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feh­len

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: feh|len
Beispiel: du fehlst

Bedeutungsübersicht

    1. nicht existieren, nicht vorhanden sein
    2. nicht zu jemandes Verfügung stehen; jemandem abgehen, mangeln
    3. (von Menschen) zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht an einer bestimmten Stelle sein, wo man eigentlich sein sollte; abwesend sein, ausbleiben
    4. [sehnlich] herbeigewünscht, vermisst werden
    5. nicht mehr da sein; verschwunden, verloren gegangen sein
    6. zur Erreichung eines bestimmten Zustandes erforderlich sein
  1. nicht in genügendem Ausmaß vorhanden sein, nicht ausreichen, zu knapp sein, mangeln
  2. (veraltet) nicht treffen, verfehlen
  3. (gehoben) eine Sünde begehen, etwas Unrechtes tun

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu fehlen

  • nicht bestehen, nicht existieren/vorhanden sein
  • abwesend/ausgeblieben/fort sein, ausfallen, fortbleiben, nicht anwesend/da/dabei sein, nicht erscheinen/kommen/teilnehmen, vermisst werden; (gehoben) fernbleiben, nicht beiwohnen, nicht zugegen sein; (umgangssprachlich) wegbleiben; (ironisch) durch Abwesenheit glänzen; (veraltet) absent sein
  • herbeigewünscht/vermisst werden
  • abgegangen sein, nicht mehr da sein, verloren gegangen sein, verschwunden sein
  • benötigen, brauchen, erforderlich/nötig sein
  • hapern, nicht ausreichen/genug haben, nicht in genügendem Ausmaß vorhanden sein, zu knapp sein; (gehoben) ermangeln, gebrechen; (oft gehoben) mangeln
  • eine Sünde/Verfehlung begehen, etwas Böses tun, sich etwas zuschulden kommen lassen, gegen ein Gebot verstoßen, schuldig werden, sündigen; (gehoben) einen Fehltritt begehen/tun, etwas Unrechtes tun, freveln, Schuld auf sich laden, sich vergehen, sich versündigen; (veraltend) sich verfehlen

Aussprache

Betonung: fehlen🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch vælen, vēlen < (alt)französisch fa(il)lir = verfehlen, sich irren < lateinisch fallere

Grammatik

schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich fehleich fehle 
 du fehlstdu fehlest fehl, fehle!
 er/sie/es fehlter/sie/es fehle 
Pluralwir fehlenwir fehlen 
 ihr fehltihr fehlet 
 sie fehlensie fehlen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich fehlteich fehlte
 du fehltestdu fehltest
 er/sie/es fehlteer/sie/es fehlte
Pluralwir fehltenwir fehlten
 ihr fehltetihr fehltet
 sie fehltensie fehlten
Partizip I fehlend
Partizip II gefehlt
Infinitiv mit zu zu fehlen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. nicht existieren, nicht vorhanden sein

      Beispiele

      • besondere Kennzeichen fehlen
      • sie will dem Kind den fehlenden Vater ersetzen
    2. nicht zu jemandes Verfügung stehen; jemandem abgehen, mangeln

      Beispiele

      • uns fehlt das Geld für eine Sommerreise
      • ihr fehlt jeder Sinn für Humor
    3. (von Menschen) zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht an einer bestimmten Stelle sein, wo man eigentlich sein sollte; abwesend sein, ausbleiben

      Beispiele

      • die Kinder haben schon öfter unentschuldigt gefehlt
      • er fehlt schon eine Woche, seit einer Woche
      • du hast die meiste Zeit, während der meisten Zeit gefehlt
    4. [sehnlich] herbeigewünscht, vermisst werden

      Beispiele

      • du wirst/deine Hilfe wird mir sehr fehlen
      • das Auto fehlte uns doch sehr
    5. nicht mehr da sein; verschwunden, verloren gegangen sein

      Beispiele

      • an der Jacke fehlt ein Knopf (ist ein Knopf abgegangen)
      • ihm fehlen zwei Zähne
      • <in übertragener Bedeutung>: fehlt dir etwas? (fühlst du dich nicht wohl, bist du krank?)
    6. zur Erreichung eines bestimmten Zustandes erforderlich sein

      Beispiele

      • noch drei Punkte fehlen [ihm] zum Sieg
      • viel fehlte nicht/es fehlte nicht viel, und wir hätten Streit bekommen (beinahe hätten wir Streit bekommen)
      • das hat mir gerade noch gefehlt! (ironisch; das kommt mir äußerst ungelegen!)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      das fehlte [gerade] noch! (das wäre ja noch schöner, das kommt gar nicht infrage!)
  1. nicht in genügendem Ausmaß vorhanden sein, nicht ausreichen, zu knapp sein, mangeln

    Grammatik

    unpersönlich

    Beispiele

    • es fehlt uns am Nötigsten, an ausgebildeten Lehrern
    • die Gastgeber ließen es an nichts fehlen (haben alles aufgeboten, um die Gäste zufriedenzustellen)
    • an mir soll es nicht fehlen (ich bin [dazu] bereit, stelle mich [dazu] zur Verfügung)
  2. nicht treffen, verfehlen

    Gebrauch

    veraltet

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    weit gefehlt! (Irrtum!; völlig falsch [eingeschätzt, vermutet, geraten]!)
  3. eine Sünde begehen, etwas Unrechtes tun

    Gebrauch

    gehoben

    Beispiel

    ich weiß, wie sehr ich gefehlt habe

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