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kei­len

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▯▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: kei|len
Beispiel: sich keilen (umgangssprachlich für sich prügeln)

Bedeutungsübersicht

    1. (Fachsprache) mit einem Keil spalten
    2. als Keil hineinschlagen
    1. sich durch eine dicht gedrängte Menge (Personen oder Dinge) drängen, schieben
    2. gewaltsam schieben, drängen
  1. (von bestimmten Tieren) plötzlich mit dem Bein, dem Huf [aus]schlagen, zustoßen
  2. (umgangssprachlich) sich prügeln
    1. (umgangssprachlich) für einen Verein, eine bestimmte Gruppe, Partei o. Ä. anwerben, zu gewinnen versuchen
    2. (österreichisch abwertend) [mit aggressiven Methoden] Kunden anwerben (z. B. für Versicherungen oder Zeitungsabonnements)

Synonyme zu keilen

  • sich [durch]drängen, sich durchquetschen, sich durchzwängen, sich hindurchdrängen, sich [hindurch]schieben, sich quetschen, sich zwängen; (umgangssprachlich) sich [durch]drängeln
  • sich balgen, sich prügeln, [sich] raufen, sich schlagen; (umgangssprachlich) sich boxen, sich hauen, sich herumschlagen, sich katzbalgen, sich kloppen, sich rammeln, rangeln; (salopp) sich dreschen

Aussprache

Betonung: keilen

Herkunft

spätmittelhochdeutsch kīlen = Keile eintreiben (um zu spalten oder zu befestigen)

Grammatik

schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich keileich keile 
 du keilstdu keilest keil, keile!
 er/sie/es keilter/sie/es keile 
Pluralwir keilenwir keilen 
 ihr keiltihr keilet 
 sie keilensie keilen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich keilteich keilte
 du keiltestdu keiltest
 er/sie/es keilteer/sie/es keilte
Pluralwir keiltenwir keilten
 ihr keiltetihr keiltet
 sie keiltensie keilten
Partizip I keilend
Partizip II gekeilt
Infinitiv mit zu zu keilen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. mit einem Keil spalten

      Gebrauch

      Fachsprache

      Beispiel

      Bäume, Stämme keilen
    2. als Keil hineinschlagen

      Beispiel

      einen Pflock in den Boden keilen
    1. sich durch eine dicht gedrängte Menge (Personen oder Dinge) drängen, schieben

      Grammatik

      sich keilen

      Beispiel

      sich durch eine Menschenmenge keilen
    2. gewaltsam schieben, drängen

      Beispiel

      die Menge keilte ihn in eine Ecke
  1. (von bestimmten Tieren) plötzlich mit dem Bein, dem Huf [aus]schlagen, zustoßen

    Beispiel

    Vorsicht, das Pferd keilt gern!
  2. sich prügeln

    Grammatik

    sich keilen

    Herkunft

    in der übertragenen Bedeutung aus der Gaunersprache in die Studentensprache übernommen

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiel

    sie keilten sich [um die Bonbons]
    1. für einen Verein, eine bestimmte Gruppe, Partei o. Ä. anwerben, zu gewinnen versuchen

      Herkunft

      in der übertragenen Bedeutung aus der Gaunersprache in die Studentensprache übernommen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • Jugendliche für den Klub keilen
      • (Verbindungswesen) die Verbindung hat drei neue Füchse gekeilt
    2. [mit aggressiven Methoden] Kunden anwerben (z. B. für Versicherungen oder Zeitungsabonnements)

      Herkunft

      in der übertragenen Bedeutung aus der Gaunersprache in die Studentensprache übernommen

      Gebrauch

      österreichisch abwertend

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