gemein
Wortart: Adjektiv
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- ge|mein
- Beispiel:
- das gemeine Recht, aber [Regel 151]: die Gemeine Stubenfliege
Synonyme zu gemein
- auffallend, aufs Äußerste, ausgemacht, ausgesprochen, ausgesucht, außergewöhnlich, außerordentlich, äußerst, beachtlich, bedeutend, bemerkenswert, besonders, bitter, bitterlich, brennend, denkbar, empfindlich, erstaunlich, extrem, ganz, gehörig, grenzenlos, hell, hellauf, herzlich, hoch, höchst, hoffnungslos, in hohem Maße, leidenschaftlich, maßlos, peinlich, tief, übermäßig, unanständig, unaussprechlich, unbändig, unbeschreiblich, unerträglich, ungemein, ungewöhnlich, unmäßig, unsagbar, unübersehbar, unvergleichlich; (gehoben) abgründig, auserlesen, ausnehmend, namenlos, überaus, über die/alle Maßen, unermesslich, unsäglich, zuinnerst; (bildungssprachlich) eminent, infernalisch; (umgangssprachlich) abscheulich, bestialisch, böse, bullig, dick, ekelhaft, eklig, elend, enorm, entsetzlich, fabelhaft, furchtbar, fürchterlich, gewaltig, grässlich, grauenhaft, grauenvoll, gräulich, grausam, grausig, gründlich, himmlisch, höllisch, hübsch, knallig, königlich, mächtig, mörderisch, nett, niederträchtig, ordentlich, rasend, reichlich, rettungslos, riesig, schandbar, schändlich, schlimm, schrecklich, sündhaft, teuflisch, toll, total, tüchtig, unglaublich, unheimlich, unsinnig, unsterblich, unwahrscheinlich, verdammt, verflixt, verrückt, voll, wahnsinnig, wunderbar, wundervoll; (salopp) brutal, gottserbärmlich, hundserbärmlich, hundsmäßig, irre, irrsinnig, tierisch, verflucht; (emotional) abgöttisch, barbarisch, erbärmlich, haushoch, jämmerlich, märchenhaft, unendlich, unvorstellbar, verzweifelt, zutiefst; (oft emotional übertreibend) tödlich, unerhört, ungeheuer, ungeheuerlich; (umgangssprachlich emotional) kolossal, sagenhaft, scheußlich, unverschämt, verteufelt; (umgangssprachlich emotional verstärkend) mordsmäßig, unmenschlich; (salopp emotional verstärkend) säuisch; (scherzhaft) kannibalisch; (abwertend) lächerlich, widerlich; (umgangssprachlich abwertend) biestig, infam, schauderhaft, schauerlich; (norddeutsch) bannig; (süddeutsch, österreichisch, schweizerisch) gar; (süddeutsch, österreichisch umgangssprachlich) damisch; (süddeutsch salopp) sakrisch; (landschaftlich) aasig, arg; (veraltend) rechtschaffen, weidlich
- abscheuerregend, abscheulich, abstoßend, brutal, ekelhaft, grässlich, roh, unangenehm, widerwärtig; (gehoben) degoutant; (umgangssprachlich) fies; (oft umgangssprachlich übertreibend) schaurig; (abwertend) widerlich, wüst; (besonders bayrisch, österreichisch umgangssprachlich) grauslich; (veraltet) abominabel
- bösartig, böse, boshaft, garstig, hässlich, hundsgemein, lumpig, niederträchtig, schandbar, schändlich; (gehoben) frevelhaft, perfide, ruchlos, schimpflich, schmählich, übel, verachtenswert, verwerflich; (umgangssprachlich) fies; (emotional) miserabel; (abwertend) gehässig, infam, schäbig, schuftig, schurkisch; (gehoben abwertend) nichtswürdig, schnöde; (umgangssprachlich abwertend) schofel; (gehoben veraltend) verrucht; (besonders Rechtssprache) böswillig
- dreist, frech, schamlos, unerhört, unverfroren, unverschämt; (landschaftlich) ausverschämt
- unanständig, unfein, ungehörig; (gehoben) ungebührlich; (abwertend) schmutzig, ungehobelt; (meist abwertend) ordinär; (gehoben abwertend) unflätig; (bildungssprachlich abwertend) vulgär; (salopp abwertend) dreckig
- ärgerlich, unfair, ungerecht; (umgangssprachlich abwertend) schofel; (Jugendsprache) ätzend
Aussprache
- Betonung:
- geme̲i̲n
Herkunft
- mittelhochdeutsch gemein(e), althochdeutsch gimeini, ursprünglich = mehreren abwechselnd zukommend; der abwertende Nebensinn stammt aus der Vorstellung, dass das, was vielen gemeinsam ist, nicht wertvoll sein kann
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
-
abstoßend roh
Beispiele
- gemeine Gesichtszüge
- gemeines Lachen
-
(in Bezug auf jemandes Verhalten o. Ä.) in empörender Weise moralisch schlecht; niederträchtig
Beispiele
- eine gemeine Gesinnung
- sie war so gemein, mich gleich anzuzeigen
-
in empörender Weise frech, unverschämt
Beispiel
eine gemeine Lüge, Behauptung -
unfein und unanständig; ordinär; unflätig
Beispiel
gemeine Witze, Wörter
-
abstoßend roh
-
-
unerfreulich, ärgerlich, als eine Unfreundlichkeit des Schicksals erscheinend
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
ich gewinne nie im Lotto, das ist einfach gemein -
sehr
Grammatik
- intensivierend bei Adjektiven und Verben
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
draußen ist es gemein kalt
-
unerfreulich, ärgerlich, als eine Unfreundlichkeit des Schicksals erscheinend
-
keine besonderen Merkmale habend, durch nichts herausragend
Gebrauch
Botanik, Zoologie, sonst veraltend
Beispiele
- der gemeine Mann (der Durchschnittsbürger)
- er ist gemeiner Soldat (Soldat ohne militärischen Dienstgrad)
- die Gemeine Stubenfliege
-
auf die Allgemeinheit bezogen
Gebrauch
veraltend
Beispiel
gemeines RechtWendungen, Redensarten, Sprichwörter
- etwas mit jemandem, etwas gemein haben (mit jemandem, etwas etwas Gemeinsames, eine gemeinsame Eigenschaft haben, in bestimmter Weise zusammengehören: mit dem Vorgängermodell hat die Küche nur noch die ursprüngliche Form gemein)
- jemandem, einer Sache gemein sein (gehoben; mehreren Personen oder Sachen gemeinsam sein oder gehören: allen war die Liebe zur Musik gemein)

