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Kan­te, die

Wortart: Substantiv, feminin
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Kan|te
Beispiele: etwas auf die hohe Kante legen (sparen); sich die Kante geben (umgangssprachlich für sich betrinken)

Bedeutungsübersicht

  1. durch zwei aneinanderstoßende Ebenen oder Flächen gebildete Linie
  2. Rand, äußere Begrenzung einer Fläche
  3. Webkante; Rand an Kleidungsstücken
  4. (Bergsteigen) schmaler Felsgrat mit auf beiden Seiten steil abfallenden Hängen
  5. (landschaftlich) Gegend
  6. (Mathematik, Informatik, Sprachwissenschaft) zwei Knoten verbindende Linie in einem Diagramm
  7. in »sich <Dativ> die Kante geben«

Synonyme zu Kante

Ecke, Knick, Nahtstelle, Rand, Schnittlinie, Schnittpunkt, Winkel

Aussprache

Betonung: Kạnte🔉

Herkunft

aus dem Niederdeutschen < mittelniederdeutsch kant(e) = Ecke < altfranzösisch cant = Ecke < lateinisch cant[h]us = eiserner Reif um ein Rad

Grammatik

 SingularPlural
Nominativdie Kantedie Kanten
Genitivder Kanteder Kanten
Dativder Kanteden Kanten
Akkusativdie Kantedie Kanten

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. Kante - Kanten eines Kartons
    Kanten eines Kartons - © MEV Verlag, Augsburg
    durch zwei aneinanderstoßende Ebenen oder Flächen gebildete Linie

    Beispiele

    • eine scharfe, harte, vorspringende Kante
    • ich habe mich an der Kante des Schreibtisches gestoßen
  2. Kante - Kanten an der Kufe eines Schlittschuhs
    Kanten an der Kufe eines Schlittschuhs - © Bibliographisches Institut, Berlin
    Rand, äußere Begrenzung einer Fläche

    Beispiele

    • die Kante an der Kufe des Schlittschuhs
    • sie setzte sich auf die Kante [des Bettes, des Sessels]

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • etwas auf die [hohe] Kante legen (umgangssprachlich: Geld in vorsorgender Absicht beiseitelegen, sparen; wohl mit Bezug auf eine in gewisser Höhe befindliche Konsole, Ablage, auf der früher oft Geld beiseitegelegt wurde)
    • etwas auf der [hohen] Kante haben (umgangssprachlich: einen bestimmten Geldbetrag gespart haben)
    • auf der Kante stehen (umgangssprachlich: mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sein; gefährdet sein: es steht auf der Kante, ob sie die Prüfung besteht)
    • [die] klare Kante zeigen (umgangssprachlich: einen eindeutigen Standpunkt einnehmen und sich dazu bekennen)
    • auf [der] Kante laufen (umgangssprachlich: [mit großem Risiko] höchste Leistung bringen: das Kraftwerk läuft auf Kante)
  3. Webkante; Rand an Kleidungsstücken

    Beispiel

    die Kanten der Ärmel sind durchgescheuert

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    etwas auf Kante nähen (etwas sehr knapp kalkulieren: der Haushalt war so knapp auf Kante genäht, dass ihn die ersten Steuerausfälle bereits kippten)
  4. schmaler Felsgrat mit auf beiden Seiten steil abfallenden Hängen

    Gebrauch

    Bergsteigen

  5. Gegend

    Gebrauch

    landschaftlich

    Beispiele

    • in dieser Kante Deutschlands
    • dass die Sache aus der Kante (derjenigen Ecke, demjenigen Bereich, von derjenigen Stelle) kommt, das hat sie gleich gedacht
  6. zwei Knoten verbindende Linie in einem Diagramm

    Gebrauch

    Mathematik, Informatik, Sprachwissenschaft

  7. Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    sich <Dativ> die Kante geben (umgangssprachlich: sich betrinken; wohl zu veraltet, noch landschaftlich Kante, mittelhochdeutsch kante, althochdeutsch kan(na)ta = Gefäß, Kanne, vielleicht letztlich aus dem Altnordischen)

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