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Typen adverbialer Nebensätze

In diesem Artikel geht es um verschiedene Adverbialsätze und ihre Funktionen sowie die Konjunktionen, die diese Art von Nebensätzen einleiten.

Ein Nebensatz ist ein Teilsatz, der von einem anderen Teilsatz (dem Hauptsatz) abhängt, und diesem untergeordnet ist. Eine Verbindung aus einem Hauptsatz und einem oder mehreren Nebensätzen nennt man Satzgefüge (siehe auch: „Was ist ein Satz?“).

Eine Form des Nebensatzes ist der Adverbialsatz, auch Umstandssatz genannt. Adverbiale Nebensätze werden durch unterordnende Konjunktionen eingeleitet und je nach deren Bedeutung wird das Satzganze durch den Nebensatz genauer spezifiziert. Im Folgenden werden die wichtigsten Adverbialsatztypen kurz vorgestellt:

  1. Adversativsatz
  2. Finalsatz
  3. Kausalsatz
  4. Konditionalsatz
  5. Konsekutivsatz
  6. Konzessivsatz
  7. Modalsatz
  8. Temporalsatz

1. Adversativsatz

Ein Adversativsatz (lat. adversa = „Gegensätze“) ist ein durch während oder wohingegen eingeleiteter Nebensatz. Inhaltlich bringt er einen Gegensatz oder Kontrast zum Inhalt des Hauptsatzes zum Ausdruck:

  • Während Fußballer den Ball nicht mit den Händen berühren dürfen, dürfen Handballer ihn nicht mit den Füßen berühren.

2. Finalsatz

Der Finalsatz ist ein Adverbialsatz, der einen Zweck, ein Ziel oder eine angestrebte Wirkung des vom Bezugssatz bezeichneten Sachverhalts angibt. Mit ihm wird ausgesagt, worauf es „am Ende“, also „final“, hinauslaufen soll. Er wird auch als Zwecksatz bezeichnet, antwortet auf die Frage wozu? und wird mit den Konjunktionen damit, auf dass und (seltener) dass angeschlossen:

  • Die Kinder rennen nach Hause, damit ihre Eltern sich keine Sorgen machen.

Auch Infinitivgruppen mit um zu haben finale Bedeutung:

  • Sie verreist, um sich zu erholen.

3. Kausalsatz

Ein Nebensatz, der mit weil oder da eingeleitet wird, liefert einen Grund für das Eintreten des vom übergeordneten Satz bezeichneten Sachverhalts, weswegen er auch als Kausalsatz oder Begründungssatz bezeichnet wird. Entsprechend kann er mit warum? erfragt werden:

  • Ich kann den Termin nicht wahrnehmen, weil ich im Urlaub bin.

„Warum kann ich den Termin nicht wahrnehmen?“ – „Weil ich im Urlaub bin.“

4. Konditionalsatz

Ein durch wenn (falls oder sofern) eingeleiteter Konditionalsatz gibt die Bedingung (= Kondition) an, die erfüllt sein muss, damit der im Hauptsatz genannte Sachverhalt zustande kommen kann. Er wird daher auch als Bedingungssatz bezeichnet. Er ist durch unter welcher Bedingung …? erfragbar:

  • Sie kann nur mit in den Urlaub fahren, wenn sie ihr Gehalt rechtzeitig bekommt.

Konditionalsätze können auch uneingeleitet auftreten, das heißt, ihnen fehlt das nebensatzeinleitende wenn. Es handelt sich also gewissermaßen um „versteckte wenn-Sätze“. In diesen Nebensätzen steht das Verb an erster Stelle:

  • Mischt man die Farben Blau und Gelb, ergibt dies die Farbe Grün.

Während wenn-Sätze sowie uneingeleitete Konditionalsätze auch gebraucht werden können, obwohl die in der Realität vorliegenden Fakten gegensätzlich sind, der im Nebensatz bezeichnete Fall also gar nicht mehr eintreten kann (kontrafaktischer Gebrauch), können falls und sofern nur bei Potenzialität, also nur bei erfüllbaren Bedingungen, eingesetzt werden:

  • Wenn du das Buch gelesen hättest / Hättest du das Buch gelesen, könnten wir darüber sprechen.
  • Falls/sofern es die nächsten Tage schneit, können wir Skifahren gehen.

5. Konsekutivsatz

Ein Nebensatz mit sodass, als dass, so dass oder auch so …, dass bringt eine Folge bzw. Wirkung des im Hauptsatz genannten Sachverhalts zum Ausdruck. Man nennt ihn Konsekutivsatz oder Folgesatz:

  • Die Schauspielerin war so gut, dass sie einen Oscar bekam.

6. Konzessivsatz

Ein durch obwohl, obgleich, obschon oder wenngleich, wennschon, wenn auch eingeleiteter Nebensatz benennt einen Umstand, der der Aussage des Hauptsatzes normalerweise entgegenstehen würde, in diesem konkreten Fall aber „das Feld räumt“. Daher nennt man den Nebensatz auch Konzessivsatz (lat. concedere = das Feld räumen, weichen) oder Einräumungssatz. Ein Satzgefüge mit einem Konzessivsatz bringt also einen Erwartungsbruch zum Ausdruck:

  • Die ganze Klasse bestand die Prüfung, obwohl viele nicht gelernt hatten.

7. Modalsatz

Ein Modalsatz gibt an, wie sich der vom übergeordneten Teilsatz bezeichnete Sachverhalt vollzieht. Er kann also meist mit wie? erfragt werden. Dabei können verschiedene Unterarten von Modalsätzen identifiziert werden.

Ein Instrumentalsatz wird typischerweise durch indem oder dadurch dass eingeleitet. Er gibt an, wie bzw. genauer mit welchem Werkzeug oder Hilfsmittel bzw. durch welche Handlungsschritte das im Hauptsatz genannte Geschehen ausgeführt werden muss:

  • Sie verschönert ihre Wohnung, indem sie die Wände bunt streicht.
  • Der Raum wurde dadurch gemütlicher, dass er viele Pflanzen aufstellte.

Der Modalsatz des fehlenden Begleitumstandes wird durch ohne dass oder ohne zu eingeleitet:

  • Er sprach sie an, ohne sie dabei anzusehen.
  • Ohne dass er darum gebeten hatte, bekam er Essen serviert.

8. Temporalsatz

Ein durch als, nachdem, bevor, sobald, seit, wenn usw. eingeleiteter Nebensatz ordnet das Hauptsatzgeschehen zeitlich ein, weswegen er auch Temporalsatz genannt wird. Entsprechend kann er mit wann? erfragt werden. Syntaktisch fungiert er als adverbiale Bestimmung der Zeit, wobei zwischen Gleichzeitigkeit, Vorzeitigkeit und Nachzeitigkeit unterschieden werden kann:

  • Wenn ich groß bin, möchte ich Ärztin sein.
  • Er kaufte sich das Buch, nachdem es ihm empfohlen worden war.
  • Bevor sie ihre Eltern besucht, muss sie ihre Hausarbeit fertig schreiben.

Temporale Nebensätze mit bis stellen insofern eine Besonderheit dar, als sie nicht durch wann?, sondern durch wie lange? erfragbar sind:

  • Sie liefen so lange weiter, bis sie das Dorf erreichten.

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