Ruf, der
Wortart: Substantiv, maskulin
Bedeutungsübersicht
- laute kurze Äußerung, mit der jemand einen andern über eine [weitere] Entfernung erreichen will
- Berufung in ein hohes (wissenschaftliches oder künstlerisches) Amt, besonders auf einen Lehrstuhl
- Beurteilung, die jemand, etwas von der Allgemeinheit erfährt; Meinung, die die Allgemeinheit von jemandem, etwas hat
- (Papierdeutsch) Rufnummer
Synonyme zu Ruf
- [Fernsprech]nummer, Telefonnummer; (Papierdeutsch) [Fern]ruf
- Anruf, Schrei, Zuruf
- Appell, Aufforderung, Aufruf, Ermahnung, Forderung, Mahnung; (gehoben) Mahnruf, Verlangen; (bildungssprachlich) Postulat
- Angebot, Berufung, Bestellung, Ernennung; (bildungssprachlich) Designation, Vokation; (Amtssprache) Bestallung
- Ansehen, Beurteilung, Bewertung, Einschätzung, Image, Leumund, Name, Urteil; (gehoben) Geruch; (bildungssprachlich) Renommee, Reputation
Grammatik
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Ruf | die Rufe |
| Genitiv | des Rufes, Rufs | der Rufe |
| Dativ | dem Ruf | den Rufen |
| Akkusativ | den Ruf | die Rufe |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
- laute kurze Äußerung, mit der jemand einen andern über eine [weitere] Entfernung erreichen will
Beispiele
- ein lauter, [weithin] schallender, anfeuernder, entsetzter Ruf
- der Ruf des Wächters, der Marktfrauen
- ein Ruf ertönte, erscholl
- gellende Rufe durchbrachen die Stille
- die Rufe wurden leiser, verstummten
- auf ihren Ruf hin erschien er am Fenster
- sie brachen in den Ruf (Ausruf) »Er lebe hoch!« aus
- <in übertragener Bedeutung>: der Ruf des Jagdhorns
- (von bestimmten Vögeln und vom Rotwild) in meist regelmäßigen Abständen mehrmals hintereinander ertönender, charakteristischer Laut
Beispiel
der Ruf des Kuckucks, Hirsches - Locke (a)
Gebrauch
Jägersprache
- (von bestimmten Vögeln und vom Rotwild) in meist regelmäßigen Abständen mehrmals hintereinander ertönender, charakteristischer Laut
- (von einer höheren Instanz ausgehende) Aufforderung zu einem bestimmten Tun oder Verhalten; Aufruf
Grammatik
- ohne Plural
Beispiele
- der Ruf zu den Waffen
- <in übertragener Bedeutung>: dem Ruf des Herzens, des Gewissens folgen
- öffentlich von einer größeren Gruppe von Personen nachdrücklich vorgebrachte Forderung, bekundetes Verlangen
Grammatik
- ohne Plural
Beispiel
der Ruf nach Gerechtigkeit wurde immer lauter
- (von einer höheren Instanz ausgehende) Aufforderung zu einem bestimmten Tun oder Verhalten; Aufruf
- Berufung in ein hohes (wissenschaftliches oder künstlerisches) Amt, besonders auf einen Lehrstuhl
Grammatik
- Plural selten
Beispiele
- an jemanden ergeht ein Ruf
- sie bekam, erhielt einen Ruf [als ordentliche Professorin] an die Universität Bonn/nach Bonn
- er hat den Ruf [auf den Lehrstuhl, das Ordinariat] abgelehnt
- Beurteilung, die jemand, etwas von der Allgemeinheit erfährt; Meinung, die die Allgemeinheit von jemandem, etwas hat
Grammatik
- ohne Plural
Beispiele
- der Ruf dieses Hotels ist ausgezeichnet
- einen guten, schlechten, zweifelhaften Ruf haben
- einen guten Ruf genießen
- sie hat sich einen großen Ruf (große Wertschätzung)/den Ruf (Namen) einer Expertin erworben
- [durch/mit etwas] seinen Ruf (sein Ansehen) aufs Spiel setzen, ruinieren
- das schadete seinem Ruf, war seinem Ruf als Wissenschaftler abträglich
- in einen üblen Ruf kommen
- er brachte sie in einen falschen Ruf
- ein Pianist von internationalem Ruf (ein international anerkannter Pianist)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- besser als sein Ruf sein (zu Unrecht kein gutes Ansehen genießen; nach einer Stelle aus den »Epistolae ex Ponto« des römischen Dichters Ovid [43 v. Chr. bis etwa 18 n. Chr.])
- ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert
- Rufnummer
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- Plural selten
Gebrauch
Papierdeutsch
Beispiel
Taxizentrale Ruf 3 37 00
