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Fin­ger, der

Wortart: Substantiv, maskulin
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Fin|ger
Beispiele: der kleine Finger; jemanden um den kleinen Finger wickeln (umgangssprachlich); etwas mit spitzen Fingern (vorsichtig) anfassen; lange, krumme Finger machen (umgangssprachlich für stehlen)

Bedeutungsübersicht

  1. eines der fünf beweglichen Glieder der Hand bei Menschen und Affen
  2. Teil des Handschuhs, der einen Finger umschließt

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Synonyme zu Finger

(salopp) Griffel; (Anatomie) Akren; (Anatomie, Medizin) Digiti

Aussprache

Betonung: Fịnger 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch vinger, althochdeutsch fingar, verwandt mit fünf, ursprünglich = Gesamtheit der Finger an einer Hand

Grammatik

 SingularPlural
Nominativder Fingerdie Finger
Genitivdes Fingersder Finger
Dativdem Fingerden Fingern
Akkusativden Fingerdie Finger

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. Finger - Hand mit fünf Fingern
    Hand mit fünf Fingern - © Bibliographisches Institut, Berlin
    eines der fünf beweglichen Glieder der Hand bei Menschen und Affen

    Beispiele

    • zarte, dicke, schlanke, bewegliche, geschickte Finger
    • der kleine (fünfte) Finger
    • der Finger blutet
    • die Finger werden [ihr] steif vor Kälte
    • die Finger krümmen, spreizen
    • einen bösen, schlimmen (entzündeten) Finger haben
    • Finger weg!
    • den Finger (Zeigefinger) auf die Lippen legen (als Bitte, leise zu sein)
    • [sich (Dativ)] die Finger in die Ohren stecken (um sich gegen Lärm abzuschirmen)
    • ich steckte mir den Finger in den Hals (um erbrechen zu können)
    • die Polizisten hatten den Finger am Abzug (waren schussbereit)
    • einen Ring am Finger tragen
    • der Riss in der Mauer ist einen Finger breit (etwa so breit wie ein Finger)
    • man konnte die Besucher an den Fingern abzählen (ganz wenige Besucher waren da)
    • auf zwei Fingern pfeifen
    • ich habe mir/mich in den Finger geschnitten
    • mit den Fingern schnalzen, schnippen
    • sie tippt mit zwei Fingern (schreibt nur mit zwei Fingern auf der Tastatur)
    • <in übertragener Bedeutung>: du hast dir die Finger wund geschrieben/wundgeschrieben mit Anträgen (hast viele Anträge geschrieben [ohne etwas zu erreichen])
    • <in übertragener Bedeutung>: das Geld zerrann ihm unter, zwischen den Fingern (er konnte nicht sparsam wirtschaften)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • jemandem/jemanden jucken die Finger nach etwas (umgangssprachlich: jemand möchte etwas sehr gerne haben)
    • die Finger von etwas lassen/weglassen (umgangssprachlich: sich nicht mit etwas abgeben)
    • den/seinen Finger darauf haben (umgangssprachlich: etwas unter seiner Kontrolle haben)
    • keinen Finger krumm machen/krummmachen (umgangssprachlich: [von sich aus] nichts arbeiten, nichts tun)
    • klebrige Finger haben (umgangssprachlich; Hand)
    • keinen Finger rühren (umgangssprachlich; Hand)
    • lange/krumme Finger machen (umgangssprachlich: stehlen)
    • sich <Dativ> die Finger/alle zehn Finger nach etwas lecken (umgangssprachlich: auf etwas begierig sein)
    • die Finger in etwas/im Spiel haben (umgangssprachlich: an etwas [in negativer Weise] heimlich beteiligt sein)
    • den Finger auf/in die Wunde legen (auf ein Übel deutlich hinweisen)
    • sich <Dativ> nicht gern die Finger schmutzig machen (einer unangenehmen Arbeit o. Ä. aus dem Wege gehen)
    • sich <Dativ> die Finger verbrennen (umgangssprachlich: [durch Unvorsichtigkeit] bei etwas Schaden erleiden)
    • sich <Dativ> die Finger wund schreiben/wundschreiben (umgangssprachlich übertreibend: sehr viel, bis zum Überdruss per Hand schreiben)
    • sich <Dativ> die Finger wund telefonieren/wundtelefonieren (umgangssprachlich übertreibend: überaus viel, anhaltend telefonieren)
    • sich <Dativ> etwas an den [fünf, zehn] Fingern abzählen können (umgangssprachlich: sich etwas leicht denken, etwas leicht voraussehen können)
    • an jedem Finger eine, einen/(emotional:) zehn haben (umgangssprachlich: viele Verehrer, Freunde, Verehrerinnen, Freundinnen haben)
    • jemandem auf die Finger sehen/gucken (umgangssprachlich: auf jemanden [aus Misstrauen] besonders aufpassen)
    • jemandem auf die Finger klopfen (umgangssprachlich: jemanden scharf zurechtweisen)
    • sich <Dativ> etwas aus den Fingern saugen (einen Sachverhalt frei erfinden)
    • etwas im kleinen Finger haben (umgangssprachlich: etwas genau kennen, völlig beherrschen; nach der Vorstellung, dass der kleine Finger wie der Däumling im Märchen besonders schlau sei)
    • jemandem/jemanden juckt/kribbelt es in den Fingern (umgangssprachlich: jemand hat das heftige Bedürfnis, etwas Bestimmtes zu tun)
    • jemandem in die Finger fallen/geraten (umgangssprachlich: in jemandes Gewalt geraten, jemandes Opfer werden: als Soldat war er dem Feind in die Finger gefallen)
    • etwas in die Finger bekommen/kriegen (umgangssprachlich: [zufällig] in den Besitz von etwas kommen)
    • jemanden in die Finger bekommen/kriegen (umgangssprachlich: jemandes habhaft werden, jemanden zu fassen kriegen)
    • sich <Dativ> in den Finger schneiden (umgangssprachlich: sich gründlich irren, täuschen)
    • etwas mit spitzen Fingern anfassen (aus Ekel, Widerwillen nicht richtig zugreifen)
    • etwas mit dem kleinen Finger machen (umgangssprachlich: etwas so selbstverständlich beherrschen, dass man es mühelos erledigen kann)
    • mit Fingern/mit dem Finger auf jemanden zeigen (jemanden wegen seines Verhaltens öffentlich bloßstellen, anprangern oder lächerlich machen)
    • jemanden um den [kleinen] Finger wickeln (umgangssprachlich: jemanden leicht beeinflussen, lenken können; alles von jemandem bekommen können: die kleine Tochter wickelt ihren Vater immer wieder um den Finger)
    • jemandem unter die Finger kommen/geraten (jemandem begegnen; von jemandem angetroffen, vorgefunden, geschnappt werden: das Papier darf ihm auf keinen Fall unter die Finger geraten)
    • der elfte Finger (scherzhaft verhüllend: Penis)
    • das sagt mir mein kleiner Finger (ich habe eine untrügliche Ahnung, dass es so ist)
    • wenn man ihr den kleinen Finger reicht, nimmt sie gleich die ganze Hand (wenn man ihr nur ein kleines Zugeständnis macht, dann fordert sie noch mehr)
    • man zeigt nicht mit nacktem Finger auf angezogene Leute (scherzhaft)
  2. Finger - Handschuhe mit fünf Fingern
    Handschuhe mit fünf Fingern - © MEV Verlag, Augsburg
    Teil des Handschuhs, der einen Finger (1) umschließt

    Beispiel

    die Finger der Handschuhe haben dünne Stellen bekommen

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