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Ge­walt, die

Wortart: Substantiv, feminin
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Ge|walt

Bedeutungsübersicht

  1. Macht, Befugnis, das Recht und die Mittel, über jemanden, etwas zu bestimmen, zu herrschen
    1. unrechtmäßiges Vorgehen, wodurch jemand zu etwas gezwungen wird
    2. [gegen jemanden, etwas rücksichtslos angewendete] physische oder psychische Kraft, mit der etwas erreicht wird
  2. (gehoben) elementare Kraft von zwingender Wirkung

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu Gewalt

Aussprache

Betonung: Gewạlt🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch gewalt, althochdeutsch (gi)walt, zu walten

Grammatik

 SingularPlural
Nominativdie Gewaltdie Gewalten
Genitivder Gewaltder Gewalten
Dativder Gewaltden Gewalten
Akkusativdie Gewaltdie Gewalten

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. Macht, Befugnis, das Recht und die Mittel, über jemanden, etwas zu bestimmen, zu herrschen

    Beispiele

    • die staatliche, richterliche, elterliche, priesterliche, göttliche Gewalt
    • die Teilung der Gewalten in gesetzgebende, richterliche und ausführende Gewalt
    • etwas in seine Gewalt bringen
    • jemanden in seiner Gewalt haben
    • sie stehen völlig in, unter seiner Gewalt (werden völlig von ihm beherrscht, unterdrückt, sind ganz von ihm abhängig)
    • <in übertragener Bedeutung>: die Gewalt über sein Fahrzeug verlieren (beim Fahren plötzlich nicht mehr in der Lage sein, sein Fahrzeug zu lenken)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    sich, etwas in der Gewalt haben (sich, etwas beherrschen und die nötige Zurückhaltung üben: sie hat ihre Zunge oft nicht in der Gewalt)
    1. unrechtmäßiges Vorgehen, wodurch jemand zu etwas gezwungen wird

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • in ihrem Staat geht Gewalt vor Recht
      • ich weiche nur der Gewalt
      • etwas mit Gewalt zu erreichen suchen
      • Gewalt leiden müssen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • sich <Dativ> Gewalt antun [müssen] (etwas nur lustlos, unter Selbstüberwindung tun)
      • einer Sache Gewalt antun (etwas den eigenen Ansichten, Wünschen entsprechend auslegen und dafür passend machen: der Wahrheit, den Tatsachen, der Geschichte Gewalt antun)
      • mit [aller] Gewalt (unbedingt, unter allen Umständen: sie wollten mit [aller] Gewalt reich werden, von hier fort)
    2. Gewalt - Gewalt bei einem Überfall
      Gewalt bei einem Überfall - © MEV Verlag, Augsburg
      [gegen jemanden, etwas rücksichtslos angewendete] physische oder psychische Kraft, mit der etwas erreicht wird

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • häusliche, sexuelle, psychische Gewalt
      • Gewalt in der Ehe
      • Gewalt gegen Frauen
      • bei etwas Gewalt anwenden
      • (veraltend) Gewalt in den Händen haben (kräftig zupacken können)
      • Gewalt verherrlichen
      • jemanden mit Gewalt am Eintreten hindern
      • man musste ihn mit [sanfter] Gewalt hinausbefördern
      • die Tür ließ sich nur mit Gewalt (gewaltsam) öffnen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      jemandem Gewalt antun (gehoben verhüllend: jemanden vergewaltigen)
  2. Gewalt - Die Gewalt eines Hurrikans
    Die Gewalt eines Hurrikans - © GEOSPACE; Austria, 2000, Original Data: Eurimage
    elementare Kraft von zwingender Wirkung

    Gebrauch

    gehoben

    Beispiele

    • die Gewalt des Sturms, der Wellen
    • den Gewalten des Unwetters trotzen
    • <in übertragener Bedeutung>: die Gewalt der Leidenschaft, ihrer Rede

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    höhere Gewalt (etwas Unvorhergesehenes, auf das der Mensch keinen Einfluss hat: Naturkatastrophen sind höhere Gewalt)

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