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ver­tra­gen

Wortart: starkes Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: ver|tra|gen

Bedeutungsübersicht

    1. widerstandsfähig genug sein, um bestimmte äußere Einflüsse, Einwirkungen o. Ä. physisch, psychisch zu ertragen, auszuhalten, ohne Schaden zu nehmen
    2. etwas durch die körperliche Konstitution bedingt problemlos zu sich nehmen oder einnehmen können
    3. (umgangssprachlich) leiden können; ohne Verärgerung, Kränkung, Widerspruch ertragen, hinnehmen
  1. ohne Streit, in Eintracht mit jemandem leben; mit jemandem auskommen
  2. (landschaftlich) abtragen
  3. (schweizerisch) (Zeitungen o. Ä.) austragen

Synonyme zu vertragen

Aussprache

Betonung: vertragen
Lautschrift: [fɛɐ̯ˈtraːɡn̩] 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch vertragen, althochdeutsch fartragan = ertragen

Grammatik

starkes Verb; Perfektbildung mit »hat«

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. widerstandsfähig genug sein, um bestimmte äußere Einflüsse, Einwirkungen o. Ä. physisch, psychisch zu ertragen, auszuhalten, ohne Schaden zu nehmen

      Beispiele

      • die Pflanze verträgt keinen Zug, kann [keine] Sonne vertragen
      • das Klima [nicht] gut vertragen
      • Rauch, Lärm, Aufregungen schlecht vertragen
    2. etwas durch die körperliche Konstitution bedingt problemlos zu sich nehmen oder einnehmen können

      Beispiele

      • keinen Kaffee, Alkohol vertragen
      • er kann eine Menge vertragen (umgangssprachlich; viel Alkohol trinken, ohne dass er betrunken wird)
      • das Essen, fette Sachen vertragen (unbeschadet essen können)
      • ein Medikament gut, schlecht vertragen
      • ihr Magen verträgt alles (ist unempfindlich)
      • <in übertragener Bedeutung>: ich könnte jetzt einen Schnaps vertragen (umgangssprachlich; hätte ihn nötig, würde ihn gern trinken)
    3. leiden können; ohne Verärgerung, Kränkung, Widerspruch ertragen, hinnehmen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • [keine] Kritik, [keinen] Spaß vertragen
      • <in übertragener Bedeutung>: die Sache verträgt keinen Aufschub (gehoben; darf nicht aufgeschoben werden)
  1. ohne Streit, in Eintracht mit jemandem leben; mit jemandem auskommen

    Grammatik

    sich vertragen

    Beispiele

    • sich [miteinander] vertragen
    • ich vertrage mich gut mit ihr
    • die beiden vertragen sich wieder (umgangssprachlich; sind wieder einig)
    • <in übertragener Bedeutung>: die beiden Farben vertragen sich nicht (umgangssprachlich; passen nicht zusammen)
    • <in übertragener Bedeutung>: sein Verhalten verträgt sich nicht mit seiner gesellschaftlichen Stellung (ist nicht damit vereinbar)
  2. abtragen (3)

    Gebrauch

    landschaftlich

    Beispiel

    ein Kleidungsstück schnell vertragen
  3. (Zeitungen o. Ä.) austragen

    Gebrauch

    schweizerisch

    Beispiel

    Zeitungen vertragen

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