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Re­a­lis­mus, der

Wortart: Substantiv, maskulin
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: Re|a|lis|mus

Bedeutungsübersicht

    1. Wirklichkeitssinn
    2. (selten) ungeschminkte Wirklichkeit; Realität
    1. mit der Wirklichkeit übereinstimmende, die Wirklichkeit nachahmende künstlerische Darstellung[sweise] in Literatur und bildender Kunst
    2. Stilrichtung in Literatur und bildender Kunst, die sich des Realismus, der wirklichkeitsgetreuen Darstellung bedient
    3. Periode des Realismus, besonders die der europäischen Literatur in der Zeit zwischen 1830 und 1880
  1. (Philosophie) Denkrichtung, nach der eine unabhängig vom Bewusstsein existierende Wirklichkeit angenommen wird, zu deren Erkenntnis man durch Wahrnehmung und Denken kommt

Aussprache

Betonung: Realịsmus
Lautschrift: [reaˈlɪsmʊs]

Grammatik

der Realismus; Genitiv: des Realismus, Plural: die Realismen
 Singular
Nominativder Realismus
Genitivdes Realismus
Dativdem Realismus
Akkusativden Realismus

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. Wirklichkeitssinn

      Grammatik

      ohne Plural
    2. ungeschminkte Wirklichkeit; Realität

      Grammatik

      ohne Plural

      Gebrauch

      selten

      Beispiel

      der Realismus des Alltagslebens
    1. mit der Wirklichkeit übereinstimmende, die Wirklichkeit nachahmende künstlerische Darstellung[sweise] in Literatur und bildender Kunst
    2. Stilrichtung in Literatur und bildender Kunst, die sich des Realismus (2a), der wirklichkeitsgetreuen Darstellung bedient

      Grammatik

      ohne Plural

      Beispiele

      • sozialistischer Realismus (in der Kunst der sozialistischen Staaten die wahrheitsgetreue historisch-konkrete Darstellung der Wirklichkeit in ihrer revolutionären Entwicklung, verbunden mit der Aufgabe der ideologischen Erziehung der Werktätigen im Geiste des Sozialismus)
      • fantastischer Realismus (Mitte der 1950er-Jahre aufgekommene Richtung der Malerei, die, vertreten besonders durch die Wiener Schule, die Realität vor allem durch fantastische Gestalten u. Ä. verfremdet)
    3. Periode des Realismus (2b), besonders die der europäischen Literatur in der Zeit zwischen 1830 und 1880
  1. Denkrichtung, nach der eine unabhängig vom Bewusstsein existierende Wirklichkeit angenommen wird, zu deren Erkenntnis man durch Wahrnehmung und Denken kommt

    Grammatik

    ohne Plural

    Gebrauch

    Philosophie

    Beispiele

    • naiver Realismus (Philosophie; Auffassung, nach der die Außenwelt so besteht, wie sie wahrgenommen wird)
    • kritischer Realismus (Philosophie; Auffassung, nach der die Beziehung Erkenntnis – Wirklichkeit als problematisch gilt, da Gegenstände immer nur über ihre vorstellungsmäßigen Abbilder gegeben sind)

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