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Him­mel, der

Wortart: Substantiv, maskulin
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Him|mel
Beispiel: um [des] Himmels willen

Bedeutungsübersicht

  1. scheinbar über dem Horizont liegendes, halbkugelähnliches Gewölbe (an dem die Gestirne erscheinen)
    1. der Hölle oder der Erde als dem Diesseits gegenübergestellter Aufenthalt Gottes (der Engel und der Seligen)
    2. (verhüllend) Gott, Schicksal, Vorsehung
  2. [fest angebrachte] zum Teil hinten und an den Seiten heruntergezogene Überdachung aus Stoff, Leder o. Ä.; Baldachin
  3. (Kfz-Technik) innere Bespannung des Verdecks im Auto

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Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu Himmel

Antonyme zu Himmel

Hölle

Aussprache

Betonung: Hịmmel🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch himel, althochdeutsch himil, vielleicht ursprünglich = Decke, Hülle (dann verwandt mit Hemd) oder ursprünglich = Stein (nach der alten Vorstellung des Himmels als Steingewölbe), dann verwandt mit Hammer

Grammatik

 SingularPlural
Nominativder Himmeldie Himmel
Genitivdes Himmelsder Himmel
Dativdem Himmelden Himmeln
Akkusativden Himmeldie Himmel

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. Himmel - Bewölkter Himmel
    Bewölkter Himmel - © MEV Verlag, Augsburg
    scheinbar über dem Horizont liegendes, halbkugelähnliches Gewölbe (an dem die Gestirne erscheinen)

    Beispiele

    • ein blauer, wolkenloser, bewölkter Himmel
    • der Himmel ist bedeckt, (gehoben:) verhangen
    • der Himmel klärt sich auf, bezieht sich
    • (umgangssprachlich) eher stürzt der Himmel ein, als dass er kommt (es ist vollkommen ausgeschlossen, dass er kommt)
    • so weit der Himmel reicht (so weit man sehen kann, überall)
    • die Sonne steht hoch am Himmel
    • den Blick gen Himmel (gehoben; zum Himmel) richten
    • in den Himmel ragen
    • unter [Gottes] freiem Himmel (im Freien) übernachten
    • ein Flugzeug vom Himmel holen (salopp; abschießen)
    • zwischen Himmel und Erde (frei in der Luft) schweben
    • <in übertragener Bedeutung>: (gehoben) der Himmel hat seine Schleusen geöffnet, (auch:) die Schleusen des Himmels haben sich geöffnet (es regnet in Strömen)
    • <in übertragener Bedeutung>: unter griechischem Himmel, unter dem Himmel Griechenlands (dichterisch; in Griechenland), unter südlichem Himmel (im Süden) leben

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • Himmel und Erde (Gericht aus Kartoffel- und Apfelpüree mit gebratener Blut- und Leberwurst; nach den Kartoffeln in der »Erde« und den Äpfeln im »Himmel«)
    • aus heiterem Himmel (umgangssprachlich: [in Bezug auf unerfreuliche, plötzliche, nicht vorauszusehende Veränderungen] ganz wider Erwarten)
    • jemanden, etwas in den Himmel heben (umgangssprachlich: jemanden, etwas übermäßig loben)
    • nicht [einfach] vom Himmel fallen (seine Vorbedingungen haben; etwas tun müssen für das Zustandekommen von etwas: Fortschritte fallen nicht einfach vom Himmel)
    1. der Hölle oder der Erde als dem Diesseits gegenübergestellter Aufenthalt Gottes (der Engel und der Seligen)

      Beispiele

      • (gehoben) sie gelobte sich dem Himmel an (wurde Nonne)
      • (besonders christliche Religion) in den Himmel kommen (nach dem Tode nicht verdammt werden, sondern die Seligkeit erlangen)
      • (verhüllend besonders im Gespräch mit Kindern) im Himmel sein (tot sein)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • Himmel und Hölle (1. Kinderspiel, bei dem jeder Teilnehmer auf einem Bein durch eine am Boden aufgezeichnete Figur aus Vierecken [und darüber gezeichnetem Halbkreis] hüpfen muss [von der zwei Felder oft als »Himmel« und als »Hölle« bezeichnet werden]. 2. Faltspiel für Kinder mit einem Stück Papier, das so gefaltet wird, dass die gefaltete Figur nach zwei Seiten geöffnet werden kann und dem Ratenden je nach seiner Entscheidung Himmel oder Hölle zeigt.)
      • jemandem/für jemanden hängt der Himmel voller Geigen (gehoben: jemand ist schwärmerisch glücklich und blickt froh in die Zukunft; wahrscheinlich nach Gemälden der späten Gotik oder der Frührenaissance, auf denen der Himmel mit musizierenden Engeln belebt dargestellt ist)
      • Himmel und Hölle/Erde in Bewegung setzen (alles versuchen [andere zu aktivieren], um etwas zu ermöglichen)
      • den Himmel auf Erden haben (gehoben: es sehr gut haben)
      • jemandem den Himmel [auf Erden] versprechen (emotional: jemandem das angenehmste Leben versprechen)
      • aus allen Himmeln fallen, stürzen, gerissen werden (tief enttäuscht, ernüchtert, desillusioniert werden; nach Jesaja 14, 12)
      • im sieb[en]ten Himmel sein, schweben; sich [wie] im sieb[en]ten Himmel fühlen (umgangssprachlich: voll Überschwang, über die Maßen glücklich sein; nach der aus jüdischen Tradition stammenden Vorstellung, dass der siebte und oberste Himmel der Sitz Gottes sei)
      • zum Himmel schreien ([durch sein Ausmaß] ein empörendes Unrecht sein; nach 1. Mose 4, 10)
      • zum Himmel stinken (salopp: [durch sein Übermaß] abscheuerregend, skandalös sein)
    2. Gott, Schicksal, Vorsehung

      Gebrauch

      verhüllend

      Beispiele

      • der Himmel bewahre, behüte uns davor!
      • dem Himmel sei Dank [dafür]!
      • etwas als ein Zeichen, eine Fügung des Himmels betrachten

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • gerechter/gütiger/[ach] du lieber Himmel! (umgangssprachlich: Ausruf der Verwunderung, Bestürzung, des Bedauerns o. Ä.)
      • weiß der Himmel! (umgangssprachlich: Ausruf der Bestätigung, Bekräftigung)
      • [das] weiß der [liebe] Himmel, mag der [liebe] Himmel wissen (umgangssprachlich: da bin ich ratlos; wer soll das wissen; das ist vollkommen unbekannt, unklar)
      • um [des] Himmels willen! (1. Ausruf des Erschreckens, der Abwehr. 2. Ausdruck einer inständigen Bitte.)
      • Himmel noch ein! (umgangssprachlich: Fluch)
      • Himmel noch [ein]mal! (umgangssprachlich: Fluch)
      • Himmel, Herrgott, Sakrament! (umgangssprachlich: Fluch)
      • Himmel, Arsch und Zwirn/Wolkenbruch! (derb: Fluch)
      • Himmel, Sack [Zement]! (salopp: Fluch)
      • Himmel, Kreuz, Donnerwetter! (salopp: Fluch)
  2. [fest angebrachte] zum Teil hinten und an den Seiten heruntergezogene Überdachung aus Stoff, Leder o. Ä.; Baldachin

    Beispiel

    ein Thron mit einem kostbaren Himmel
  3. innere Bespannung des Verdecks im Auto

    Gebrauch

    Kfz-Technik

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