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Rol­le, die

Wortart: Substantiv, feminin
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: Rol|le

Bedeutungsübersicht

    1. etwas Walzenförmiges, zu einer Walze (länglich mit rundem Querschnitt) Zusammengerolltes oder -gewickeltes
    2. Kugel, Walze, Rad, [mit einer Rille versehene] Scheibe, worauf etwas rollt oder gleitet
  1. (landschaftlich) Mangel
    1. (Turnen) Übung (am Boden, Barren, Schwebebalken o. Ä.), bei der der Körper vor- oder rückwärts um die eigene Querachse gedreht wird
    2. (Kunstfliegen) Figur, bei der sich das Flugzeug um seine Längsachse dreht
  2. (Radsport) leicht drehbare, hinten am Motorrad des Schrittmachers an einem Gestell befestigte Walze, die dem Radfahrer dichtes Mitfahren im Windschatten ermöglicht
    1. von einem Schauspieler zu verkörpernde Gestalt
    2. Stellung, [erwartetes] Verhalten innerhalb der Gesellschaft

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu Rolle

Aussprache

Betonung: Rọlle🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch rolle, rulle, ursprünglich = kleines Rad, kleine Scheibe oder Walze (in der Kanzleisprache = zusammengerolltes Schriftstück) < altfranzösisch ro(l)le (= französisch rôle) = Rolle, Liste, Register < (spät)lateinisch rotulus, rotula = Rädchen; Rolle, Walze, Verkleinerungsform von: rota = Rad, Scheibe

Grammatik

 SingularPlural
Nominativdie Rolledie Rollen
Genitivder Rolleder Rollen
Dativder Rolleden Rollen
Akkusativdie Rolledie Rollen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. Rolle - Mehrere Rollen Garn
      Mehrere Rollen Garn - © CORBIS/Royalty-Free
      etwas Walzenförmiges, zu einer Walze (länglich mit rundem Querschnitt) Zusammengerolltes oder -gewickeltes

      Beispiele

      • eine Rolle Toilettenpapier, Raufasertapete, Garn, Drops
      • eine Rolle verzinkter Draht/(gehoben:) verzinkten Drahtes
      • das Geld wird in Rollen verpackt
      • den Faden von der Rolle abspulen
    2. Rolle - Flaschenzug mit Rollen
      Flaschenzug mit Rollen - © Bibliographisches Institut, Berlin
      Kugel, Walze, Rad, [mit einer Rille versehene] Scheibe, worauf etwas rollt oder gleitet

      Beispiele

      • ein Fernsehtisch, Teewagen auf Rollen
      • das Seil des Flaschenzugs läuft über Rollen
  1. Mangel

    Gebrauch

    landschaftlich

    Beispiel

    die Wäsche in die, zur Rolle geben

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    jemanden durch die Rolle drehen (Mangel)
    1. Übung (am Boden, Barren, Schwebebalken o. Ä.), bei der der Körper vor- oder rückwärts um die eigene Querachse gedreht wird

      Gebrauch

      Turnen

      Beispiel

      eine Rolle [vorwärts, rückwärts] machen, ausführen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      eine Rolle rückwärts machen (umgangssprachlich: plötzlich eine andere Meinung vertreten, von einem Vorhaben abrücken)
    2. Figur, bei der sich das Flugzeug um seine Längsachse dreht

      Gebrauch

      Kunstfliegen

      Beispiel

      eine Rolle fliegen
  2. leicht drehbare, hinten am Motorrad des Schrittmachers an einem Gestell befestigte Walze, die dem Radfahrer dichtes Mitfahren im Windschatten ermöglicht

    Gebrauch

    Radsport

    Beispiel

    an der Rolle fahren

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • von der Rolle sein, kommen (umgangssprachlich: nicht mehr mithalten können, den Anschluss verlieren)
    • jemanden von der Rolle bringen (umgangssprachlich: dafür sorgen, dass jemand nicht mehr mithalten kann)
    1. von einem Schauspieler zu verkörpernde Gestalt

      Herkunft

      nach dem ursprünglich auf Schriftrollen aufgezeichneten Probentext

      Beispiele

      • eine wichtige, tragende, unbedeutende, kleine Rolle
      • die Rolle der Julia ist ihr auf den Leib geschrieben
      • diese Rolle ist falsch besetzt worden
      • er hat in dem Film eine Rolle als Detektiv
      • seine Rolle gut, schlecht spielen
      • sie hat ihre Rolle (den Rollentext) schlecht gelernt
      • ein Stück mit verteilten Rollen lesen
      • <in übertragener Bedeutung>: wir begnügen uns mit der Rolle des Zuschauers
    2. Stellung, [erwartetes] Verhalten innerhalb der Gesellschaft

      Beispiele

      • anerzogene Rollen
      • die soziale Rolle
      • die Rolle der Frau in Vergangenheit und Gegenwart
      • die führende Rolle der Partei
      • die Rollen in der Gesellschaft vertauschen
      • er fühlte sich seiner Rolle als Vermittler nicht mehr gewachsen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • [gern] eine Rolle spielen mögen/wollen (großes Geltungsbedürfnis haben)
      • bei etwas eine Rolle spielen (an einer Sache in bestimmter Weise teilhaben, mitwirken)
      • [k]eine Rolle [für jemanden, etwas/bei jemandem, einer Sache] spielen ([nicht] wichtig, [un]wesentlich [für jemanden, etwas] sein: das spielt doch keine Rolle!; die größte Rolle spielt für ihn, was die anderen dazu sagen; Geld spielt [bei ihr, dabei] keine Rolle)
      • seine Rolle ausgespielt haben (seine Stellung, sein Ansehen verlieren)
      • aus der Rolle fallen (sich unpassend, ungehörig benehmen; vor anderen etwas sagen oder tun, was Missfallen erregt, weil es nicht dem erwarteten Verhalten entspricht; ursprünglich von einem Schauspieler, der die entsprechende Stelle in seiner Textrolle nicht findet)
      • sich in seine Rolle finden (gehoben: sich mit seiner Lage und Stellung abfinden, mit den gegebenen Verhältnissen fertigwerden)
      • sich in seiner Rolle gefallen (gehoben: sich auf seine Stellung und seinen Einfluss etwas einbilden)
      • sich in jemandes Rolle versetzen [können] (sich in jemandes Lage hineindenken [können])

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