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leer

Wortart: Adjektiv
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: leer
Schreibung in Verbindung mit Verben [Regel 56]:
  • leer ausgehen (nichts bekommen)
  • den Teller leer essen oder leeressen, das Glas leer trinken oder leertrinken
  • ein Gefäß leerlaufen lassen
  • den Motor leerlaufen lassen (im Leerlauf)
  • leer machen oder leermachen
  • leer räumen oder leerräumen
  • leer stehen
  • aber Regel 58: eine leer stehende oder leerstehende Wohnung
Großschreibung der Substantivierung [Regel 72]:
  • ins Leere fallen, gehen, starren

Bedeutungsübersicht

    1. nicht mit etwas gefüllt; ohne Inhalt
    2. ohne dass etwas auf, in etwas vorhanden ist
    3. [fast] ohne einen Menschen, ohne ein Lebewesen; menschenleer
  1. (abwertend) unter der Oberfläche, hinter dem Äußeren nichts weiter enthaltend, Sinn und Inhalt vermissen lassend

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu leer

Aussprache

Betonung: leer🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch lære, althochdeutsch lāri, verwandt mit lesen, also ursprünglich = was vom abgeernteten Feld noch aufgelesen werden kann

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. nicht mit etwas gefüllt; ohne Inhalt

      Beispiele

      • ein leeres Fass, Glas
      • eine leere Kiste
      • auf leeren Magen etwas trinken
      • (umgangssprachlich) die Kasse ist leer (es ist kein Geld da)
      • der Tank, die Kanne ist leer
      • ein Zimmer leer fegen, räumen
      • seinen Teller leer essen
      • sein Glas leer trinken
      • (umgangssprachlich) die Flasche machen wir auch noch leer (trinken wir auch noch aus)
      • mein Magen ist leer (ich habe längere Zeit nichts gegessen)
    2. ohne dass etwas auf, in etwas vorhanden ist

      Beispiele

      • leere Ähren
      • der Wind fegt über leere Felder
      • ein leeres (von den Vögeln verlassenes) Nest
      • dieses Blatt ist noch leer (unbeschrieben)
      • einen Laden, ein Zimmer leer (unmöbliert) mieten
      • <substantiviert>: der wohlgemeinte Rat ging ins Leere

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      leer ausgehen ([bei einer Verteilung] nichts abbekommen)
    3. [fast] ohne einen Menschen, ohne ein Lebewesen; menschenleer

      Beispiele

      • durch leere Straßen, Gassen gehen
      • vor leeren Bänken, Rängen, vor leerem Haus (vor wenig Zuhörern, Zuschauern) spielen
      • das Kino, die Bahn war leer
      • diese Gegend ist öde und leer
      • sein Platz blieb leer (er kam nicht)
      • die Wohnung steht leer (ist nicht bewohnt)
      • ein leer stehendes (nicht bewohntes) Haus
  1. unter der Oberfläche, hinter dem Äußeren nichts weiter enthaltend, Sinn und Inhalt vermissen lassend

    Gebrauch

    abwertend

    Beispiele

    • leerer Prunk
    • leere (nichtssagende) Worte, Phrasen, Begriffe
    • das ist doch alles leeres Gerede (Gerede ohne tiefere Bedeutung)
    • leere Drohungen (Drohungen, die nicht wahr gemacht werden)
    • leere Versprechungen (Versprechungen, die nicht gehalten werden)
    • jemanden leer, mit leeren Augen, mit leerem Blick ([starr und] abwesend-ausdruckslos) ansehen
    • sie fühlt sich völlig leer (empfindet nichts als innere Leere)

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