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tot

Wortart: Adjektiv
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: tot
Kleinschreibung  [Regel 89]:
  • der tote Punkt; ein totes Gleis; im toten Winkel
  • toter Mann (Bergmannssprache abgebaute Teile einer Grube)
  • toter Briefkasten (Agentenversteck für Mitteilungen u. a.)
Großschreibung:
  •  Regel 72: etwas Starres und Totes
  • der, die Tote
  •  Regel 140: das Tote Gebirge (in Österreich), das Tote Meer
  •  Regel 150: die Tote Hand (öffentlich-rechtliche Körperschaft oder Stiftung, besonders Kirche, Klöster, im Hinblick auf ihr nicht veräußerbares oder vererbbares Vermögen)
Getrenntschreibung:
  • tot sein; tot scheinen; sich tot stellen; tot umfallen
Getrennt- oder Zusammenschreibung  [Regel 58]:
  • ein tot geborenes oder totgeborenes Kind
  • ein tot geglaubter oder totgeglaubter Soldat
Vgl. aber totarbeiten, totfahren usw.

Bedeutungsübersicht

    1. in einem Zustand, in dem die Lebensfunktionen erloschen sind; nicht mehr lebend, ohne Leben
    2. als Mensch, Lebewesen nicht mehr existierend; gestorben
    3. organisch nicht mehr belebt, abgestorben
    4. sich als Körper nicht aus sich heraus entwickeln könnend; anorganisch
    1. keine [natürliche] Frische und Lebendigkeit aufweisend
    2. ohne Anzeichen, Spuren von Leben, Bewegung; leb-, bewegungslos; ausgestorben, unbelebt
    3. (für den Verkehr o. Ä.) nicht nutzbar, nicht genutzt
    4. nicht mehr brauchbar, erledigt, am Ende; ausgedient habend, nicht mehr zur Diskussion stehend

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Synonyme zu tot

Aussprache

Betonung: tot 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch, althochdeutsch tōt, ursprünglich Partizip zu einem germanischen Verb mit der Bedeutung „sterben“, also eigentlich  = gestorben

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. in einem Zustand, in dem die Lebensfunktionen erloschen sind; nicht mehr lebend, ohne Leben

      Beispiele

      • tote Soldaten
      • ein totes Tier
      • der Käfer stellte sich tot (gab durch regungsloses Verharren vor, tot zu sein)
      • (salopp) (als übertreibende Drohung) wenn du das tust, bist du ein toter Mann!
      • sofort, auf der Stelle tot sein
      • sie lag [wie] tot im Bett
      • ein tot geborenes Baby
      • der tot geglaubte Ehemann
      • er konnte nur noch tot geborgen werden
      • tot umfallen, zusammenbrechen
      • klinisch tot sein
      • <in übertragener Bedeutung>: die Leitung [des Telefons] ist tot (funktioniert nicht [mehr], ist unterbrochen)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • mehr tot als lebendig [sein] (am Ende seiner Kräfte, völlig erschöpft, übel zugerichtet [sein])
      • halb tot vor Angst, Furcht, Schrecken o. Ä. sein (umgangssprachlich: vor Angst, Furcht, Schrecken o. Ä. völlig gelähmt, nicht mehr [re]aktionsfähig sein)
      • lieber tot als rot (abwertend: es ist besser, tot zu sein, als in einer kommunistischen Gesellschaft zu leben)
    2. als Mensch, Lebewesen nicht mehr existierend; gestorben

      Beispiele

      • als tot gelten
      • den Vermissten für tot erklären [lassen]
      • <in übertragener Bedeutung>: ihre Liebe war tot
      • <in übertragener Bedeutung>: für mich ist dieser Kerl tot (ich beachte, kenne ihn nicht mehr)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      tot und begraben (umgangssprachlich: längst in Vergessenheit geraten)
    3. organisch nicht mehr belebt, abgestorben

      Beispiele

      • ein toter Baum
      • totes Gewebe
      • ein totes Gewässer
      • <in übertragener Bedeutung>: eine tote (nicht mehr gesprochene) Sprache
      • <in übertragener Bedeutung>: totes (nicht anwendbares, nicht produktiv nutzbares) Wissen
    4. sich als Körper nicht aus sich heraus entwickeln könnend; anorganisch

      Beispiele

      • tote Materie
      • die tote Natur
      • totes Gestein (1. Fels. 2. Bergbau; Schichten ohne Kohle oder Erzgehalt)
    1. keine [natürliche] Frische und Lebendigkeit aufweisend

      Beispiele

      • mit toten Augen ins Leere blicken
      • ein totes Grau
    2. ohne Anzeichen, Spuren von Leben, Bewegung; leb-, bewegungslos; ausgestorben, unbelebt

      Beispiele

      • tot und grau lag das Meer vor uns
      • die Gegend wirkt tot
      • <in übertragener Bedeutung>: er war geistig tot
    3. (für den Verkehr o. Ä.) nicht nutzbar, nicht genutzt

      Beispiele

      • der tote Arm eines Flusses
      • ein totes Gleis
      • die Strecke ist tot (stillgelegt)
      • totes Kapital (Kapital, das keinen Ertrag abwirft)
    4. nicht mehr brauchbar, erledigt, am Ende; ausgedient habend, nicht mehr zur Diskussion stehend

      Beispiel

      die geplante neue Umgehungsstraße ist heute politisch tot

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