nehmen
Wortart: starkes Verb
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- neh|men
- Beispiele:
- du nimmst, er nimmt; ich nahm, du nahmst; du nähmest; genommen; nimm!; ich nehme es an mich; [Regel 82]: Geben (oder geben) ist seliger denn Nehmen (oder nehmen); sich etwas nicht nehmen lassen
Bedeutungen
- (etwas Angebotenes) annehmen
- (für einen bestimmten Zweck) benutzen, verwenden
- sich (einer Person oder Sache) bedienen
- für seine Zwecke aussuchen, sich (für jemanden, etwas) entscheiden
- bei sich unterbringen, aufnehmen
- in »etwas auf sich nehmen«
- in Anspruch nehmen, sich geben lassen
- als Preis fordern
- (ein Medikament) [regelmäßig, über einen bestimmten Zeitraum] einnehmen
- in seiner Art akzeptieren, hinnehmen
- sich vorstellen, denken
- (mit jemandem) auf eine bestimmte Weise umgehen; (auf jemanden) auf eine bestimmte Art reagieren
- (mit einer Frau) koitieren
- (Ballspiele) grob foulen
- (Ballspiele) annehmen
- (Boxen) (Schläge und Treffer) hinnehmen [müssen]
- in verblasster Bedeutung
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu nehmen
- aufnehmen, [er]fassen, [er]greifen, packen, zu fassen bekommen/kriegen, zur Hand nehmen; (landschaftlich) hernehmen
- akzeptieren, annehmen, sich geben lassen, in Anspruch nehmen, zusagen
- sich aneignen, an sich nehmen/reißen, sich beschaffen, Besitz ergreifen, sich besorgen, sich einverleiben, erbeuten, greifen, [sich] holen, in Besitz bringen/nehmen, mitnehmen, sich vergreifen, sich zu eigen machen; (gehoben) sich bemächtigen; (umgangssprachlich) absahnen, an sich bringen, einheimsen, einkassieren, einsacken, in die eigene Tasche stecken, kassieren, schnappen; (umgangssprachlich, oft abwertend) einstecken, einstreichen; (salopp) abstauben, kaschen, sich unter den Nagel reißen/ritzen; (familiär) mopsen; (besonders Rechtssprache) sich zueignen
- abjagen, abnehmen, entreißen, fortnehmen, fortreißen, stehlen, wegnehmen; (gehoben) entwenden, entwinden; (umgangssprachlich) abknöpfen; (salopp) ablausen, abluchsen, klauen
- befreien, entlasten, erleichtern, erlösen
- anwenden, benutzen, gebrauchen, nutzen, verwenden; (gehoben) sich bedienen
- einschalten, heranziehen, hinzuziehen; (gehoben) bemühen; (besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch) beiziehen; (veraltet) attirieren
- beanspruchen, einfordern, eintreiben, einziehen, erheben, fordern, verlangen
- einnehmen, essen, trinken, verzehren, zu sich nehmen; (scherzhaft) sich einverleiben
- [regelmäßig] einnehmen, schlucken
- ansehen, auffassen, begreifen, betrachten, beurteilen, bewerten, einschätzen, empfinden, halten, sehen, urteilen, verstehen, werten; (gehoben) befinden, erachten; (bildungssprachlich) interpretieren
- akzeptieren, hinnehmen
Aussprache
- Betonung:
- ne̲hmen
Herkunft
- mittelhochdeutsch nemen, althochdeutsch neman, ursprünglich = (sich selbst) zuteilen
Grammatik
- starkes Verb; Perfektbildung mit »hat«
| Präsens | Indikativ | Konjunktiv I | Imperativ |
|---|---|---|---|
| Singular | ich nehme | ich nehme | |
| du nimmst | du nehmest | nimm! | |
| er/sie/es nimmt | er/sie/es nehme | ||
| Plural | wir nehmen | wir nehmen | |
| ihr nehmt | ihr nehmet | ||
| sie nehmen | sie nehmen |
| Präteritum | Indikativ | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| Singular | ich nahm | ich nähme |
| du nahmst | du nähmest, nähmst | |
| er/sie/es nahm | er/sie/es nähme | |
| Plural | wir nahmen | wir nähmen |
| ihr nahmt | ihr nähmet, nähmt | |
| sie nahmen | sie nähmen |
| Partizip I | nehmend |
|---|---|
| Partizip II | genommen |
| Infinitiv mit zu | zu nehmen |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
-
mit der Hand greifen, erfassen und festhalten
Beispiele
- er nahm seinen Mantel und ging
- sie nahm (ergriff) die dargebotene Hand
-
[ergreifen und] an sich, in seinen Besitz bringen
Beispiele
- er nahm, was er bekommen konnte
- (Schach) den Läufer nehmen (schlagen)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
woher nehmen und nicht stehlen?
-
mit der Hand greifen, erfassen und festhalten
-
(etwas Angebotenes) annehmen
Beispiel
nehmen Sie meinen herzlichsten Dank (gehoben; ich danke Ihnen sehr herzlich) -
-
(fremdes Eigentum) in seinen Besitz bringen
Beispiele
- die Einbrecher nahmen alles, was ihnen wertvoll erschien
- <in übertragener Bedeutung>: der Krieg, der Tod hat ihr den Mann genommen
-
jemanden um etwas bringen; entziehen
Beispiele
- jemandem die Sicht nehmen
- <in übertragener Bedeutung>: jemandem die Hoffnung nehmen
- <in übertragener Bedeutung>: das nimmt der Sache den ganzen Reiz
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
sich <Dativ> nicht nehmen lassen, etwas zu tun (sich nicht davon abhalten lassen, etwas zu tun: sie ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren) -
bewirken, dass sich jemand von etwas Unangenehmem befreit fühlt
Beispiel
die Angst von jemandem nehmen
-
(fremdes Eigentum) in seinen Besitz bringen
-
(für einen bestimmten Zweck) benutzen, verwenden
Beispiele
- sie nimmt nur Öl zum Braten
- <in übertragener Bedeutung>: einen anderen Weg nehmen
-
-
[ergreifen und] an eine [bestimmte] Stelle bei sich bringen, bewegen
Beispiele
- er hat das Kind auf den Schoß genommen
- sie nahmen den Vater in die Mitte (gingen links und rechts vom Vater)
- das Schiff nimmt (lädt) Kohle
-
aus einem bestimmten Anlass ergreifen und von etwas weg-, aus etwas herausbringen
Beispiele
- Geld aus der Brieftasche nehmen
- die Gläser vom Tisch nehmen
- als das Baby weinte, nahm sie es aus dem Wagen
-
[ergreifen und] an eine [bestimmte] Stelle bei sich bringen, bewegen
-
sich (einer Person oder Sache) bedienen
Beispiele
- [sich] einen Anwalt nehmen
- er nahm ein Taxi
-
für seine Zwecke aussuchen, sich (für jemanden, etwas) entscheiden
Beispiele
- sie nahm die angebotene Stelle
- diese Wohnung nehmen wir
-
bei sich unterbringen, aufnehmen
Beispiel
sie nahm ihre alte Mutter zu sich -
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
etwas auf sich nehmen (etwas übernehmen: alle Schuld auf sich nehmen) -
in Anspruch nehmen, sich geben lassen
Beispiele
- Urlaub nehmen
- ich habe mir [einen Tag] freigenommen
-
als Preis fordern
Beispiel
was nehmen Sie für eine Stunde? -
-
(eine Mahlzeit o. Ä.) einnehmen
Gebrauch
gehoben
Beispiel
das Abendmahl nehmen (das Altarsakrament empfangen) -
(Speisen, Getränke o. Ä.) dem Körper zuführen
Gebrauch
gehoben
Beispiele
- einen Kognak nehmen
- ich habe heute noch nichts zu mir genommen
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
einen nehmen (umgangssprachlich; etwas Alkoholisches trinken)
-
(eine Mahlzeit o. Ä.) einnehmen
-
(ein Medikament) [regelmäßig, über einen bestimmten Zeitraum] einnehmen
Beispiel
sie nimmt die Pille -
-
als etwas ansehen, auffassen, verstehen
Beispiel
etwas als gutes Zeichen nehmen -
in einer bestimmten Weise betrachten, auffassen, bewerten, einschätzen
Beispiele
- etwas [sehr] ernst nehmen
- sie nimmt dich nicht ernst
- sie nimmt es nicht so genau (ist nicht sehr exakt)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- jemanden nicht für voll nehmen (umgangssprachlich; jemanden und das, was er sagt oder tut, gering einschätzen)
- wie mans nimmt (umgangssprachlich; man kann die Sache verschieden, auch anders auffassen)
-
als etwas ansehen, auffassen, verstehen
-
in seiner Art akzeptieren, hinnehmen (1)
Beispiel
du musst den Menschen nehmen, wie er ist -
sich vorstellen, denken
Beispiel
nehmen wir einmal eine Gestalt wie Cäsar -
(mit jemandem) auf eine bestimmte Weise umgehen; (auf jemanden) auf eine bestimmte Art reagieren
Beispiel
jemanden zu nehmen wissen -
-
sich (über etwas) hinwegbewegen, (ein Hindernis o. Ä.) überwinden
Beispiel
das Pferd hat den Graben [ohne Fehler] genommen -
erobern, einnehmen
Gebrauch
Militär
Beispiel
eine Stadt nehmen
-
sich (über etwas) hinwegbewegen, (ein Hindernis o. Ä.) überwinden
-
(mit einer Frau) koitieren
Beispiel
er nahm sie mit Gewalt -
-
aufnehmen (10c)
Beispiel
ein Konzert auf Band nehmen - aufnehmen (10b)
-
aufnehmen (10c)
-
grob foulen
Gebrauch
Ballspiele
Beispiel
der Stürmer wurde hart genommen -
annehmen (12)
Gebrauch
Ballspiele
-
(Schläge und Treffer) hinnehmen [müssen]
Gebrauch
Boxen
Beispiel
er musste mehrere Haken nehmen -
in verblasster Bedeutung
Beispiele
- (verblasst) den, seinen Abschied nehmen (entlassen werden, aus dem Amt scheiden)
- etwas in Arbeit nehmen (beginnen, an etwas zu arbeiten)
- einen steilen Aufschwung nehmen (besonders Wirtschaft; sich lebhaft fortentwickeln)
- etwas in Betrieb, in Dienst nehmen (beginnen, etwas zu benutzen, einzusetzen)
- in Gebrauch nehmen (beginnen, etwas zu gebrauchen, zu verwenden)
- auf jemanden, etwas Einfluss nehmen (jemanden, etwas beeinflussen)
- eine beachtliche Entwicklung nehmen (sich gut entwickeln)
- seinen Fortgang nehmen (fortgeführt werden)
- seinen Rücktritt nehmen ([von einem Amt] zurücktreten)
- jemanden ins Verhör nehmen (verhören)
- in etwas Einsicht, Einblick nehmen

