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wild

Wortart: Adjektiv
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: wild
  • wild wachsen, wild leben
  • wild werden
  • jemanden [ganz] wild machen oder wildmachen (in Wut versetzen)
Kleinschreibung [Regel 89]:
  • wilde Ehe; wilder Wein; wilder Streik; wildes Tier
  • er spielt den wilden Mann (umgangssprachlich)
Großschreibung in Namen:
  • Regel 140: Wilder Westen; Wilder Kaiser; Wilde Kreuzspitze
  • Regel 150: die Wilde Jagd (Geisterheer); der Wilde Jäger (eine Geistergestalt)
Großschreibung der Substantivierung [Regel 72]:
  • sich wie ein Wilder gebärden (umgangssprachlich)
In Verbindung mit einem adjektivisch gebrauchten Partizip kann getrennt oder zusammengeschrieben werden [Regel 58]:
Vgl. aber wilddieben
  • wild wachsende oder wildwachsende Pflanzen
  • die wild lebenden oder wildlebenden Tiere

Bedeutungsübersicht

  1. nicht domestiziert; nicht kultiviert, nicht durch Züchtung verändert; wild lebend; wild wachsend
    1. (veraltend, sonst abwertend) nicht zivilisiert; auf niedriger Kulturstufe stehend
    2. (abwertend) unzivilisiert, nicht gesittet
    1. im natürlichen Zustand befindlich, belassen; vom Menschen nicht verändert; urwüchsig
    2. wuchernd, unkontrolliert wachsend
    3. (Bergmannssprache) taub
    4. (von Land) nicht urbar gemacht
  2. unkontrolliert, nicht reglementiert [und oft ordnungswidrig oder gesetzwidrig]; offiziell nicht gestattet
    1. heftig, stürmisch; ungestüm, ungezügelt; durch nichts gehemmt, abgeschwächt, gemildert
    2. wütend, rasend, tobend; erregt
    3. (von Tieren) in ängstliche Erregung versetzt und scheuend
    4. äußerst lebhaft, temperamentvoll
    5. (umgangssprachlich) äußerst bewegt, ereignisreich
  3. das erträgliche Maß überschreitend, maßlos, übermäßig, übertrieben; wüst

Synonyme zu wild

Aussprache

Betonung: wịld🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch wilde, althochdeutsch wildi, Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit Wald und eigentlich = im Wald wachsend, nicht angebaut

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. nicht domestiziert; nicht kultiviert, nicht durch Züchtung verändert; wild lebend; wild wachsend

    Beispiele

    • wilde Erdbeeren, Rosen, Pferde
    • wilder Apfel (Holzapfel)
    • wilde (nicht veredelte) Triebe
    • wilder Honig (Honig von wilden Bienen)
    • wildes Tier (größeres, gefährlich wirkendes, nicht domestiziertes Tier, besonders größeres Raubtier)
    • er stürzte sich auf sie wie ein wildes Tier (völlig enthemmt und nur dem Trieb folgend)
    • die Himbeeren wachsen hier wild
    • wild wachsende Pflanzen, Arten
    • wild lebende Tiere, Pferde
    1. nicht zivilisiert; auf niedriger Kulturstufe stehend

      Gebrauch

      veraltend, sonst abwertend

      Beispiel

      wilde Stämme
    2. unzivilisiert, nicht gesittet

      Gebrauch

      abwertend

      Beispiele

      • ein wilder Haufen
      • wilde Gesellen
      • dort herrschen wilde Sitten
    1. im natürlichen Zustand befindlich, belassen; vom Menschen nicht verändert; urwüchsig

      Beispiel

      eine wilde Schlucht, Gegend
    2. wuchernd, unkontrolliert wachsend

      Beispiele

      • eine wilde Mähne
      • Männer mit wilden Bärten
      • wild wucherndes Unkraut
      • wildes (Medizin; bei der Wundheilung entstandenes überschüssiges) Gewebe
    3. taub (3)

      Gebrauch

      Bergmannssprache

      Beispiel

      wildes Erz, Gestein
    4. (von Land) nicht urbar gemacht

      Beispiel

      wildes Land
  2. unkontrolliert, nicht reglementiert [und oft ordnungswidrig oder gesetzwidrig]; offiziell nicht gestattet

    Beispiele

    • wilde Streiks
    • wilde (nicht lizenzierte) Taxis
    • eine wilde (durch wildes Abladen von Müll entstandene) Deponie
    • wild (an einem nicht dafür vorgesehenen Platz) baden, parken, zelten
    1. heftig, stürmisch; ungestüm, ungezügelt; durch nichts gehemmt, abgeschwächt, gemildert

      Beispiele

      • eine wilde Verfolgungsjagd
      • eine wilde Flucht
      • wilde Panik
      • in wildem Zorn
      • eine wilde Leidenschaft erfüllte sie
      • das wild bewegte Wasser
      • in wilder Entschlossenheit
      • er stach wild auf ihn ein
      • alles lag wild durcheinander
      • wild fluchend lief er durchs Haus
      • sie ist wild (umgangssprachlich; fest) entschlossen, den Aufstieg allein zu schaffen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      wild auf jemanden, etwas sein (umgangssprachlich: versessen auf jemanden, etwas sein: er ist ganz wild auf sie; wild auf Lakritzen, aufs Skilaufen sein)
    2. wütend, rasend, tobend; erregt

      Beispiele

      • wilde Kämpfe, Auseinandersetzungen, Debatten
      • ein wilder, wild gewordener Bulle
      • wenn du ihm das sagst, wird er wild
      • jemanden wild machen
      • mit beiden Fäusten trommelte er wild gegen die Tür

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      wie wild (umgangssprachlich: mit äußerster Heftigkeit, Intensität o. Ä.: das Kind schrie wie wild)
    3. (von Tieren) in ängstliche Erregung versetzt und scheuend

      Beispiel

      das Feuer hat die Pferde wild gemacht
    4. äußerst lebhaft, temperamentvoll

      Beispiele

      • eine wilde Rasselbande
      • ein wildes Kind
      • seid nicht so wild!
    5. äußerst bewegt, ereignisreich

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiel

      wilde Partys feiern
  3. das erträgliche Maß überschreitend, maßlos, übermäßig, übertrieben; wüst

    Beispiele

    • die wildesten Spekulationen, Behauptungen, Anschuldigungen, Verwünschungen
    • er stieß wilde Flüche aus
    • wilde (ausschweifende) Orgien

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    halb/nicht so wild (umgangssprachlich: nicht schlimm: es ist [alles] halb so wild)

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