Dudenverlag Duden Located at Mecklenburgische Str. 53, Berlin, 14171, Berlin , . Phone: +49 30 897 85 82-81. .

ru­fen

Wortart: starkes Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮
Weitere Informationen zum korrekten Zitieren aus Duden online

Rechtschreibung

Worttrennung: ru|fen
Beispiele: du rufst; du riefst; du riefest; gerufen; ruf[e]!; er ruft mich, den Arzt rufen

Bedeutungsübersicht

    1. sich durch einen Ruf bemerkbar machen
    2. einen Ruf ertönen lassen
  1. durch [längeres] Rufen in einen bestimmten Zustand geraten
  2. mit lauter Stimme äußern, ausrufen
  3. rufend nach jemandem, etwas verlangen
  4. durch Anruf o. Ä. jemanden an einen bestimmten Ort bitten, wo er gebraucht wird; telefonisch o. ä. jemanden herbeirufen, jemanden, etwas kommen lassen
  5. [durch Rufen] zu etwas auffordern
    1. mit einem bestimmten Namen nennen
    2. (veraltend) (mit seinem Namen) anreden
  6. telefonisch oder über Funk mit jemandem die Verbindung aufnehmen

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Synonyme zu rufen

Aussprache

Betonung: rufen 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch ruofen, althochdeutsch (h)ruofan, wahrscheinlich lautmalend

Grammatik

starkes Verb; Perfektbildung mit »hat«

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. sich durch einen Ruf (1) bemerkbar machen

      Beispiele

      • laut, mit kräftiger Stimme, aus Leibeskräften, wiederholt, lange rufen
      • ruft da nicht jemand?
    2. einen Ruf (2a) ertönen lassen

      Beispiel

      im Wald ruft der Kuckuck, ein Käuzchen
  1. durch [längeres] Rufen (1a) in einen bestimmten Zustand geraten

    Grammatik

    sich rufen

    Beispiel

    sich heiser rufen
  2. mit lauter Stimme äußern, ausrufen

    Beispiele

    • etwas [aus dem Fenster] rufen
    • Hilfe, Hurra/hurra rufen
    • „Bravo!“, riefen beide wie aus einem Munde
    • <unpersönlich>: aus dem Zimmer rief es: „Herein!“
  3. rufend (1a) nach jemandem, etwas verlangen

    Beispiele

    • das Kind rief nach seiner Mutter
    • der Gast rief nach der Bedienung, nach seinem Essen
    • nach, um Hilfe rufen
    • <nicht standardsprachlich, südwestdeutsch und schweizerisch umgangssprachlich auch mit Dativobjekt>: der Gast rief dem Ober
    • er rief mir (rief mir zu), ich solle kommen
  4. durch Anruf o. Ä. jemanden an einen bestimmten Ort bitten, wo er gebraucht wird; telefonisch o. ä. jemanden herbeirufen, jemanden, etwas kommen lassen

    Beispiele

    • hast du mich gerufen?
    • die Polizei, die Feuerwehr, ein Taxi rufen
    • der Arzt wurde ans Krankenbett, zu der Patientin gerufen
    • jemanden ins Zimmer, vor Gericht, zu sich rufen
    • jemanden zu Hilfe rufen
    • <in übertragener Bedeutung>: sich, jemandem etwas in Erinnerung/ins Gedächtnis rufen
    • <in übertragener Bedeutung>: dringende Geschäfte riefen sie nach München (veranlassten sie, nach München zu fahren)
    • <in übertragener Bedeutung>: (gehoben verhüllend) Gott hat sie zu sich gerufen (sie ist gestorben)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    [jemandem] wie gerufen kommen (umgangssprachlich: zufällig gerade in einem Moment auftreten, erscheinen, geschehen, wo dies [jemandem] äußerst willkommen ist: du kommst [mir] wie gerufen!)
  5. [durch Rufen (1a)] zu etwas auffordern

    Beispiele

    • der Vater ruft zum Essen
    • zum Widerstand, Aufstand rufen (aufrufen)
    • <in übertragener Bedeutung>: die Glocke ruft zum Gebet
    1. mit einem bestimmten Namen nennen

      Beispiele

      • er wird „Kalle“ gerufen
      • <nicht standardsprachlich, südwestdeutsch und schweizerisch umgangssprachlich auch mit Dativobjekt>: die Buben sollen mir „Mama“ rufen
    2. (mit seinem Namen) anreden

      Gebrauch

      veraltend

      Beispiel

      er rief sie bei ihrem, mit ihrem Namen
  6. telefonisch oder über Funk mit jemandem die Verbindung aufnehmen

    Beispiele

    • jemanden [unter der Nummer 34 71 06] rufen
    • rufen Sie 22 22 22
    • Teddybär ruft Zeppelin (über Funk: … bittet Zeppelin, sich zu melden)

Blättern