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ver­wei­sen

Wortart: starkes Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: ver|wei|sen
Beispiel: sie hat dem Jungen seine Frechheit verwiesen

Bedeutungsübersicht

    1. (gehoben) zum Vorwurf machen; vorhalten
    2. (gehoben) verbieten
    3. (gehoben) tadeln
  1. auf etwas hinweisen, aufmerksam machen
    1. veranlassen, sich an eine bestimmte andere Person oder Stelle zu wenden
    2. (Rechtssprache) übergeben, überweisen
    1. jemandem den weiteren Aufenthalt, das Verbleiben an einem bestimmten Ort verbieten; hinausweisen
    2. auffordern, anweisen, sich an einen bestimmten Ort zu begeben
  2. in »jemanden auf die Plätze verweisen« und anderen Wendungen, Redensarten oder Sprichwörtern
  3. (veraltend) zu einem bestimmten Verhalten auffordern

Synonyme zu verweisen

Aussprache

Betonung: verweisen 🔉

Grammatik

starkes Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich verweiseich verweise 
 du verweistdu verweisest verweis, verweise!
 er/sie/es verweister/sie/es verweise 
Pluralwir verweisenwir verweisen 
 ihr verweistihr verweiset
 sie verweisensie verweisen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich verwiesich verwiese
 du verwiesestdu verwiesest
 er/sie/es verwieser/sie/es verwiese
Pluralwir verwiesenwir verwiesen
 ihr verwiestihr verwieset
 sie verwiesensie verwiesen
Partizip I verweisend
Partizip II verwiesen
Infinitiv mit zu zu verweisen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. zum Vorwurf machen; vorhalten

      Herkunft

      mittelhochdeutsch verwīʒen, althochdeutsch farwīʒan, zu mittelhochdeutsch wīʒen, althochdeutsch wīʒan = strafen, peinigen, verwandt mit wissen und eigentlich = eine Schuld wahrnehmen, ein Vergehen bemerken

      Gebrauch

      gehoben

      Beispiel

      die Mutter verwies der Tochter die vorlauten Worte
    2. verbieten

      Herkunft

      mittelhochdeutsch verwīʒen, althochdeutsch farwīʒan, zu mittelhochdeutsch wīʒen, althochdeutsch wīʒan = strafen, peinigen, verwandt mit wissen und eigentlich = eine Schuld wahrnehmen, ein Vergehen bemerken

      Gebrauch

      gehoben

      Beispiel

      jemandem seine Verhaltensweise verweisen
    3. tadeln

      Herkunft

      mittelhochdeutsch verwīʒen, althochdeutsch farwīʒan, zu mittelhochdeutsch wīʒen, althochdeutsch wīʒan = strafen, peinigen, verwandt mit wissen und eigentlich = eine Schuld wahrnehmen, ein Vergehen bemerken

      Gebrauch

      gehoben

      Beispiele

      • jemanden mild verweisen
      • sie verweist die Kinder, wenn sie nicht hören
      • ein verweisender Blick
  1. auf etwas hinweisen, aufmerksam machen

    Herkunft

    mittelhochdeutsch verwīsen, zu: wīsen, weisen; mit verweisen (1) seit dem 15. Jahrhundert formal zusammengefallen

    Beispiele

    • jemanden auf die gesetzlichen Bestimmungen, auf die Vorschriften verweisen
    • ein Hinweisschild verweist auf die Einfahrt
    1. veranlassen, sich an eine bestimmte andere Person oder Stelle zu wenden

      Herkunft

      verweisen (2)

      Beispiele

      • jemanden an die Sekretärin verweisen
      • der Kunde wurde an die Geschäftsführerin verwiesen
    2. übergeben, überweisen

      Herkunft

      verweisen (2)

      Gebrauch

      Rechtssprache

      Beispiel

      einen Rechtsfall an die zuständige Instanz verweisen
    1. jemandem den weiteren Aufenthalt, das Verbleiben an einem bestimmten Ort verbieten; hinausweisen (1)

      Herkunft

      verweisen (2)

      Beispiele

      • jemanden des Landes verweisen
      • er wurde aus dem Saal, von der Schule verwiesen
      • (Ballspiele) der Spieler wurde nach einer Tätlichkeit des Platzes/vom Platz verwiesen (bekam einen Platzverweis)
    2. auffordern, anweisen, sich an einen bestimmten Ort zu begeben

      Herkunft

      verweisen (2)

      Beispiel

      einen Schüler in die Ecke verweisen
  2. Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • jemanden auf die Plätze verweisen (Platz 7)
    • jemanden auf den zweiten, dritten usw. Platz verweisen (Platz 7)
  3. zu einem bestimmten Verhalten auffordern

    Herkunft

    verweisen (2)

    Gebrauch

    veraltend

    Beispiel

    jemanden zur Ruhe, zur Ordnung verweisen

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