machen
Wortart: schwaches Verb
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- ma|chen
- Beispiele:
- er/sie hat es gemacht; du hast mich lachen gemacht; nun mach schon!
Bedeutungsübersicht
- (durch Geschäfte o. Ä.) verdienen, erzielen
- etwas tun, unternehmen; sich mit etwas [Bestimmtem] beschäftigen
- in »sich an etwas machen«
- (umgangssprachlich) sich in bestimmter, meist positiver Weise entwickeln
- (umgangssprachlich) jemanden durch Protektion o. Ä. in eine bestimmte Position bringen; jemanden aufbauen
- (salopp) [als Schauspieler, Schauspielerin] einen bestimmten Part übernehmen, eine bestimmte Rolle spielen
- (umgangssprachlich, oft abwertend) auf eine plumpe, aufdringliche o. ä. Weise etwas mimen, in eine bestimmte Rolle schlüpfen
- bewirken, dass etwas Bestimmtes geschieht; zu etwas veranlassen
- (an einer Stelle) in bestimmter Weise passen, sich einfügen, harmonisieren
- (umgangssprachlich verhüllend) seine Notdurft verrichten
- (umgangssprachlich) ein bestimmtes Geschäft o. Ä. betreiben; in einer bestimmten Branche tätig sein
- (umgangssprachlich) [in rufender Weise] von sich geben (bei Interjektionen u. Ä.)
- (umgangssprachlich) sich beeilen
- in »es machen« und anderen Wendungen, Redensarten oder Sprichwörtern
- (landschaftlich) an einen bestimmten Ort gehen, fahren, sich begeben
- in »macht nichts!« und anderen Wendungen, Redensarten oder Sprichwörtern
- in »zu/für etwas [nicht] gemacht sein«
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu machen
- sich bessern, besser werden, gedeihen, sich gut entwickeln, sich positiv entwickeln; (umgangssprachlich) sich herausmachen, sich mausern
- anfertigen, erzeugen, fertigen, herstellen, schaffen, verfertigen; (veraltend) fabrizieren; (besonders Wirtschaft) produzieren
- anrichten, bereiten, fertig machen, herrichten, vorbereiten, zubereiten; (landschaftlich, Fachsprache) zurichten
- auslösen, bewirken, erwecken, erzeugen, heraufbeschwören, hervorrufen, nach sich ziehen, veranlassen, verursachen, zur Folge haben; (gehoben) entfachen, zeitigen
- ausführen, bewältigen, durchführen, erledigen, fertig werden, meistern, schaffen, tun, verrichten; (schweizerisch) bodigen; (umgangssprachlich) auf die Reihe bringen/kriegen, deichseln, hinbekommen, hinkriegen, in den Griff kriegen, managen, packen, schmeißen; (salopp) schaukeln; (landschaftlich) zwingen; (besonders Papierdeutsch) bewerkstelligen
- erlangen, erreichen, erwirtschaften, erzielen, verdienen
- sich befassen, sich beschäftigen, beschäftigt sein, sich betätigen, treiben, tun, unternehmen, sich widmen, zu tun haben; (umgangssprachlich) zugange sein; (meist abwertend) sich abgeben
- ein Geschäft betreiben, handeln, Handel treiben, tätig sein, verkaufen, vertreiben
- ausmachen, sich belaufen, betragen, sich beziffern, einen Preis haben, kosten
- ergeben, sein, zum Ergebnis haben
Herkunft
- mittelhochdeutsch machen, althochdeutsch mahhōn, ursprünglich = (den Lehmbrei zum Hausbau) kneten, formen
Grammatik
- schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
- herstellen, fertigen, anfertigen, produzieren
Beispiele
- Spielzeug aus Holz machen
- die Firma macht Möbel, Schuhe
- sie macht (schreibt) Gedichte
- ein Foto von jemandem machen (jemanden fotografieren)
- das Essen machen (bereiten)
- ich habe mir eine Tasse Kaffee gemacht (aufgebrüht, bereitet)
- sich einen Anzug machen (arbeiten) lassen
- (verblasst) das Zimmer machen (in Ordnung bringen)
- die Betten machen (aufschütteln und glatt und ordentlich hinlegen)
- jemandem, sich die Haare machen (umgangssprachlich; jemanden, sich frisieren)
- verursachen, bewirken, hervorrufen u. a. (häufig verblasst)
Beispiele
- jemandem Arbeit machen
- Lärm machen (lärmen)
- sich einen Fleck auf die Bluse machen
- großen Eindruck machen (beeindrucken)
- sich mit etwas Freunde, viele Feinde machen (erwerben)
- Feuer, Licht machen
- Musik machen (musizieren)
- jemandem Sorgen, Freude machen (bereiten)
- sich Sorgen machen (sich sorgen)
- jemandem Mut machen (jemanden ermutigen)
- ausführen, durchführen; erledigen u. a. (häufig verblasst)
Beispiele
- eine Arbeit, den Haushalt, seine Hausaufgaben machen
- eine Mitteilung, eine Bestellung machen
- sie hat alles ganz allein gemacht
- Fehler, Dummheiten machen
- ein Examen, das Abitur machen (ablegen)
- einen Spaziergang machen (spazieren gehen)
- eine Reise machen (verreisen)
- ein Spiel machen (spielen)
- eine Beobachtung machen (etwas beobachten)
- Sport machen (treiben)
- eine Verbeugung machen (sich verbeugen)
- einen Besuch machen (jemanden besuchen)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- es nicht unter etwas machen (umgangssprachlich; eine bestimmte Menge, Summe als Mindestes fordern)
- wie mans macht, macht mans falsch
- herstellen, fertigen, anfertigen, produzieren
- in einen bestimmten [veränderten] Zustand bringen, versetzen
Beispiele
- etwas neu, größer machen
- jemanden neugierig machen
- sie hatte sich für den Abend besonders hübsch gemacht
- du hast dich unbeliebt gemacht
- man hatte ihn betrunken gemacht
- in eine bestimmte Stellung, einen bestimmten Status o. Ä. bringen, erheben; zu etwas werden lassen
Beispiele
- jemanden zu seinem Vertrauten machen
- er machte sie zu seiner Frau (veraltet; heiratete sie)
- in einen bestimmten [veränderten] Zustand bringen, versetzen
- (durch Geschäfte o. Ä.) verdienen, erzielen
Beispiele
- er hat bei dem Auftrag ein Vermögen gemacht
- ein großes Geschäft machen (sehr viel verdienen)
- etwas tun, unternehmen; sich mit etwas [Bestimmtem] beschäftigen
Beispiele
- was machst du gerade?
- was willst du mit den alten Sachen machen (was hast du damit vor)?
- ich weiß nicht [mehr], was ich noch machen soll (bin ratlos)
- dagegen kannst du nichts machen (nichts ausrichten)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- mit mir könnt ihr es ja machen (umgangssprachlich; ihr nutzt meine Gutmütigkeit aus)
- <auch ohne Akkusativ:> lass mich nur machen (umgangssprachlich; überlass die Sache nur mir)
- ich mach sowieso nicht mehr lang (umgangssprachlich; ich lebe nicht mehr lange)
- mach ich!; wird gemacht! (umgangssprachlich; als Bekräftigung der Zusicherung einer Hilfeleistung o. Ä.)
- was macht deine Frau? (wie geht es deiner Frau?)
- was macht die Arbeit, deine Gesundheit? (wie ist es darum bestellt?)
- was habt ihr denn da wieder gemacht? (angestellt?)
- machs gut (umgangssprachlich; lass es dir gut gehen)
- gemacht! (umgangssprachlich; abgemacht, einverstanden!)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
sich an etwas machen (mit etwas beginnen, eine bestimmte Tätigkeit aufnehmen: sich an die Arbeit machen)- sich in bestimmter, meist positiver Weise entwickeln
Grammatik
- sich machen
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- das Wetter macht sich wieder (wird wieder besser)
- das Baby hat sich gut gemacht (es gedeiht sichtlich)
- jemanden durch Protektion o. Ä. in eine bestimmte Position bringen; jemanden aufbauen
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
einen Popstar machen - [als Schauspieler, Schauspielerin] einen bestimmten Part übernehmen, eine bestimmte Rolle spielen
Gebrauch
salopp
Beispiele
- er macht den Hamlet
- sie hat bei uns den Nikolaus gemacht
- auf eine plumpe, aufdringliche o. ä. Weise etwas mimen, in eine bestimmte Rolle schlüpfen
Gebrauch
umgangssprachlich, oft abwertend
Beispiele
- auf cool machen
- sie macht zurzeit in Großzügigkeit (gibt sich betont großzügig)
- die Partei macht in gedämpftem Optimismus
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
[einen] auf … machen (umgangssprachlich, oft abwertend; auf eine plumpe, aufdringliche o. ä. Weise etwas, ein bestimmtes Verhalten o. Ä. mimen: er glaubt, wenn er auf Macho macht, hat er mehr Chancen bei den Frauen) - bewirken, dass etwas Bestimmtes geschieht; zu etwas veranlassen
Grammatik
- in Verbindung mit Infinitiv + Akkusativ
Beispiel
ihre Äußerung hat uns lachen gemacht/(seltener:) machen - (an einer Stelle) in bestimmter Weise passen, sich einfügen, harmonisieren
Grammatik
- sich machen
Beispiel
die Blumen machen sich sehr schön in der Vase - seine Notdurft verrichten
Gebrauch
umgangssprachlich verhüllend
Beispiele
- das Kind hat in die Hose, ins Bett gemacht
- ein Vogel hat ihr auf den Hut gemacht
- ein bestimmtes Geschäft o. Ä. betreiben; in einer bestimmten Branche tätig sein
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
er macht seit einiger Zeit in Lederwaren - (in Bezug auf einen zu entrichtenden Geldbetrag) ausmachen, betragen
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- das Reinigen macht 15 Euro
- alles zusammen macht 1 000 Euro im Jahr
- was macht das/es? (wie viel kostet das?)
- (in Bezug auf das Ergebnis einer Addition, Subtraktion oder Multiplikation) ergeben
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- 4 und 3 macht 7
- 4 mal 3 macht 12
- (in Bezug auf einen zu entrichtenden Geldbetrag) ausmachen, betragen
- [in rufender Weise] von sich geben (bei Interjektionen u. Ä.)
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
»Oh«, machte er - sich beeilen
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
nun mach schon! (beeil dich!) Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- es machen (salopp; koitieren: sie macht es mit jedem)
- es jemandem machen (salopp; jemanden geschlechtlich befriedigen: sie hat es ihm [mit der Hand] gemacht)
- an einen bestimmten Ort gehen, fahren, sich begeben
Grammatik
- auch: ist
Gebrauch
landschaftlich
Beispiel
er ist in die Stadt gemacht Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- macht nichts! (umgangssprachlich; schon gut, nicht weiter schlimm!)
- mach dir, macht euch nichts daraus/draus (umgangssprachlich; ärgere dich nicht, ärgert euch nicht darüber)
- sich <Dativ> wenig/nichts o. Ä. aus jemandem, etwas machen (umgangssprachlich; jemanden, etwas nicht [besonders] gern mögen; für jemanden, etwas nicht viel übrighaben: er macht sich nichts aus Schokolade)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
zu/für etwas [nicht] gemacht sein (zu/für etwas [nicht] geschaffen sein: für solche Abenteuer bin ich nicht gemacht)
