rufen
Wortart: starkes Verb
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- ru|fen
- Beispiele:
- du rufst; du riefst; du riefest; gerufen; ruf[e]!; er ruft mich, den Arzt rufen
Bedeutungen
- durch [längeres] Rufen in einen bestimmten Zustand geraten
- mit lauter Stimme äußern, ausrufen
- rufend nach jemandem, etwas verlangen
- durch Anruf o. Ä. jemanden an einen bestimmten Ort bitten, wo er gebraucht wird; telefonisch o. ä. jemanden herbeirufen, jemanden, etwas kommen lassen
- [durch Rufen] zu etwas auffordern
- telefonisch oder über Funk mit jemandem die Verbindung aufnehmen
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu rufen
- ausrufen, [heraus]schreien
- [an]fordern; (gehoben) heischen, verlangen; (bildungssprachlich) insistieren, postulieren
- alarmieren, heranrufen, herbeirufen, her[bei]zitieren, herbeordern, herrufen, zusammenrufen; (umgangssprachlich) zusammentrommeln
- anhalten zu, auffordern, aufrufen, beschwören, zu bewegen suchen; (bildungssprachlich) appellieren; (umgangssprachlich) predigen
- benennen, bezeichnen, etikettieren, nennen; (gehoben) schimpfen; (bildungssprachlich) apostrophieren; (umgangssprachlich) betiteln; (umgangssprachlich scherzhaft) benamsen; (veraltend) heißen
Aussprache
- Betonung:
- ru̲fen
Herkunft
- mittelhochdeutsch ruofen, althochdeutsch (h)ruofan, wahrscheinlich lautmalend
Grammatik
- starkes Verb; Perfektbildung mit »hat«
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
-
sich durch einen Ruf bemerkbar machen
Beispiele
- laut, mit kräftiger Stimme, aus Leibeskräften, wiederholt, lange rufen
- ruft da nicht jemand?
-
einen Ruf ertönen lassen
Beispiel
im Wald ruft der Kuckuck, ein Käuzchen
-
sich durch einen Ruf bemerkbar machen
-
durch [längeres] Rufen (1a) in einen bestimmten Zustand geraten
Grammatik
- sich rufen
Beispiel
sich heiser rufen -
mit lauter Stimme äußern, ausrufen
Beispiele
- etwas [aus dem Fenster] rufen
- Hilfe, Hurra/hurra rufen
- »Bravo!«, riefen beide wie aus einem Munde
- <unpersönlich>: aus dem Zimmer rief es: »Herein!«
-
rufend (1a) nach jemandem, etwas verlangen
Beispiele
- das Kind rief nach seiner Mutter
- der Gast rief nach der Bedienung, nach seinem Essen
- nach, um Hilfe rufen
- <nicht standardsprachlich, südwestdeutsch und schweizerisch umgangssprachlich auch mit Dativobjekt>: der Gast rief dem Ober
- er rief mir (rief mir zu), ich solle kommen
-
durch Anruf o. Ä. jemanden an einen bestimmten Ort bitten, wo er gebraucht wird; telefonisch o. ä. jemanden herbeirufen, jemanden, etwas kommen lassen
Beispiele
- hast du mich gerufen?
- die Polizei, die Feuerwehr, ein Taxi rufen
- der Arzt wurde ans Krankenbett, zu der Patientin gerufen
- jemanden ins Zimmer, vor Gericht, zu sich rufen
- jemanden zu Hilfe rufen
- <in übertragener Bedeutung>: sich, jemandem etwas in Erinnerung/ins Gedächtnis rufen
- <in übertragener Bedeutung>: dringende Geschäfte riefen sie nach München (veranlassten sie, nach München zu fahren)
- <in übertragener Bedeutung>: (gehoben verhüllend) Gott hat sie zu sich gerufen (sie ist gestorben)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
[jemandem] wie gerufen kommen (umgangssprachlich; zufällig gerade in einem Moment auftreten, erscheinen, geschehen, wo dies [jemandem] äußerst willkommen ist: du kommst [mir] wie gerufen!) -
[durch Rufen (1a)] zu etwas auffordern
Beispiele
- der Vater ruft zum Essen
- zum Widerstand, Aufstand rufen (aufrufen)
- <in übertragener Bedeutung>: die Glocke ruft zum Gebet
-
-
mit einem bestimmten Namen nennen
Beispiele
- er wird »Kalle« gerufen
- <nicht standardsprachlich, südwestdeutsch und schweizerisch umgangssprachlich auch mit Dativobjekt>: die Buben sollen mir »Mama« rufen
-
(mit seinem Namen) anreden
Gebrauch
veraltend
Beispiel
er rief sie bei ihrem, mit ihrem Namen
-
mit einem bestimmten Namen nennen
-
telefonisch oder über Funk mit jemandem die Verbindung aufnehmen
Beispiele
- jemanden [unter der Nummer 34 71 06] rufen
- rufen Sie 22 22 22
- Teddybär ruft Zeppelin (über Funk: … bittet Zeppelin, sich zu melden)

