Kopf, der
Wortart: Substantiv, maskulin
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- Kopf
- Beispiele:
- Kopf hoch!; von Kopf bis Fuß; jemandem zu Kopf steigen; die Haare über Kopf föhnen; über Kopf oder überkopf arbeiten; einen Ball über Kopf oder überkopf schlagen; aber nur die Schmerzen strahlten über Kopf und Nacken bis in beide Schultern; auf dem Kopf stehen; das Bild, der Turner steht auf dem Kopf; vgl. aber kopfstehen
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu Kopf
- (gehoben) Haupt; (umgangssprachlich) Ballon, Keks, Kürbis, Rübe, Schädel; (salopp) Birne, Erbse; (landschaftlich) Dez; (landschaftlich salopp) Nischel; (schweizerisch derb) Grind; (österreichisch mundartlich abwertend) Plutzer
- Erscheinung, Figur, Geschöpf, Gestalt, Mensch, Person, Persönlichkeit; (bildungssprachlich) Kreatur; (umgangssprachlich) Typ
- Chef, Chefin, Führer, Führerin, Leiter, Leiterin, Meister, Meisterin, Vorgesetzter, Vorgesetzte, Vorsteher, Vorsteherin; (gehoben) Haupt, Oberhaupt; (bildungssprachlich) Spiritus Rector; (umgangssprachlich) Boss, Hauptmacher, Hauptmacherin, King; (salopp) Alter, Alte, Macker; (abwertend) Leithammel, Rädelsführer, Rädelsführerin; (oft abwertend) Anführer, Anführerin; (ironisch abwertend) Häuptling
Aussprache
- Betonung:
- Kọpf
Herkunft
- mittelhochdeutsch kopf, koph = Becher, Trinkgefäß; scherzhaft übertragen dann: Hirnschale, Kopf, althochdeutsch chopf = Becher, Trinkschale, wohl < spätlateinisch cuppa < lateinisch cupa, ↑Kufe
Grammatik
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Kopf | die Köpfe |
| Genitiv | des Kopfes, Kopfs | der Köpfe |
| Dativ | dem Kopf | den Köpfen |
| Akkusativ | den Kopf | die Köpfe |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
oft rundlicher [durch den Hals mit dem Rumpf verbundener] Körperteil des Menschen und vieler Tiere, zu dem Gehirn, Augen, Nase, Mund und Ohren gehören

© Siemens-PressebildBeispiele
- ein dicker, großer, kahler, ausdrucksvoller Kopf
- der Kopf einer Katze, eines Vogels
- ihr Kopf sank auf die Brust
- die Zuschauer standen Kopf an Kopf (dicht gedrängt)
- Kopf oder Zahl (Avers mit dem aufgeprägten [Fürsten]kopf oder Revers mit dem Zahlenwert; im Zusammenhang mit dem Werfen einer Münze, womit eine Entscheidung zwischen zwei Personen oder Möglichkeiten herbeigeführt werden soll)
- den Kopf drehen, abwenden, hochheben, neigen
- den Kopf aus dem Fenster strecken, durch die Tür stecken
- sie schüttelte verneinend, verständnislos den Kopf
- sich den Kopf (die Haare) waschen
- sich den Kopf stoßen (mit dem Kopf an etwas stoßen)
- sie ist einen ganzen, halben Kopf größer als ich
- die Mädchen steckten die Köpfe zusammen (berieten sich tuschelnd)
- sie bekamen rote Köpfe von der Sonne
- sich die Köpfe heißreden (sehr lebhaft diskutieren)
- einen Hut auf dem Kopf tragen
- die Turnerin steht auf dem Kopf
- das Buch steht auf dem Kopf (umgekehrt) im Regal
- auf den Kopf des Mörders steht eine Belohnung
- ich tu das nicht, und wenn du dich auf den Kopf stellst
- die Haare über Kopf (bei herabhängendem Kopf) föhnen
- jemandem das Haus über dem Kopf anzünden (während er im Haus ist)
- dem Kranken ein Kissen unter den Kopf schieben
- das Blut stieg ihr zu Kopf
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- jemandem brummt der Kopf (umgangssprachlich; jemand hat heftige Kopfschmerzen)
- jemandem schwirrt der Kopf (jemand ist aufgrund sehr vieler Eindrücke verwirrt)
- jemandem raucht der Kopf (umgangssprachlich; jemand denkt längere Zeit angestrengt nach)
- nicht wissen, wo einem der Kopf steht (so viel Arbeit haben, dass man verwirrt ist, nicht weiß, wo man anfangen soll)
- einen dicken/schweren Kopf haben (Kopfschmerzen, einen Kater haben)
- einen roten Kopf bekommen (erröten)
- Kopf hoch! (nur nicht den Mut verlieren!)
- jemandes Kopf fordern (1. jemandes Enthauptung verlangen. 2. die strenge Bestrafung von jemandem, der sich in höherer Stellung befindet, fordern.)
- jemandem/jemanden den Kopf kosten (1. zu jemandes Enthauptung führen: dieser Fehler sollte ihn den Kopf kosten. 2. jemanden die Stellung o. Ä. kosten.)
- den Kopf einziehen (nichts unternehmen, um sich keiner Gefahr auszusetzen o. Ä.)
- den Kopf hängen lassen (mutlos sein)
- den Kopf unterm Arm tragen (umgangssprachlich; sehr krank sein)
- jemandem den Kopf waschen (umgangssprachlich; jemanden scharf zurechtweisen)
- seinen Kopf riskieren; Kopf und Kragen riskieren/wagen/aufs Spiel setzen/verlieren (das Leben, die Existenz aufs Spiel setzen/verlieren)
- seinen Kopf retten (umgangssprachlich; sich retten)
- den Kopf hinhalten müssen (umgangssprachlich; [für etwas] geradestehen müssen)
- sich <Dativ> [an etwas] den Kopf einrennen (bei einem Vorhaben auf Widerstand stoßen, nicht zum Ziel kommen)
- den Kopf aus der Schlinge ziehen (durch geschicktes Verhalten einer Bestrafung entgehen)
- den Kopf in den Sand stecken (eine Gefahr nicht sehen wollen; der Realität ausweichen; nach der irrigen Annahme, dass der Vogel Strauß bei Gefahr den Kopf in den Sand steckt)
- den Kopf hoch tragen (stolz sein)
- den Kopf oben behalten (den Mut nicht verlieren)
- jemandem den Kopf zurechtsetzen/zurechtrücken (umgangssprachlich; jemanden zur Vernunft bringen)
- sich [gegenseitig/einander] die Köpfe einschlagen/einhauen (sich heftig streiten)
- jemanden [um] einen Kopf kürzer/kleiner machen (umgangssprachlich; jemanden köpfen)
- sich <Dativ> an den Kopf fassen/greifen (umgangssprachlich; kein Verständnis für etwas haben: wenn ich so einen Unsinn höre, kann ich mir nur an den Kopf greifen)
- jemandem etwas an den Kopf werfen (jemandem etwas [Freches] direkt sagen: sie warf ihm Unverschämtheiten, Beleidigungen an den Kopf)
- eins auf den Kopf bekommen/kriegen (Hut 1)
- etwas auf den Kopf hauen (umgangssprachlich; [einen bestimmten Geldbetrag] auf einmal für Vergnügungen o. Ä. ausgeben; Herkunft ungeklärt, vielleicht in Bezug auf die Münze, die man auf den Kopf, d. h. auf die Seite mit dem aufgeprägten [Fürsten]kopf, wirft, damit die Seite mit der Zahl sichtbar ist)
- etwas auf den Kopf stellen (umgangssprachlich: 1. das Unterste zuoberst kehren, etwas völlig durcheinanderbringen: die Kinder haben beim Spielen das ganze Haus, Zimmer auf den Kopf gestellt. 2. in etwas, an einem Ort sehr gründlich suchen: ich habe das ganze Haus auf den Kopf gestellt und trotzdem meine Brille nicht gefunden. 3. etwas unrichtig darstellen.)
- jemandem auf dem Kopf herumtanzen/herumtrampeln (umgangssprachlich; jemandes Gutherzigkeit missbrauchen, indem man ihn respektlos behandelt und sich von ihm nichts sagen lässt)
- sich <Dativ> nicht auf den Kopf spucken lassen (salopp; sich nichts gefallen lassen)
- jemandem auf den Kopf spucken können (salopp scherzhaft; erheblich größer sein als ein anderer)
- nicht auf den Kopf gefallen sein (umgangssprachlich; gewitzt, nicht dumm sein)
- jemandem etwas auf den Kopf zusagen (jemandem gegenüber, ohne zu zögern, etwas aussprechen, was man über ihn zu wissen glaubt [ohne jedoch Beweise zu haben])
- jemandem in den Kopf steigen (1. jemanden betrunken, benommen machen: der Wein ist mir in den Kopf gestiegen. 2. seltener; jemanden eingebildet, überheblich machen: der Ruhm ist ihm in den Kopf gestiegen.)
- jemandem zu Kopf steigen (jemanden eingebildet, überheblich machen)
- mit dem Kopf durch die Wand wollen (umgangssprachlich; Unmögliches erzwingen wollen)
- mit seinem Kopf für etwas einstehen (mit seinem Leben, seiner Existenz für etwas einstehen)
- über jemandes Kopf [hin]weg (ohne jemanden Bestimmtes zu fragen, zu informieren)
- über die Köpfe hinwegreden (reden, ohne Rücksicht auf das Verständnis der Zuhörer zu nehmen)
- jemandem über den Kopf wachsen (umgangssprachlich: 1. sich so entwickeln, dass jemand Bestimmtes einem nicht mehr gewachsen ist: er ist seinem Vater längst über den Kopf gewachsen. 2. von jemandem nicht mehr bewältigt werden: die Arbeit ist mir über den Kopf gewachsen.)
- bis über den Kopf in etwas stecken (umgangssprachlich; völlig von etwas beansprucht, belastet sein: bis über den Kopf in Sorgen, Arbeit stecken)
- um Kopf und Kragen gehen (<unpersönlich>: umgangssprachlich; um das Leben, die Existenz gehen)
- etwas vom Kopf auf die Füße stellen (das Bild, das man von etwas hat, korrigieren)
- von Kopf bis Fuß (von oben bis unten; ganz und gar: sich von Kopf bis Fuß neu einkleiden, waschen)
- jemanden vor den Kopf stoßen (umgangssprachlich; jemanden in plumper Weise kränken, verletzen)
- wie vor den Kopf geschlagen sein (umgangssprachlich; vor Überraschung, Schreck wie gelähmt sein)
- sie wird dir nicht gleich den Kopf abreißen (umgangssprachlich; sie wird dich nicht so schlimm behandeln, wie du befürchtest)
- das kann den Kopf nicht kosten (das kann so gefährlich nicht sein)
-
-
Person mit bestimmten [intellektuellen] Fähigkeiten; Person von bestimmter Intelligenz
Beispiel
sie ist ein kluger, fähiger Kopf -
an der Spitze von etwas stehende Person
Beispiel
der Kopf des Unternehmens
-
Person mit bestimmten [intellektuellen] Fähigkeiten; Person von bestimmter Intelligenz
-
Denk-, Willenskraft
Beispiele
- er hat einen eigensinnigen, dicken Kopf (ist eigensinnig, dickköpfig)
- seinen Kopf anstrengen
- du musst nicht immer deinen Kopf (Willen) durchsetzen
- (umgangssprachlich) etwas [noch] frisch im Kopf haben (sich [noch] gut an etwas erinnern)
- etwas im Kopf (im Gedächtnis) behalten
- ich weiß nicht, was in den Köpfen der Leute vorgeht (was sie denken)
- er hat nur Mädchen und Autos im Kopf (denkt nur an Mädchen und Autos)
- (umgangssprachlich) du bist wohl nicht ganz richtig im Kopf (du bist wohl verrückt)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- jemandem steht der Kopf nicht nach etwas (Sinn 3a)
- einen klaren/kühlen Kopf bewahren/behalten (nicht nervös werden; die Übersicht behalten)
- den Kopf voll haben (an vieles zu denken haben, sich mit vielen Dingen gedanklich beschäftigen müssen)
- den Kopf verlieren (die Übersicht, die Ruhe, die Fassung verlieren)
- jemandem den Kopf verdrehen (umgangssprachlich; jemanden verliebt machen: er hat ihr den Kopf verdreht)
- sich <Dativ> den Kopf zerbrechen (umgangssprachlich; sehr angestrengt über etwas nachdenken: ich zerbreche mir den Kopf, was ich ihr schenken soll)
- sich <Dativ> einen Kopf machen (umgangssprachlich; sich Gedanken machen, über etwas nachdenken: darum/darüber mache ich mir doch keinen Kopf)
- aus dem Kopf (auswendig, ohne nachzusehen)
- jemandem nicht aus dem Kopf gehen/wollen (jemanden ständig beschäftigen)
- sich <Dativ> etwas aus dem Kopf schlagen (einen Plan o. Ä. aufgeben)
- sich <Dativ> etwas durch den Kopf gehen lassen (über eine Sache nachdenken)
- jemandem durch den Kopf schießen/gehen (jemandem [plötzlich] einfallen, in den Sinn kommen)
- jemandem im Kopf herumgehen (umgangssprachlich; jemanden sehr beschäftigen)
- sich <Dativ> etwas in den Kopf setzen (fest entschlossen sein, etwas zu tun: er hat sich in den Kopf gesetzt, sie zu heiraten)
- im Kopf [aus]rechnen ([aus]rechnen, ohne aufzuschreiben: die Kosten im Kopf ausrechnen)
- jemandem nicht in den Kopf [hinein]gehen/[hinein]wollen (jemandem unverständlich, unbegreiflich sein: ihr will nicht in den Kopf, dass er nur so wenig verdient)
- was man nicht im Kopf hat, [das] muss man in den Beinen haben (wenn man etwas vergisst, muss man einen Weg zweimal machen)
-
Einzelperson innerhalb einer größeren Menge von Menschen
Beispiele
- das Einkommen pro Kopf der Bevölkerung
- der Eintritt kostet fünf Euro pro Kopf (für jeden)
-
-
rundlicher, oberer Teil von etwas

Streichhölzer mit farbigem Kopf - © MEV Verlag, AugsburgBeispiele
- der Kopf der Stecknadel, des Streichholzes
- Disteln mit blauen Köpfen
- Nägel, Schrauben mit flachen Köpfen
- die Blumen lassen die Köpfe hängen (werden welk)
-
essbarer, rundlicher Teil bestimmter Gemüse- und Salatpflanzen, der etwa die Größe eines Menschenkopfes hat

Ein Kopf Blumenkohl - © xmasbaby - Fotolia.comBeispiel
ein Kopf Salat, Blumenkohl -
oberer Teil oder Vorderende von etwas, dem eine bestimmte Wichtigkeit zukommt

Bläser als Kopf eines Umzuges - © Tourist Info Biberach/R. Kopf, Biberach an der RißBeispiele
- der Kopf eines Briefbogens, einer Zeitung, einer Buchseite
- den Kopf des Zuges bildet die Musikgruppe
- ich saß am Kopf der Tafel
-
rundlicher, oberer Teil von etwas





