Ge­walt, die

Wortart:
Substantiv, feminin
Häufigkeit:
▒▒▒░░
Aussprache:
Betonung
🔉Gewalt

Rechtschreibung

Worttrennung
Ge|walt

Bedeutungen (3)

  1. Macht, Befugnis, das Recht und die Mittel, über jemanden, etwas zu bestimmen, zu herrschen
    Beispiele
    • die staatliche, richterliche, elterliche, priesterliche, göttliche Gewalt
    • die Teilung der Gewalten in gesetzgebende, richterliche und ausführende Gewalt
    • etwas in seine Gewalt bringen
    • jemanden in seiner Gewalt haben
    • sie stehen völlig in, unter seiner Gewalt (werden völlig von ihm beherrscht, unterdrückt, sind ganz von ihm abhängig)
    • 〈in übertragener Bedeutung:〉 die Gewalt über sein Fahrzeug verlieren (beim Fahren plötzlich nicht mehr in der Lage sein, sein Fahrzeug zu lenken)
    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
    • sich, etwas in der Gewalt haben (sich, etwas beherrschen und die nötige Zurückhaltung üben: sie hat ihre Zunge oft nicht in der Gewalt)
    1. unrechtmäßiges Vorgehen, wodurch jemand zu etwas gezwungen wird
      Grammatik
      ohne Plural
      Beispiele
      • in ihrem Staat geht Gewalt vor Recht
      • ich weiche nur der Gewalt
      • etwas mit Gewalt zu erreichen suchen
      • Gewalt leiden müssen
      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
      • sich <Dativ> Gewalt antun [müssen] (etwas nur lustlos, unter Selbstüberwindung tun)
      • einer Sache Gewalt antun (etwas den eigenen Ansichten, Wünschen entsprechend auslegen und dafür passend machen: der Wahrheit, den Tatsachen, der Geschichte Gewalt antun)
      • mit [aller] Gewalt (unbedingt, unter allen Umständen: sie wollten mit [aller] Gewalt reich werden, von hier fort)
    2. gegen jemanden, etwas [rücksichtslos] angewendete physische oder psychische Kraft, mit der etwas erreicht werden soll
      Gewalt - Gewalt bei einem Überfall
      Gewalt bei einem Überfall - © MEV Verlag, Augsburg
      Grammatik
      ohne Plural
      Beispiele
      • häusliche, sexuelle, psychische Gewalt
      • Gewalt in der Ehe, Familie
      • Gewalt gegen Frauen, Kinder, Männer
      • bei etwas Gewalt anwenden
      • (veraltend) Gewalt in den Händen haben (kräftig zupacken können)
      • Gewalt verherrlichen
      • jemanden mit Gewalt am Eintreten hindern
      • man musste ihn mit [sanfter] Gewalt hinausbefördern
      • die Tür ließ sich nur mit Gewalt (gewaltsam) öffnen
      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
      • jemandem Gewalt antun (gehoben verhüllend: jemanden vergewaltigen)
  2. elementare Kraft von zwingender Wirkung
    Gebrauch
    gehoben
    Beispiele
    • die Gewalt des Sturms, der Wellen
    • den Gewalten des Unwetters trotzen
    • 〈in übertragener Bedeutung:〉 die Gewalt der Leidenschaft, ihrer Rede
    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
    • höhere Gewalt (etwas Unvorhergesehenes, auf das der Mensch keinen Einfluss hat: Naturkatastrophen sind höhere Gewalt)

Herkunft

mittelhochdeutsch gewalt, althochdeutsch (gi)walt, zu walten

Wussten Sie schon?

  • Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Typische Verbindungen (computergeneriert)

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