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lei­den

Wortart: unregelmäßiges Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: lei|den
Beispiele: du littst; du littest; gelitten; leid[e]!; Not leiden

Bedeutungsübersicht

    1. einen Zustand von schwerer Krankheit, Schmerzen, seelischem Leiden o. Ä. auszuhalten, zu ertragen, zu erdulden haben
    2. (an einer bestimmten Krankheit, einem bestimmten Leiden) erkrankt sein
    3. (durch etwas, jemanden) körperlich oder seelisch stark beeinträchtigt werden; (etwas, jemanden) als schwer erträglich empfinden
    4. (durch etwas) Schaden nehmen
  1. von etwas (Negativem) betroffen sein
    1. gernhaben; als sympathisch, angenehm o. Ä. empfinden
    2. dulden, hinnehmen
    1. (von Sachverhalten o. Ä.) zulassen, erlauben (meist verneint)
    2. (veraltend) es an einem bestimmten Ort aushalten

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Synonyme zu leiden

Aussprache

Betonung: leiden 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch līden, althochdeutsch līdan, wohl rückgebildet aus: irlīdan = erfahren, durchmachen; ursprünglich = gehen, fahren, reisen, später an das nicht verwandte Leid angeschlossen

Grammatik

unregelmäßiges Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich leideich leide 
 du leidestdu leidest leide!
 er/sie/es leideter/sie/es leide 
Pluralwir leidenwir leiden 
 ihr leidetihr leidet
 sie leidensie leiden 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich littich litte
 du littest, littstdu littest
 er/sie/es litter/sie/es litte
Pluralwir littenwir litten
 ihr littetihr littet
 sie littensie litten
Partizip I leidend
Partizip II gelitten
Infinitiv mit zu zu leiden

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. einen Zustand von schwerer Krankheit, Schmerzen, seelischem Leiden o. Ä. auszuhalten, zu ertragen, zu erdulden haben

      Beispiele

      • er hatte schwer, unmenschlich, lange zu leiden
      • er musste nicht lange leiden (starb eines schnellen Todes)
      • sie hat in ihrem Leben viel gelitten (viel Schweres durchgemacht)
    2. (an einer bestimmten Krankheit, einem bestimmten Leiden) erkrankt sein

      Beispiele

      • an Rheuma, an Bronchitis leiden
      • sie leidet an einem hartnäckigen Ekzem, unter ständigen Kopfschmerzen
    3. (durch etwas, jemanden) körperlich oder seelisch stark beeinträchtigt werden; (etwas, jemanden) als schwer erträglich empfinden

      Beispiele

      • er litt an, unter dem Gefühl der Unsicherheit
      • sie leidet sehr unter seiner Unzuverlässigkeit, unter ihrer Einsamkeit, unter ihrem Chef
    4. (durch etwas) Schaden nehmen

      Beispiele

      • die Bäume haben durch den Frost gelitten
      • seine Gesundheit leidet durch die/unter den Strapazen
  1. von etwas (Negativem) betroffen sein

    Grammatik

    verblasst

    Beispiel

    Mangel, [großen] Hunger, Not, Schaden, Ängste, Pein, Höllenqualen leiden
    1. gernhaben; als sympathisch, angenehm o. Ä. empfinden

      Grammatik

      in Verbindung mit „können“ oder „mögen“

      Beispiele

      • jemanden [gut, nicht] leiden können
      • jemanden [gerne] leiden mögen
      • das Kleid mag ich nicht leiden
      • etwas nicht leiden können (etwas unerträglich o. ä. finden)
      • er kann [es] nicht leiden, wenn man ihn stört
    2. dulden, hinnehmen

      Beispiele

      • er konnte niemanden um sich leiden (er ertrug niemandes Nähe)
      • er litt (duldete) das Tier nicht in seinem Haus
      • <im 2. Partizip in Verbindung mit „sein“>: er ist hier gelitten (man erträgt ihn, nimmt ihn hin), aber nicht gerade geliebt
      • nicht sehr gelitten sein
      • er ist überall, bei seinen Vorgesetzten gut gelitten (ist beliebt)
      • sie waren dort nur gelitten (sie waren nicht sehr beliebt)
    1. (von Sachverhalten o. Ä.) zulassen, erlauben (meist verneint)

      Beispiel

      der Plan leidet keinen Aufschub
    2. es an einem bestimmten Ort aushalten

      Grammatik

      unpersönlich, meist verneint

      Gebrauch

      veraltend

      Beispiel

      es leidet mich hier nicht mehr

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