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schlu­cken

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: schlu|cken

Bedeutungsübersicht

    1. durch reflexartige zusammenziehende Bewegung der Zungen- und Halsmuskeln vom Mund in die Speiseröhre und den Magen gelangen lassen
    2. Zungen- und Halsmuskeln wie beim Schlucken von etwas bewegen, betätigen
  1. (salopp) (etwas Alkoholisches) trinken
  2. (umgangssprachlich) ([schädliche] Stoffe) durch Mund oder Nase in den Körper aufnehmen
  3. (umgangssprachlich abwertend) seinem Besitz, seiner Sphäre einverleiben; in seinen Besitz, in seine Gewalt bringen
    1. (umgangssprachlich) etwas Unangenehmes widerwillig, aber ohne Widerrede hinnehmen
    2. (umgangssprachlich) ohne Anzweiflung hinnehmen, glauben
    3. (umgangssprachlich) Mühe haben, etwas innerlich zu verarbeiten, mit etwas fertig zu werden
    1. (umgangssprachlich) etwas in sich aufnehmen und verschwinden lassen
    2. (umgangssprachlich) verbrauchen, verschlingen

Synonyme zu schlucken

Aussprache

Betonung: schlụcken 🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch slucken, Intensivbildung zu einem Verb mit der Bedeutung „hinunterschlingen“, wohl lautmalend

Grammatik

schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich schluckeich schlucke 
 du schluckstdu schluckest schluck, schlucke!
 er/sie/es schluckter/sie/es schlucke 
Pluralwir schluckenwir schlucken 
 ihr schlucktihr schlucket
 sie schluckensie schlucken 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich schluckteich schluckte
 du schlucktestdu schlucktest
 er/sie/es schluckteer/sie/es schluckte
Pluralwir schlucktenwir schluckten
 ihr schlucktetihr schlucktet
 sie schlucktensie schluckten
Partizip I schluckend
Partizip II geschluckt
Infinitiv mit zu zu schlucken

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. durch reflexartige zusammenziehende Bewegung der Zungen- und Halsmuskeln vom Mund in die Speiseröhre und den Magen gelangen lassen

      Beispiele

      • beim Schwimmen versehentlich Wasser schlucken
      • die Tabletten soll man [unzerkaut] mit etwas Flüssigkeit schlucken
    2. Zungen- und Halsmuskeln wie beim Schlucken von etwas bewegen, betätigen

      Beispiel

      eine Angina haben und kaum, nicht schlucken können
  1. (etwas Alkoholisches) trinken

    Gebrauch

    salopp

    Beispiele

    • zwei Flaschen Bier täglich schlucken
    • hast du was zu schlucken?
  2. ([schädliche] Stoffe) durch Mund oder Nase in den Körper aufnehmen

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiel

    viel Staub schlucken [müssen]
  3. seinem Besitz, seiner Sphäre einverleiben; in seinen Besitz, in seine Gewalt bringen

    Gebrauch

    umgangssprachlich abwertend

    Beispiele

    • ein Gebiet schlucken
    • ein Konzern schluckt die kleineren Betriebe
    1. etwas Unangenehmes widerwillig, aber ohne Widerrede hinnehmen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiel

      einen Tadel, eine Benachteiligung schlucken [müssen]
    2. ohne Anzweiflung hinnehmen, glauben

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • eine Entschuldigung, Ausrede schlucken
      • sie schien die Geschichte zu schlucken
    3. Mühe haben, etwas innerlich zu verarbeiten, mit etwas fertig zu werden

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • an etwas schlucken
      • an dieser Niederlage hatte er [ganz schön] zu schlucken
    1. etwas in sich aufnehmen und verschwinden lassen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • der Boden schluckt viel Wasser
      • die Fabriktore schlucken die Massen der Arbeiter
      • dunkle Farben schlucken (absorbieren) viel Licht
      • der Teppich schluckt (dämpft) den Schall
    2. verbrauchen, verschlingen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • der Motor, der Wagen schluckt viel [Benzin], bis zu 20 Liter auf 100 km
      • ein großer Teil des Spendenaufkommens wird von der Verwaltung geschluckt
      • <auch ohne Akkusativ-Objekt>: das Auto schluckt kräftig

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