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Gna­de, die

Wortart: Substantiv, feminin
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Gna|de
Beispiele: von Gottes Gnaden; Euer Gnaden (veraltet; vgl. euer (1c))

Bedeutungsübersicht

    1. Gunst eines sozial, gesellschaftlich o. ä. Höherrangigen gegenüber einem sozial, gesellschaftlich o. ä. auf niedrigerem Rang Stehenden
    2. (Religion) verzeihende Güte Gottes
  1. Milde, Nachsicht in Bezug auf eine verdiente Strafe, Strafnachlass
  2. in »Euer, (auch:) Ihro, Ihre Gnaden«

Synonyme zu Gnade

Aussprache

Betonung: Gnade 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch g(e)nade, althochdeutsch gināda = (göttliches) Erbarmen, eigentlich = Hilfe, Schutz, zu einem Verb mit der Bedeutung „unterstützen, helfen“

Grammatik

die Gnade; Genitiv: der Gnade, Plural: die Gnaden (Plural selten)
 SingularPlural
Nominativdie Gnadedie Gnaden
Genitivder Gnadeder Gnaden
Dativder Gnadeden Gnaden
Akkusativdie Gnadedie Gnaden

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. Gunst eines sozial, gesellschaftlich o. ä. Höherrangigen gegenüber einem sozial, gesellschaftlich o. ä. auf niedrigerem Rang Stehenden

      Beispiele

      • die Gnade des Königs erlangen, verlieren
      • er wollte nicht von der Gnade seines Vaters abhängen, leben

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • die Gnade haben (ironisch, veraltet: sich herablassen, so gnädig sein: er hatte nicht die Gnade, uns eintreten zu lassen)
      • vor jemandem/vor jemandes Augen Gnade finden (vor jemandem bestehen können, von ihm anerkannt, akzeptiert werden)
      • auf Gnade und/oder Ungnade (bedingungslos, auf jede Bedingung hin: sich jemandem auf Gnade und Ungnade ergeben, ausliefern)
      • aus Gnade [und Barmherzigkeit] (aus bloßem Mitleid)
      • in Gnaden (mit Wohlwollen)
      • bei jemandem in [hohen] Gnaden stehen, sein (gehoben: von jemandem [sehr] geschätzt werden)
      • jemanden wieder in Gnaden aufnehmen (gehoben: jemandem etwas nachsehen und ihn in einem Kreis wieder aufnehmen)
      • von jemandes Gnaden (durch jemandes Gunst, durch jemanden [bewirkt, geworden, zustande gekommen])
    2. verzeihende Güte Gottes

      Gebrauch

      Religion

      Beispiele

      • die göttliche Gnade
      • das ist kein Verdienst, sondern eine Gnade des Himmels
      • in den Besitz der Gnade gelangen
  1. Milde, Nachsicht in Bezug auf eine verdiente Strafe, Strafnachlass

    Beispiel

    der Gefangene flehte um Gnade

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    Gnade vor/für Recht ergehen lassen (von einer Bestrafung absehen, nachsichtig sein)
  2. Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    Euer, (auch:) Ihro, Ihre Gnaden (veraltete Anrede an Personen von hohem Rang: Euer Gnaden haben/<seltener:> hat gerufen; vgl. [m]lateinisch vestra clementia)

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