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ken­nen

Wortart: unregelmäßiges Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: ken|nen
Beispiele: du kanntest; selten du kenntest; gekannt; kenn[e]!; jemanden, etwas kennenlernen oder kennen lernen; wenn wir uns erst näher kennengelernt oder kennen gelernt haben; sie hat die Schrecken des Krieges kennengelernt oder kennen gelernt

Bedeutungsübersicht

    1. mit jemandem, etwas (in seinen charakteristischen Eigenschaften) bekannt geworden sein und im Bewusstsein [behalten] haben; mit jemandem vertraut sein; über jemanden, sich, etwas Bescheid wissen
    2. jemandem in bestimmter Weise, durch bestimmte Eigenschaften, als jemand, der durch bestimmte Eigenschaften gekennzeichnet ist, bekannt sein
    3. mit jemandem bekannt sein
  1. verstehen, beherrschen
  2. [wieder]erkennen [können]
  3. anzugeben, zu bezeichnen wissen
  4. mit etwas in Berührung gekommen sein und daher [wissen und] Erfahrung darin haben, was und wie etwas ist
    1. sich einer Sache, die Berücksichtigung oder Verwirklichung nahelegt, bewusst sein
    2. sich in seinem Handeln (von etwas) bestimmen, beeinflussen lassen; in seinem Handeln (von etwas) bestimmt, beeinflusst sein (meist verneint)

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu kennen

Aussprache

Betonung: kẹnnen🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch kennen = (er)kennen, althochdeutsch (in Zusammensetzungen) -chennan, Kausativbildung zu können in dessen ursprünglicher Bedeutung »wissen, verstehen« und eigentlich = verstehen machen

Grammatik

unregelmäßiges Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich kenneich kenne 
 du kennstdu kennest kenn, kenne!
 er/sie/es kennter/sie/es kenne 
Pluralwir kennenwir kennen 
 ihr kenntihr kennet 
 sie kennensie kennen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich kannteich kennte
 du kanntestdu kenntest
 er/sie/es kannteer/sie/es kennte
Pluralwir kanntenwir kennten
 ihr kanntetihr kenntet
 sie kanntensie kennten
Partizip I kennend
Partizip II gekannt
Infinitiv mit zu zu kennen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. mit jemandem, etwas (in seinen charakteristischen Eigenschaften) bekannt geworden sein und im Bewusstsein [behalten] haben; mit jemandem vertraut sein; über jemanden, sich, etwas Bescheid wissen

      Beispiele

      • etwas gut, genau, gründlich, oberflächlich, flüchtig, nur vom Hörensagen, nur vom Sehen, aus eigener Anschauung, bis ins Kleinste, von Grund auf kennen
      • die Welt, das Leben, seine Heimat kennen
      • ich kenne sie, ihre Vorzüge und Schwächen, genau
      • (umgangssprachlich) da kennst du mich aber schlecht (schätzt du mich falsch ein)
      • von diesem Schriftsteller kenne ich nichts (habe ich nichts gelesen)

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      das kennen wir [schon] (umgangssprachlich abwertend; diese Ausrede ist uns [schon] geläufig)
    2. jemandem in bestimmter Weise, durch bestimmte Eigenschaften, als jemand, der durch bestimmte Eigenschaften gekennzeichnet ist, bekannt sein

      Beispiele

      • wie ich sie kenne, tut sie genau das Gegenteil
      • von dieser Seite kannten wir dich noch nicht
      • wir kennen sie nur als zuverlässige Person

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      sich [vor etwas <Dativ>] nicht mehr kennen ([aufgrund von etwas] außer sich sein: sich vor Wut nicht mehr kennen)
    3. mit jemandem bekannt sein

      Beispiele

      • wir kennen uns schon lange
      • jemanden nur flüchtig kennen
      • er kennt mich persönlich
      • woher kennen wir uns?
      • wir kennen uns schon (wir sind miteinander bekannt [gemacht worden])
      • die beiden kennen sich nicht mehr (sind miteinander verfeindet und beachten sich bewusst nicht mehr, wenn sie sich begegnen)
  1. verstehen, beherrschen

    Beispiele

    • sein Handwerk kennen
    • das Schachspiel kennen
  2. [wieder]erkennen [können]

    Beispiel

    ich kenne sie am Gang, an der Stimme
  3. anzugeben, zu bezeichnen wissen

    Beispiele

    • jemandes Namen, Alter kennen
    • kennst du den Grund für sein Verhalten?
    • ich kenne ein gutes Mittel gegen Schnupfen
    • kennst du ein gutes Restaurant?
    • jeder kennt seinen Platz (weiß, wo sein Platz ist)
  4. mit etwas in Berührung gekommen sein und daher [wissen und] Erfahrung darin haben, was und wie etwas ist

    Beispiele

    • in diesem Land kennt man keinen Winter
    • die Eingeborenen kennen keine festen Behausungen
    • eine Katastrophe von nie gekanntem (erlebtem) Ausmaß
    • <in übertragener Bedeutung>: die Gegend kennt (in der Gegend gibt es) lange, harte Winter
    1. sich einer Sache, die Berücksichtigung oder Verwirklichung nahelegt, bewusst sein

      Beispiel

      seine Pflichten kennen
    2. sich in seinem Handeln (von etwas) bestimmen, beeinflussen lassen; in seinem Handeln (von etwas) bestimmt, beeinflusst sein (meist verneint)

      Beispiele

      • sie kennt kein Mitleid, keine Rücksicht, keine Gnade, keine Skrupel, keine Hemmungen, keine Unterschiede
      • er kennt keine Grenzen, kein Maß (schreckt vor nichts zurück)
      • sie kennt nur ihre Arbeit

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      da kenne ich nichts (umgangssprachlich: das lasse ich mir nicht nehmen, davon lasse ich mich nicht abhalten)

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