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le­ben

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: le|ben
Beispiele: leben und leben lassen; [Regel 89]: lebende Sprachen; [Regel 72]: die in Armut Lebenden; [Regel 82]: das In-den-Tag-hinein-Leben

Bedeutungsübersicht

    1. am Leben, lebendig sein; nicht tot sein
    2. auf der Welt sein, (als Lebewesen) da sein, existieren
    3. fortbestehen, weiterleben
  1. sein Leben in bestimmter Weise verbringen
    1. wohnen, seinen Wohnsitz haben
    2. seinen Lebensraum haben
    1. sich von etwas ernähren
    2. seinen Lebensunterhalt von etwas bestreiten
    1. verbringen, zubringen
    2. durchleben, vorleben, im Leben praktizieren
  2. sich in einem bestimmten Verhältnis befinden
  3. sich einer Sache widmen, hingeben

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1.

Synonyme zu leben

  • am Leben sein, lebendig sein, nicht tot sein; (verhüllend) unter den Lebenden sein/weilen
  • auf der Welt sein, da sein, existieren, geben, [vorhanden] sein
  • bleiben, fortbestehen, fortdauern, fortleben, überdauern, überleben, weiter bestehen, weiterleben, weiterwirken; (gehoben) fortwirken
  • ein Leben führen/haben, sein Leben verbringen; (gehoben) ein Dasein führen
  • angesiedelt/ansässig sein, sich aufhalten, beheimatet sein, registriert sein, seinen Wohnsitz haben, sitzen, wohnen, zu Hause sein; (gehoben, dichterisch) behaust sein; (bildungssprachlich) residieren; (umgangssprachlich) sich häuslich niederlassen; (umgangssprachlich, oft scherzhaft) hausen; (besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch) daheim sein; (veraltet) einsitzen; (Amtssprache) wohnhaft sein
  • sich ernähren, essen, zu sich nehmen; (gehoben) sich nähren
  • sich erhalten, seinen Lebensunterhalt bestreiten
  • aufgehen, Erfüllung finden, sich hingeben, sich verschreiben, sich widmen

Aussprache

Betonung: leben🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch leben, althochdeutsch lebēn, eigentlich wohl = übrig bleiben (im Sinne von: überleben nach einem Kampf)

Grammatik

schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich lebeich lebe 
 du lebstdu lebest leb, lebe!
 er/sie/es lebter/sie/es lebe 
Pluralwir lebenwir leben 
 ihr lebtihr lebet
 sie lebensie leben 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich lebteich lebte
 du lebtestdu lebtest
 er/sie/es lebteer/sie/es lebte
Pluralwir lebtenwir lebten
 ihr lebtetihr lebtet
 sie lebtensie lebten
Partizip I lebend
Partizip II gelebt
Infinitiv mit zu zu leben

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. am Leben, lebendig sein; nicht tot sein

      Beispiele

      • seine Großeltern leben noch
      • als der Arzt eintraf, lebte der Verunglückte schon nicht mehr
      • lebt er?
      • das Kind hat nur wenige Stunden gelebt
      • sie wollte nicht mehr länger leben
      • ohne dich kann ich nicht leben
      • nicht mehr lange zu leben haben
      • lass das Tier doch leben! (töte es nicht!)
      • nicht leben und nicht sterben können (sich sehr krank und elend fühlen)
      • (umgangssprachlich scherzhaft zu jemandem, der sehr lange nichts von sich hören ließ) lebst du noch?
      • (umgangssprachliche Beteuerungsformel) es stimmt, so wahr ich lebe
      • <1. Partizip>: die noch lebenden Nachkommen
      • lebend gebärende (Zoologie; lebende Junge zur Welt bringende) Tiere
      • (Rechtssprache) lebendes Inventar (Viehbestand)
      • bring mir den Mörder meines Sohnes, tot oder lebend!
      • <substantiviert>: die Lebenden und die Toten
      • <in übertragener Bedeutung>: die Bilder dieser Künstlerin leben (wirken lebendig)
      • <in übertragener Bedeutung>: in den Menschen lebt die Hoffnung (sie hoffen) auf eine bessere Welt
      • <in übertragener Bedeutung>: lebende Sprachen (Sprachen, die in der Gegenwart gesprochen werden)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • jemand, etwas lebe! (Wunschformel: es lebe die Freiheit!)
      • es von den Lebenden nehmen (umgangssprachlich: sehr hohe, überhöhte Preise fordern; vielleicht zurückgehend auf den alten Rechtsbrauch, nach dem dem Lehnsherrn beim Tod seines Vasallen aus dessen Hinterlassenschaft das beste Stück Vieh zustand; ein sehr habgieriger Lehnsherr trachtete schon zu Lebzeiten des Vasallen nach dessen Besitz)
    2. auf der Welt sein, (als Lebewesen) da sein, existieren

      Beispiele

      • wie viele Menschen leben auf der Erde?
      • Luther lebte im 16. Jahrhundert
      • (umgangssprachlich) »Wie geht es dir?« – »Man lebt!« (es geht nicht gut, aber auch nicht übermäßig schlecht)
      • er weiß zu leben (das Leben zu genießen)
      • die lebenden (heutigen) Generationen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      • leben und leben lassen (man sollte jedem wie sich selbst seine eigene Existenz und Lebensart zugestehen)
      • man lebt nur einmal (Aufforderung, eine günstige Gelegenheit zu nutzen)
    3. fortbestehen, weiterleben

      Beispiele

      • der Künstler lebt in seinen Werken
      • sein Andenken lebt in uns
      • der Name dieses Mannes wird für alle Zeiten leben
  1. sein Leben in bestimmter Weise verbringen

    Beispiele

    • gut, anständig, enthaltsam, flott, bürgerlich, armselig leben
    • (veraltend) (formelhafter Abschiedsgruß) leb[e] wohl!
    • er lebt wie ein Fürst
    • hier lebt es sich gut
    • sie lebt von ihrem Mann getrennt
    • im Wohlstand, in glücklicher Ehe, in Scheidung leben
    • er lebt in dem Wahn, dauernd verfolgt zu werden
    • damit kann ich leben (das ist für mich [noch] akzeptabel)
    • damit musst du leben (musst du dich abfinden)
    • Wölfe leben in Rudeln
    • allein, mit seinen Freunden, mit einer Frau leben
    • nach seinem Glauben leben
    • er hat über seine Verhältnisse gelebt (einen Lebensstil geführt, der seine finanziellen Möglichkeiten übersteigt)
    • sie lebten unter falschem Namen
    1. wohnen, seinen Wohnsitz haben

      Herkunft

      wohl unter Einfluss von englisch to live

      Beispiele

      • er lebt in Hamburg
      • sie hatten lange im Ausland gelebt
      • auf dem Lande, in der Großstadt leben
      • <in übertragener Bedeutung>: er lebt in einer anderen Welt (ist ein Träumer)
    2. seinen Lebensraum haben

      Herkunft

      wohl unter Einfluss von englisch to live

      Beispiele

      • Affen leben auf Bäumen
      • auf dem Land, im Wasser lebende Tiere
    1. sich von etwas ernähren

      Beispiele

      • gesund, fleischlos, Diät leben
      • die Gefangenen mussten von Wasser und Brot leben

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      der Mensch lebt nicht vom Brot allein (hat nicht nur materielle Bedürfnisse; Matthäus 4, 4)
    2. seinen Lebensunterhalt von etwas bestreiten

      Beispiele

      • von seiner Hände Arbeit leben
      • von diesem Gehalt kann man nicht leben
      • von der Wohlfahrt, von jemandes Gnade und Barmherzigkeit leben
      • er lebt von seinen Eltern (seine Eltern kommen für seinen Lebensunterhalt auf)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      <substantiviert:> das ist zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel
    1. verbringen, zubringen

      Grammatik

      mit einem Substantiv des gleichen Stammes als Objekt

      Beispiele

      • ein glückliches, erfülltes Leben leben
      • er lebt sein eigenes Leben
    2. durchleben, vorleben, im Leben praktizieren

      Beispiel

      Demokratie, eine Weltanschauung, seinen Glauben leben
  2. sich in einem bestimmten Verhältnis befinden

    Beispiel

    mit jemandem im/in Frieden, im/in Streit, in einem nachbarlichen Verhältnis leben
  3. sich einer Sache widmen, hingeben

    Beispiele

    • ganz seiner Familie/für seine Familie leben
    • er lebt nur seiner Musik, für eine Idee

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