schwarz
Wortart: Adjektiv
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- schwarz
schwär|zer, schwär|zes|te
- Kleinschreibung:
- schwarz in schwarz
- schwarz auf weiß
- schwarzer Tee; schwarzer Humor; schwarze Magie (böse Zauberei); das schwarze Schaf; eine schwarze Messe
- ein schwarzes (verbotenes) Geschäft; ein schwarzes (illegales) Konto; die schwarze Liste; der schwarze Markt
- ein schwarzer Tag; ein schwarzer Freitag (vgl. aber der Schwarze Freitag) [Regel 151]
- Großschreibung
- ein Schwarzer (dunkelhäutiger, -haariger Mensch)
- das Schwarze; die Farbe Schwarz
- ein Kleid in Schwarz; das kleine Schwarze anziehen
- aus Schwarz Weiß machen wollen
- ins Schwarze treffen
- das Schwarze Meer
- der Schwarze Erdteil (Afrika)
- die Schwarze Hand (ehemaliger serbischer Geheimbund)
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra); Schwarze Johannisbeere; Schwarze Witwe (eine Spinne)
- der Schwarze Freitag (Name eines Freitags mit großen Börsenstürzen in den USA)
- Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten festen Verbindungen mit neuer Gesamtbedeutung und bei einigen fachsprachlichen Verbindungen [Regel 89]:
- das Schwarze oder schwarze Brett (Anschlagbrett)
- Schwarzer oder schwarzer Peter (ein Kartenspiel)
- der Schwarze oder schwarze Tod (Beulenpest im Mittelalter)
- die Schwarze oder schwarze Kunst (Zauberei; veraltet für Buchdruck)
- das schwarze oder Schwarze Gold (Kohle, Erdöl)
- der schwarze oder Schwarze Mann (Schornsteinfeger, Schreckgestalt)
- schwarzes oder Schwarzes Loch (Astronomie)
- Schreibung in Verbindung mit Verben:
- sich schwarz kleiden
- ihre Hände waren schwarz geworden
- sich die Haare schwarz färben oder schwarzfärben
- sich mit Ruß das Gesicht schwarz malen oder schwarzmalen
- sie können warten, bis sie schwarz werden oder schwarzwerden (umgangssprachlich für bis in alle Ewigkeit)
- Zusammenschreibung, wenn eine idiomatische Verbindung mit einem einfachen Verb vorliegt:
- Vgl. schwarzarbeiten, schwarzärgern, schwarzbrennen, schwarzfahren, schwarzgehen, schwarzhören, schwarzkopieren, schwarzmalen, schwarzschlachten, schwarzsehen Aber: Waren schwarz exportieren, schwarz verkaufen
- In Verbindung mit adjektivisch gebrauchten Partizipien [Regel 58]:
- ein schwarz gestreifter oder schwarzgestreifter Stoff
- schwarz gerändertes oder schwarzgerändertes Papier
Synonyme zu schwarz
- dämmrig, dunkel, düster, finster, nachtfarben, rußfarben, schattig, schwach beleuchtet, schwärzlich, trübe; (gehoben) nachtschwarz; (dichterisch) dämmergrau, nächtig; (umgangssprachlich) schummrig, zappenduster; (umgangssprachlich emotional verstärkend) stockfinster
- afrikanisch, afroamerikanisch, dunkelhäutig, farbig; (Anthropologie veraltend) negrid
- schmutzig, unsauber, verschmiert; (umgangssprachlich) dreckig; (abwertend) schmierig; (umgangssprachlich abwertend) schlampig, schmuddelig, verdreckt
- christdemokratisch, konservativ, rechts; (abwertend) reaktionär
- bedrohlich, düster, finster, geisterhaft, gespenstisch, spukhaft, unheimlich; (gehoben) unheildrohend, unheilschwanger, unheilvoll; (bildungssprachlich) sinister
- bösartig, böse, boshaft, garstig, [hunds]gemein, niederträchtig, schandbar, schändlich; (gehoben) frevelhaft, perfide, ruchlos, schimpflich, schmählich, übel, verachtenswert, verwerflich; (umgangssprachlich) fies; (emotional) miserabel; (abwertend) gehässig, infam, schäbig, schuftig, schurkisch
- gesetzwidrig, illegal, ohne Erlaubnis/Genehmigung, rechtswidrig, unerlaubt, ungesetzlich, unrechtmäßig, unzulässig, verboten, widerrechtlich; (spöttisch) außerhalb der Legalität; (Rechtssprache) ordnungswidrig
- bei Nacht und Nebel, geheim, heimlich, hinter den Kulissen, hinter jemandes Rücken, im Geheimen, im Stillen, im Verborgenen, in aller Stille, still [und leise], unauffällig, unbemerkt, unbeobachtet, unerkannt, ungesehen, unter der Hand, verborgen, versteckt, verstohlen; (bildungssprachlich) klandestin; (umgangssprachlich) hintenherum, klammheimlich
Herkunft
- mittelhochdeutsch, althochdeutsch swarz, ursprünglich = dunkel, schmutzfarbig
Grammatik
- Adjektiv; Steigerungsformen: schwärzer, schwärzeste
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
- von der dunkelsten Färbung, die alle Lichtstrahlen absorbiert, kein Licht reflektiert
Beispiele
- schwarzes Haar
- schwarzer Samt
- zu einer Feier im schwarzen Anzug erscheinen
- eine Trauerkarte mit schwarzem Rand
- ein schwarz gelockter Junge
- am schwarz geränderten Briefumschlag erkannte man die Trauerpost
- sie ist schwarz gekleidet
- der Stoff ist schwarz gestreift
- (Skat) im letzten Spiel bin ich schwarz geworden (habe ich keinen einzigen Stich bekommen)
- <substantiviert>: das kleine Schwarze (knielanges, festliches schwarzes Kleid)
- <substantiviert>: ein Schuss ins Schwarze (ins schwarz markierte Zentrum der Schießscheibe)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- jemand kann warten, bis er, sie schwarz wird/schwarzwird (umgangssprachlich; jemand wird umsonst auf etwas warten; eigentlich in Bezug auf das Verwesen der Leiche)
- schwarz von etwas sein (emotional; gedrängt voll von etwas sein: der Platz war schwarz von Menschen)
- schwarz auf weiß (umgangssprachlich; zur Sicherheit, Bekräftigung schriftlich, sodass man sich darauf verlassen kann; eigentlich = mit schwarzer Tinte [Druckerschwärze] auf weißes Papier geschrieben [gedruckt]: etwas schwarz auf weiß haben, besitzen)
- ins Schwarze treffen (<substantiviert>: mit etwas genau das Richtige tun, sagen)
- das kann ich dir schwarz auf weiß geben (darauf kannst du dich verlassen)
- von sehr dunklem Aussehen
Beispiele
- schwarzer Pfeffer
- der Kuchen ist beim Backen schwarz geworden (umgangssprachlich; ist beim Backen verbrannt)
- den Kaffee schwarz (ohne Milch) trinken
- von [sehr] dunkler Hautfarbe
Beispiel
sie hat eine schwarze Mutter und einen weißen Vater
- von sehr dunklem Aussehen
- von Schmutz dunkel
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
du hast dich schwarz gemachtWendungen, Redensarten, Sprichwörter
jemandem nicht das Schwarze unter dem [Finger]nagel gönnen (umgangssprachlich; jemandem gegenüber äußerst missgünstig sein) - vom Katholizismus geprägt; eine überwiegend katholische Bevölkerung habend
Gebrauch
umgangssprachlich, oft abwertend
Beispiel
das Münsterland ist eine ganz schwarze Gegend - christdemokratisch, konservativ [geprägt, regiert o. Ä.]
Gebrauch
Politikjargon
Beispiele
- im schwarzen Bayern
- schwarz wählen
- <substantiviert>: die Schwarzen wählen
- vom Katholizismus geprägt; eine überwiegend katholische Bevölkerung habend
- unheilvoll, düster
Beispiel
es war vielleicht der schwärzeste Tag in ihrem Leben - böse; niederträchtig
Beispiel
eine der schwärzesten Taten der Kriminalgeschichte
- unheilvoll, düster
- illegal; ohne behördliche Genehmigung, ohne Berechtigung
Herkunft
- eigentlich = im Dunkeln, im Verborgenen liegend, geschehend
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- schwarze Geschäfte
- etwas schwarz kaufen
- schwarz über die Grenze gehen
