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krat­zen

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: krat|zen
Beispiele: du kratzt; sich kratzen

Bedeutungsübersicht

    1. mit etwas Spitzem, Scharfem, Rauem, besonders mit Nägeln oder Krallen, ritzen oder schaben
    2. die Nägel oder Krallen gebrauchen
    3. mit der Spitze, mit der scharfen, rauen Seite [von etwas] auf etwas reiben, scheuern und ein entsprechendes Geräusch von sich geben
    4. mit etwas Spitzem, Scharfem, Rauem, besonders mit Nägeln oder Krallen, an oder auf etwas reiben, scheuern [und ein entsprechendes Geräusch verursachen]
    5. (Spinnerei) mit der Kratze in einzelne Fasern auflösen
  1. wegen eines Juckreizes [leicht] kratzen, an einer Körperstelle reiben, scheuern
    1. aufgrund seiner rauen o. ä. Beschaffenheit bei jemandem eine Art Juckreiz verursachen
    2. aufgrund seiner Beschaffenheit, seiner [schlechteren] Qualität eine Empfindung von Wundsein, Brennen im Rachen hervorrufen
  2. durch Scharren, Ritzen, Kratzen in, auf etwas erzeugen
    1. schabend, scheuernd entfernen
    2. schabend, sparsam streichend an, auf eine bestimmte Stelle bringen
  3. (landschaftlich) durch Wegnehmen, Ansichnehmen beschaffen; stehlen
  4. (umgangssprachlich) etwas antasten

Synonyme zu kratzen

Aussprache

Betonung: krạtzen
Lautschrift: [ˈkratsn̩] 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch kratzen, althochdeutsch chrazzōn, Herkunft ungeklärt

Grammatik

schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich kratzeich kratze 
 du kratztdu kratzest kratz, kratze!
 er/sie/es kratzter/sie/es kratze 
Pluralwir kratzenwir kratzen 
 ihr kratztihr kratzet
 sie kratzensie kratzen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich kratzteich kratzte
 du kratztestdu kratztest
 er/sie/es kratzteer/sie/es kratzte
Pluralwir kratztenwir kratzten
 ihr kratztetihr kratztet
 sie kratztensie kratzten
Partizip I kratzend
Partizip II gekratzt
Infinitiv mit zu zu kratzen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. mit etwas Spitzem, Scharfem, Rauem, besonders mit Nägeln oder Krallen, ritzen oder schaben

      Beispiele

      • jemanden im Gesicht kratzen
      • die Katze hat ihn gekratzt
      • <in übertragener Bedeutung>: sich den Bart kratzen (umgangssprachlich scherzhaft; sich rasieren)
    2. die Nägel oder Krallen gebrauchen

      Beispiele

      • Vorsicht, die Katze kratzt
      • das Mädchen wehrte sich, kratzte und biss

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      zu kratzen haben (umgangssprachlich: sich einschränken und sich abplagen müssen, um etwas, besonders die Mittel für den Lebensunterhalt, zu beschaffen: sie hatte ihr ganzes Leben lang hart zu kratzen)
    3. mit der Spitze, mit der scharfen, rauen Seite [von etwas] auf etwas reiben, scheuern und ein entsprechendes Geräusch von sich geben

      Beispiel

      ein altes Gerät, bei dem die Nadel auf der Schallplatte kratzte
    4. mit etwas Spitzem, Scharfem, Rauem, besonders mit Nägeln oder Krallen, an oder auf etwas reiben, scheuern [und ein entsprechendes Geräusch verursachen]

      Beispiele

      • der Hund kratzte an der Tür und wollte herein
      • mit dem Messer [im Topf] kratzen
      • etwas blank kratzen (so kratzen, dass es blank wird)
      • er kratzt (scherzhaft; spielt dilettantisch [mit entsprechend falscher, rauer o. ä. Tongebung]) auf seiner Geige
    5. mit der Kratze in einzelne Fasern auflösen

      Gebrauch

      Spinnerei

      Beispiel

      Wolle kratzen
  1. wegen eines Juckreizes [leicht] kratzen (1a), an einer Körperstelle reiben, scheuern

    Beispiele

    • kratz mich bitte mal [auf dem Rücken]!
    • sich hinter dem Ohr, sich den Kopf kratzen
    • sich blutig, wund kratzen (sich an einer Körperstelle kratzen, bis sie blutig, wund ist)
    • <in übertragener Bedeutung>: (landschaftlich) das Lob hat ihn mächtig gekratzt (hat ihm wohlgetan)
    1. aufgrund seiner rauen o. ä. Beschaffenheit bei jemandem eine Art Juckreiz verursachen

      Beispiele

      • der neue Pullover kratzt fürchterlich [auf der Haut]
      • <in übertragener Bedeutung>: das kratzt (umgangssprachlich; stört, beunruhigt) ihn wenig, nicht
    2. aufgrund seiner Beschaffenheit, seiner [schlechteren] Qualität eine Empfindung von Wundsein, Brennen im Rachen hervorrufen

      Beispiele

      • der Wein kratzt [im Hals]
      • der Tabak, Rauch kratzt in der Kehle
      • <unpersönlich>: ich glaube, ich bin erkältet, es kratzt [mir/mich] im Hals
  2. durch Scharren, Ritzen, Kratzen (1a) in, auf etwas erzeugen

    Beispiel

    seinen Namen, ein Zeichen in die Wand kratzen (einritzen)
    1. schabend, scheuernd entfernen

      Beispiele

      • das Eis von der Scheibe kratzen
      • die Reste aus der Schüssel kratzen
    2. schabend, sparsam streichend an, auf eine bestimmte Stelle bringen

      Beispiel

      die Butter aufs Brot kratzen
  3. durch Wegnehmen, Ansichnehmen beschaffen; stehlen

    Gebrauch

    landschaftlich

  4. etwas antasten (3)

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiel

    an jemandes Image kratzen

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