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ru­hen

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: ru|hen
  • ruht! (österreichisch für rührt euch!)
Schreibung in Verbindung mit Verben:
  • man soll die Toten ruhen lassen
  • ein Verfahren ruhen lassen oder ruhenlassen
  • die Angelegenheit wird ihn nicht ruhen lassen oder ruhenlassen
  • wir wollen sie ein wenig ruhen lassen
  • sie hat dort nicht ruhen können, nicht ruhen wollen

Bedeutungsübersicht

    1. irgendwo ruhig sitzen, liegen [und sich entspannen]; sich durch Nichtstun erholen
    2. (gehoben) schlafen
  1. [vorübergehend] zum Stillstand gekommen sein, nicht in Funktion, Tätigkeit, Betrieb sein
    1. auf etwas, was als Stütze, Unterbau o. Ä. dient, fest liegen, stehen; von etwas gestützt, getragen werden
    2. [für eine Weile] ruhig irgendwo liegen, sich irgendwo befinden

Synonyme zu ruhen

Aussprache

Betonung: ruhen 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch ruo(we)n, althochdeutsch ruowēn

Grammatik

schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. irgendwo ruhig (1) sitzen, liegen [und sich entspannen]; sich durch Nichtstun erholen

      Beispiele

      • nach der Arbeit ein wenig ruhen
      • die Großmutter ruhte eine Stunde auf dem Sofa, im Lehnstuhl
      • <unpersönlich>: hier lässt es sich/lässt sichs gut ruhen (das ist ein hübscher Ruheplatz)
      • er ruht nicht eher (gönnt sich keine Ruhe, lässt in seinen Anstrengungen nicht nach), bis er sein Ziel erreicht hat
      • (österreichisches Militär) ruht! (rührt euch!)
      • ruhn! (rührt euch!)
      • <in übertragener Bedeutung>: (gehoben) in fremder Erde ruhen (in einem fremden Land begraben sein)
      • <in übertragener Bedeutung>: hier ruht [in Gott] …
      • <in übertragener Bedeutung>: ruhe sanft!/in Frieden! (Grabinschriften);

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • nicht ruhen und [nicht] rasten (rastlos, unermüdlich tätig sein; in seinen Bemühungen, Anstrengungen nicht nachlassen: sie wollte nicht ruhen und nicht rasten, bis sie ihre Idee verwirklicht hatte)
      • nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun
    2. schlafen

      Gebrauch

      gehoben

      Beispiele

      • ich wünsche, gut zu ruhen
      • ich wünsche, wohl geruht zu haben
  1. [vorübergehend] zum Stillstand gekommen sein, nicht in Funktion, Tätigkeit, Betrieb sein

    Beispiele

    • der Betrieb, die Produktion ruht
    • am Wochenende, während des Streiks ruht die Arbeit (wird nicht gearbeitet)
    • der Acker ruht (wird zeitweise nicht bebaut)
    • an Feiertagen ruht der Verkehr in der Stadt fast völlig (gibt es kaum Straßenverkehr)
    • (gehoben) die Waffen ruhen (es wird [vorübergehend] nicht gekämpft)
    • das Arbeitsverhältnis, die Mitgliedschaft ruht (ist vorübergehend nicht wirksam)
    • man hatte den Fall vorerst ruhen lassen/(seltener:) gelassen (ihn vorerst nicht bearbeitet)
    • eine Frage, ein Problem ruhen lassen
    1. auf etwas, was als Stütze, Unterbau o. Ä. dient, fest liegen, stehen; von etwas gestützt, getragen werden

      Beispiele

      • das Gewölbe ruht auf mächtigen Pfeilern
      • <in übertragener Bedeutung>: (gehoben) die ganze Verantwortung, Last ruht auf ihren Schultern
    2. [für eine Weile] ruhig (1) irgendwo liegen, sich irgendwo befinden

      Beispiele

      • ihre Hände ruhten in ihrem Schoß
      • ihr Kopf ruhte an seiner Schulter
      • <in übertragener Bedeutung>: ihre Augen ruhten (verweilten) nachdenklich auf dem Bild
      • <in übertragener Bedeutung>: seine Blicke ruhten prüfend, freundlich, wohlgefällig auf seinen Kindern
      • <in übertragener Bedeutung>: sie ruht fest in ihrem Glauben (ist in ihrem Glauben geborgen)
      • <in übertragener Bedeutung>: sie ruht [ganz] in sich selbst (sie ist ein seelisch ausgeglichener, harmonischer Mensch)

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