! (hinderst mich am Weitergehen, nimmst mir den Platz, den ich zum Hantieren o. Ä. brauche)
      • er stellte sich, trat mir in (vertrat mir) den Weg

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • seinen Weg machen (im Leben vorwärtskommen)
      • den Weg des geringsten Widerstand[e]s gehen (allen Schwierigkeiten möglichst ausweichen)
      • jemandem den Weg abschneiden (jemandem, den man verfolgt, stellen, indem man eine Abkürzung nimmt: die Polizisten versuchten, den Flüchtenden den Weg abzuschneiden)
      • den Weg zwischen die Beine nehmen (veraltet: sich beeilen)
      • auf dem besten Weg[e] [zu etwas] sein (oft ironisch: durch sein Verhalten einen bestimmten [nicht wünschenswerten] Zustand bald erreicht haben: er ist auf dem besten Weg, sich zu ruinieren)
      • sich auf halbem Weg[e] treffen (einen Kompromiss schließen)
      • jemandem auf halbem Weg[e] entgegenkommen (jemandes Forderungen o. Ä. teilweise nachgeben)
      • auf halbem Weg[e] stehen bleiben/umkehren (etwas in Angriff Genommenes mittendrin abbrechen)
      • etwas auf den Weg bringen (dafür sorgen, dass etwas stattfindet, entsteht, verwirklicht wird: eine Reform, ein Gesetz auf den Weg bringen)
      • jemandem, einer Sache aus dem Weg[e] gehen (jemanden, etwas als unangenehm Empfundenes meiden: sie gehen sich [gegenseitig] aus dem Weg)
      • etwas aus dem Weg[e] räumen (etwas, was einem bei der Verwirklichung eines angestrebten Zieles o. Ä. hinderlich ist, durch entsprechende Maßnahmen beseitigen: alle Hindernisse, Schwierigkeiten, Probleme aus dem Weg räumen)
      • jemanden aus dem Weg[e] räumen (salopp: jemanden, der einem bei der Verwirklichung eines Vorhabens o. Ä. hinderlich ist, ausschalten, umbringen)
      • jemandem, einer Sache nichts in den Weg legen (jemanden, etwas nicht behindern; jemandem, einer Sache keine Schwierigkeiten machen)
      • jemandem in den Weg treten/sich jemandem in den Weg stellen (jemandem Widerstand leisten, sich jemandem entgegenstellen)
      • etwas in die Wege leiten (etwas vorbereiten und in Gang bringen)
      • jemandem im Weg[e] stehen/sein (jemanden [durch seine bloße Existenz] an der Verwirklichung seiner Pläne o. Ä. hindern)
      • sich selbst im Weg[e] stehen (sich selbst behindern: mit seinem Drang nach Perfektion steht er sich manchmal selbst im Wege)
      • einer Sache im Weg[e] stehen (bewirken, dass etwas nicht durchführbar ist; etwas verhindern: seiner Teilnahme an dem Seminar steht nichts im Wege)
      • jemandem nicht über den Weg trauen (jemandem in keiner Weise vertrauen)
      • jemandem, sich über/(auch:) in den Weg laufen (jemandem, sich begegnen)
      • etwas zu Wege bringen (etwas zustande bringen; zuwege)
      • bis dahin ist [es] noch ein weiter Weg (bis zur Verwirklichung dessen muss noch viel geschehen, dauert es noch lange)
      • damit hat es/das hat noch gute Wege (veraltend: noch Zeit)
      • viele Wege führen nach Rom (es gibt vielerlei Methoden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen; Herkunft ungeklärt, wohl nach der Vorstellung, dass Rom der [geistige] Mittelpunkt der Welt ist)
      • alle Wege führen nach Rom (münden in die katholische Kirche)
    1. Gang (2), Fahrt (2a) mit einem bestimmten Ziel

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • mein erster Weg führte mich zu ihm
      • einen schweren, unangenehmen Weg vor sich haben
      • seinen Weg fortsetzen (nach einer Unterbrechung weitergehen, weiterfahren)
      • sich auf den Weg machen (aufbrechen)
      • einen Brief auf den Weg schicken (abschicken)
      • er ist, befindet sich auf dem Weg nach Berlin
      • ich traf sie auf dem Weg zur Schule
      • <in übertragener Bedeutung>: jemandem gute Lehren, Ratschläge mit auf den Weg (für sein weiteres Leben) geben
      • <in übertragener Bedeutung>: jemanden auf seinem letzten Weg begleiten (gehoben verhüllend; an jemandes Beerdigung teilnehmen)
    2. Gang (2) irgendwohin, um etwas zu besorgen, zu erledigen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • ich muss noch einen Weg, einige Wege machen, erledigen
      • jemandem einen Weg abnehmen
  2. Art und Weise, in der jemand vorgeht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen; Möglichkeit, Methode zur Lösung von etwas

    Beispiele

    • dieser Weg steht dir noch offen, scheidet für mich aus
    • einen anderen, besseren Weg suchen, finden
    • ich sehe nur diesen einen, keinen anderen Weg
    • etwas auf schriftlichem, diplomatischem Weg[e] regeln
    • einen Streit auf friedlichem Weg[e] beilegen
    • sich auf gütlichem Weg[e] einigen
    • das muss auf schnellstem Weg[e] (so schnell wie möglich) erledigt werden
    • auf diesem Weg[e] danken wir allen, die uns geholfen haben
    • etwas auf dem Weg[e] eines Vergleichs (durch einen Vergleich 3) entscheiden
    • etwas im Wege von (durch) Verhandlungen regeln

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    auf kaltem Weg[e] (umgangssprachlich: sich über die übliche Vorgehensweise ohne Skrupel hinwegsetzend: etwas auf kaltem Weg erledigen)

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