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Luft, die

Wortart: Substantiv, feminin
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Luft

Bedeutungsübersicht

    1. (die Erde umgebender) hauptsächlich aus Stickstoff und Sauerstoff bestehender gasförmiger Stoff, den Mensch und Tier zum Atmen brauchen
    2. Atemluft
  1. freier Raum über dem Erdboden; Himmel[sraum]
  2. schwacher Wind; Brise; Luftbewegung
  3. (umgangssprachlich) freier Raum, Platz, Spielraum [der an einer Stelle (unerwarteterweise) vorhanden ist]

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.
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Synonyme zu Luft

Aussprache

Betonung: Lụft 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch, althochdeutsch luft, Herkunft ungeklärt
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Grammatik

 SingularPlural
Nominativdie Luftdie Lüfte
Genitivder Luftder Lüfte
Dativder Luftden Lüften
Akkusativdie Luftdie Lüfte

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. (die Erde umgebender) hauptsächlich aus Stickstoff und Sauerstoff bestehender gasförmiger Stoff, den Mensch und Tier zum Atmen brauchen

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • dünne, feuchte Luft
      • der Motor wird mit Luft gekühlt
      • an die [frische] Luft gehen (ins Freie gehen, spazieren gehen)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • die Luft ist rein/sauber (umgangssprachlich: es ist niemand da, der horcht, beobachtet, eine Gefahr darstellt o. Ä.)
      • irgendwo ist/herrscht dicke Luft (umgangssprachlich: es herrscht eine gespannte Atmosphäre, eine gereizte Stimmung; zu dick in der alten Bedeutung „dicht“)
      • aus etwas ist die Luft raus (umgangssprachlich: etwas hat seine Aktualität, seine Bedeutung, Wirkung o. Ä. verloren, ist verpufft)
      • Luft für jemanden sein (umgangssprachlich: [in Bezug auf Personen] von jemandem demonstrativ nicht beachtet werden)
      • heiße Luft sein (umgangssprachlich: nichtssagend, nicht von Belang sein; so geartet, dass nichts dahintersteckt: was er geredet hat, war nur heiße Luft)
      • die Luft aus dem Glas lassen (umgangssprachlich scherzhaft: Wein, Bier o. Ä. in das Glas nachfüllen)
      • sich in Luft auflösen (umgangssprachlich: 1. [meist von Dingen] spurlos verschwinden, unauffindbar werden. 2. [von Plänen, Vorhaben] nicht verwirklicht werden, fallen gelassen werden.)
      • jemanden wie Luft behandeln (umgangssprachlich: jemanden demonstrativ nicht beachten)
    2. Atemluft

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • schlechte, verbrauchte, stickige Luft
      • vor Schreck blieb ihr die Luft weg (umgangssprachlich; vergaß sie zu atmen)
      • die Luft einziehen, anhalten (die eingeatmete Luft nicht gleich wieder ausatmen)
      • tief Luft holen (tief einatmen)
      • keine Luft bekommen, kriegen (nur schwer atmen können)
      • nach Luft ringen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • jemandem bleibt die Luft weg (umgangssprachlich: jemand ist sehr erstaunt, erschrocken o. Ä.)
      • jemandem, etwas die Luft [zum Atmen] nehmen (jemanden, etwas sehr einengen, zerstören)
      • Luft holen/(gehoben:) schöpfen (Atem 2)
      • die Luft anhalten (umgangssprachlich: bei etwas große Bedenken haben im Hinblick auf seinen guten, glücklichen Verlauf, Ausgang o. Ä.)
      • halt die Luft an! (umgangssprachlich: 1. hör auf zu reden!; sei mal still!. 2. übertreibe nicht so!.)
      • von Luft und Liebe leben (umgangssprachlich scherzhaft: wenig essen, ohne viel Nahrung auskommen)
      • nicht von der Luft/von Luft und Liebe leben können (umgangssprachlich: nicht ohne materielle Grundlage existieren können)
  1. freier Raum über dem Erdboden; Himmel[sraum]

    Grammatik

    Plural gehoben

    Beispiele

    • die Aufnahmen sind aus der Luft (von einem Luftfahrzeug aus) gemacht
    • Trümmer flogen durch die Luft
    • das Flugzeug erhebt sich in die Luft
    • ein Gebäude in die Luft sprengen, jagen (es sprengen, um es zu zerstören oder zu beseitigen)
    • (umgangssprachlich) der Silo flog/ging in die Luft (explodierte)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • jemanden an die [frische] Luft setzen/befördern (umgangssprachlich: 1. jemanden aus der Wohnung, aus dem Haus o. Ä. hinauswerfen. 2. jemanden aus einer Stellung entlassen.)
    • aus der Luft gegriffen/geholt sein (nicht den Tatsachen entsprechen, frei erfunden sein)
    • in der Luft liegen (1. bevorstehen, sich zu entladen drohen: ein Gewitter lag in der Luft. 2. dem Zeitgeist entsprechen: solche Erfindungen lagen in der Luft.)
    • in der Luft hängen/schweben (umgangssprachlich: 1. noch ganz ungewiss, unsicher, noch nicht entschieden sein: die ganze Angelegenheit hängt [noch] in der Luft. 2. ohne finanziellen Rückhalt sein.)
    • [schnell/leicht] in die Luft gehen (umgangssprachlich: [sehr leicht] häufig aus nichtigem Anlass in einem heftigen Ausbruch seinem Ärger, seiner Wut freien Lauf lassen)
    • in die Luft gucken (umgangssprachlich; Röhre 3)
    • jemanden, etwas in der Luft zerreißen (salopp: 1. jemanden, etwas vernichtend kritisieren. 2. <[als Drohung; in Verbindung mit „können“]>: auf jemanden sehr wütend sein: ich könnte sie in der Luft zerreißen.)
  2. schwacher Wind; Brise; Luftbewegung

    Grammatik

    Plural nur dichterisch

    Beispiele

    • es weht eine scharfe, kalte Luft
    • linde, säuselnde Lüfte

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    frische Luft in etwas [hinein]bringen (etwas in Schwung bringen; einer Sache neue Impulse geben)
  3. freier Raum, Platz, Spielraum [der an einer Stelle (unerwarteterweise) vorhanden ist]

    Grammatik

    ohne Plural

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiele

    • in dem Bücherschrank etwas Luft schaffen, machen
    • <in übertragener Bedeutung>: sich etwas Luft (Bewegungsfreiheit für seine Handlungen) [ver]schaffen
    • <in übertragener Bedeutung>: es gibt noch Luft nach oben (Spielraum für Verbesserungen, Steigerungen, Zunahme o. Ä.)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • in etwas ist noch Luft [drin] (umgangssprachlich: bei etwas gibt es noch einen Spielraum zum Manövrieren, noch eine bestimmte Handlungsfreiheit o. Ä.)
    • sich <Dativ> Luft machen (umgangssprachlich: 1. sich entlastenden Ausdruck verschaffen. 2. aufgestauten Ärger o. Ä. aussprechen und sich dadurch Erleichterung verschaffen: ich musste mir erst einmal Luft machen.)
    • einer Sache Luft machen (umgangssprachlich; Herz 2: seinem Ärger Luft machen)

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