kommen
Wortart: starkes Verb
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- kom|men
- Beispiele:
- du kamst, er/sie kam; du kämest; gekommen; komm[e]!; einen Arzt kommen lassen; den Gegner kommen lassen oder kommenlassen (angreifen lassen); die Kupplung kommen lassen oder kommenlassen (einkuppeln)
Bedeutungsübersicht
- sich auf ein Ziel hin bewegen [und dorthin gelangen]; anlangen, eintreffen
- gebracht werden
- hervortreten, [bei jemandem] in Erscheinung treten
- irgendwo aufgenommen, untergebracht, eingestellt o. Ä. werden
- in einen Zustand, eine Verfassung, eine bestimmte Lage geraten
- (von Stimmungen, geistigen Zuständen) jemanden erfassen, zu beherrschen beginnen
- Zeit, Gelegenheit für etwas finden
- [langsam herankommend] eintreten, sich ereignen
- etwas erlangen
- etwas Grundlegendes, äußerst Wichtiges verlieren
- (salopp) einen Orgasmus haben
- (umgangssprachlich) einen bestimmten Preis haben, kosten
- (von Säuglingen) zur Einnahme einer Mahlzeit aufwachen
- verblasst in festen Verbindungen mit Verbalabstrakta zur Umschreibung des entsprechenden Verbs (besonders des Passivs)
- (umgangssprachlich) drückt eine Aufforderung aus
Wussten Sie schon?
Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.Synonyme zu kommen
- ankommen, anlangen, sich einfinden, sich einstellen, eintreffen, erscheinen, landen; (österreichisch) einlangen; (umgangssprachlich) anrücken, anzwitschern, eintrudeln; (salopp) antanzen, aufkreuzen
- dazukommen, erscheinen, hinzukommen, teilhaben, teilnehmen; (umgangssprachlich) auf der Bildfläche erscheinen
- aufsuchen, besuchen, sich blicken lassen, einen Besuch abstatten/machen, zu Besuch kommen; (gehoben) sich bemühen, frequentieren, seine Aufwartung machen; (gehoben, oft ironisch) beehren; (umgangssprachlich) auf die Bude rücken, auf einen Sprung vorbeikommen, hereinschauen, hereinschneien, hereinsehen, vorbeikommen, vorbeischauen, vorbeisehen; (scherzhaft) überfallen; (bildungssprachlich veraltend) Visite machen; (gehoben veraltet) aufwarten
- ans Licht kommen, auftauchen, auftreten, deutlich/erkennbar werden, erscheinen, hervortreten, in Erscheinung treten, sichtbar werden, sich zeigen, zum Vorschein kommen, zutage kommen/treten
- gelangen, hin[ein]geraten, schlittern, verwickelt werden; (umgangssprachlich) hineinschlittern
- bekommen, erlangen, erreichen, erringen, erwerben, erzielen, gelangen, sich verschaffen; (gehoben) davontragen; (umgangssprachlich) einheimsen, ergattern, erwischen, kriegen
- abstammen, entspringen, sich ergeben, herrühren, herstammen, hervorgehen, ihren Ursprung haben, kommen von, seinen Ursprung haben, stammen, zurückgehen auf, zurückzuführen sein; (gehoben) rühren von
Herkunft
- mittelhochdeutsch komen, althochdeutsch koman, gemeingermanisch Wort
Grammatik
- starkes Verb; Perfektbildung mit »ist«
| Präsens | Indikativ | Konjunktiv I | Imperativ |
|---|---|---|---|
| Singular | ich komme | ich komme | |
| du kommst | du kommest | komm, komme! | |
| er/sie/es kommt | er/sie/es komme | ||
| Plural | wir kommen | wir kommen | |
| ihr kommt | ihr kommet | ||
| sie kommen | sie kommen |
| Präteritum | Indikativ | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| Singular | ich kam | ich käme |
| du kamst | du kämest, kämst | |
| er/sie/es kam | er/sie/es käme | |
| Plural | wir kamen | wir kämen |
| ihr kamt | ihr kämet, kämt | |
| sie kamen | sie kämen |
| Partizip I | kommend |
|---|---|
| Partizip II | gekommen |
| Infinitiv mit zu | zu kommen |
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
- sich auf ein Ziel hin bewegen [und dorthin gelangen]; anlangen, eintreffen
Beispiele
- pünktlich, zu spät kommen
- wir sind auch erst vor einer Stunde gekommen
- ich komme gleich (mache mich gleich auf den Weg)
- dort kommt die Bahn
- der Zug kommt erst in einer halben Stunde
- wann kommt der nächste Bus?
- wir kommen mit der Bahn, dem Flugzeug, dem Auto
- wir sind diesmal zu Fuß gekommen
- der Monteur kommt wegen der Heizung
- ich komme, um zu helfen
- ans Ziel kommen
- nach Hause kommen
- komme ich hier zum Bahnhof?
- kommt der Zug durch Mannheim? (liegt Mannheim auf der Route des Zuges?)
- aus dem Theater, Kino kommen (gerade im Theater, Kino gewesen sein)
- aus der Schule, von der Arbeit kommen (die Schule, die Arbeitsstelle gerade verlassen haben)
- das Auto kam (näherte sich) von rechts
- die Kupplung kommen lassen (einkuppeln)
- den Gegner kommen (angreifen) lassen
- <in Verbindung mit einem Verb der Bewegung im 2. Partizip>: angeritten, angeradelt, angebraust kommen
- <substantiviert>: ein ständiges Kommen und Gehen
- <in übertragener Bedeutung>: zum Schluss kommen
- <in übertragener Bedeutung>: auf etwas zu sprechen kommen
- <in übertragener Bedeutung>: wie sind wir auf dieses Thema gekommen? (was hat uns dazu veranlasst, darüber zu reden?)
- zu etwas erscheinen, an etwas teilnehmen
Beispiele
- zu einer Tagung kommen
- wie viele Leute werden kommen?
- ich weiß nicht, ob ich morgen kommen kann
- jemanden aufsuchen, besuchen
Beispiele
- die Ärztin kommt zu dem Kranken
- morgen wird ein Vertreter zu uns kommen
- <kommen + lassen>: den Arzt kommen lassen
- wir ließen [uns] ein Taxi kommen (bestellten ein Taxi)
- zu etwas erscheinen, an etwas teilnehmen
- gebracht werden
Beispiele
- ist eine Nachricht gekommen?
- für dich ist keine Post gekommen
- das Essen kommt gleich auf den Tisch (wird gleich aufgetragen)
- <in übertragener Bedeutung>: der Fall, der Hehler kam vor Gericht
- <in übertragener Bedeutung>: an die Öffentlichkeit kommen
- <in übertragener Bedeutung>: auf den Markt kommen
- <in übertragener Bedeutung>: der Film kommt diese Woche in die Kinos
- sich als Geschehen, Ereignis jemandem in bestimmter Weise darstellen
Beispiel
das kommt mir sehr gelegen - sich in bestimmter Weise gegen jemanden benehmen
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
so, in diesem Ton lasse ich mir nicht kommen! - sich [in belästigender Weise] an jemanden wenden
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiel
komm mir doch nicht immer mit Ausreden! Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
auf jemanden nichts kommen lassen (nicht dulden, dass Schlechtes über jemanden gesagt wird)
- sich als Geschehen, Ereignis jemandem in bestimmter Weise darstellen
- hervortreten, [bei jemandem] in Erscheinung treten
Beispiele
- die ersten Blüten kommen
- die Saat ist nicht gekommen (nicht aufgegangen)
- bei unserer Kleinen kommt der erste Zahn
- ihm kam der Gedanke (er hatte den Gedanken, Einfall), dass …
- seine Reue kam zu spät
- ihm/bei ihm kommen immer gleich die Tränen
- die Antwort kam spontan, wie aus der Pistole geschossen
- es kam ihr (umgangssprachlich; fiel ihr ein), dass sie noch etwas besorgen wollte
- meine Glückwünsche kommen von Herzen
- von ihm kam keine Hilfe
- irgendwo aufgenommen, untergebracht, eingestellt o. Ä. werden
Beispiele
- zur Schule, aufs Gymnasium, ins Krankenhaus, in ein Heim, ins Gefängnis kommen
- <in übertragener Bedeutung>: in den Himmel, in die Hölle kommen
- ordnungsgemäß an einen bestimmten Platz gestellt, gelegt werden
Beispiele
- das Buch kommt ins Regal
- wohin kommen die Müllsäcke?
- diese Löffel kommen (gehören) rechts ins Fach
- irgendwo seinen Platz erhalten
Beispiele
- der Aufsatz kommt in die nächste Nummer der Zeitschrift
- sie ist in dem Turnier auf den zweiten Platz gekommen
- ordnungsgemäß an einen bestimmten Platz gestellt, gelegt werden
- in einen Zustand, eine Verfassung, eine bestimmte Lage geraten
Beispiele
- in Gefahr, Not, Bedrängnis, Verlegenheit kommen
- die Kinder kamen in Versuchung
- er kam in den Verdacht, das Geld gestohlen zu haben
- in Schwung, Stimmung, Wut, Zorn kommen
- ins Sinnieren, ins Schwärmen kommen
- der Verkehr kam ins Stocken, zum Erliegen
- plötzlich kam ich ins Rutschen (begann ich zu rutschen)
- er kam unters Auto, unter die Straßenbahn (wurde vom Auto, von der Straßenbahn überfahren)
- <kommen + Infinitiv mit zu>: sie kam neben den Minister zu sitzen
- (von Stimmungen, geistigen Zuständen) jemanden erfassen, zu beherrschen beginnen
Beispiel
ein Gefühl der Verzweiflung, Zufriedenheit kam über ihn - Zeit, Gelegenheit für etwas finden
Beispiele
- endlich komme ich dazu, dir zu schreiben
- zum Waschen des Wagens, zum Reparieren des Radios bin ich noch nicht gekommen
- sie ist die ganze Nacht nicht zum Schlafen gekommen
- nicht aus dem Haus, nur selten ins Theater kommen (nicht, nur selten die Zeit oder Gelegenheit finden, das Haus zu verlassen, das Theater zu besuchen)
- nicht aus den Kleidern kommen (keine Zeit finden, die Kleider auszuziehen [und sich auszuruhen])
- [langsam herankommend] eintreten, sich ereignen
Beispiele
- die Flut kommt
- sie hielt den Zeitpunkt zum Eingreifen für gekommen
- das Ende wird bald kommen
- der nächste Winter kommt bestimmt
- ein Gewitter kommt
- der Tag, die Nacht kommt (gehoben; es wird Tag, Nacht)
- es kam alles ganz anders
- das kam für mich völlig überraschend
- es kommt noch so weit (es wird noch so), dass …
- ich sehe [es] schon kommen, dass …
- dieses Unglück habe ich schon lange kommen sehen
- was auch immer kommen mag, ich bleibe bei dir
- es kommt zum Streit, zum Krieg, zu einem Vergleich
- in den Betrieben kam es zu Entlassungen
- das durfte jetzt nicht kommen (umgangssprachlich, meist spöttisch; es war sehr töricht, das jetzt zu sagen)
- so weit kommt es noch! (umgangssprachlich ironisch; dazu darf es auf keinen Fall kommen!)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- <subst:> im Kommen sein ([wieder] modern, populär werden: Spitzen und Rüschen sind [wieder] im Kommen)
- wies kommt, so wirds genommen (umgangssprachlich; wie es vom Schicksal bestimmt ist, nehmen wir es hin; damit müssen wir fertig werden)
- etwas erlangen
Beispiele
- zu Geld, Reichtum, großen Ehren kommen
- zur Besinnung, Ruhe kommen
- nach der langen Krankheit kommt sie allmählich wieder zu Kräften
- wenn du dich nicht anstrengst, wirst du nie zu etwas kommen (umgangssprachlich; nie Besitz o. Ä. erwerben)
- wieder zu sich <Dativ> kommen (nach einer Ohnmacht o. Ä. das Bewusstsein wiedererlangen)
- etwas Grundlegendes, äußerst Wichtiges verlieren
Beispiel
um seine Ersparnisse, ums Leben kommen - durch eigene Anstrengung etwas verborgen Gebliebenes erfahren
Beispiele
- jemandem auf die Spur kommen
- hinter jemandes Schliche, hinter das Geheimnis kommen
- wie kommst du darauf? (woher hast du diesen Gedanken, diese Vermutung?)
- durch eigene Anstrengung sich in den Besitz von etwas bringen, etwas für sich erreichen
Beispiel
wie bist du an das Foto, an das Engagement gekommen?
- durch eigene Anstrengung etwas verborgen Gebliebenes erfahren
- an der Reihe sein, folgen
Beispiele
- wenn Sie diese Straße entlanggehen, kommt erst eine Schule, dann das Rathaus
- erst komme ich [an die Reihe], dann bist du dran
- in einem bestimmten Zahlenverhältnis entfallen
Beispiele
- auf hundert Berufstätige kommen sieben Arbeitslose
- bald wird auf jeden zweiten Einwohner ein Auto kommen
- an der Reihe sein, folgen
- von etwas herstammen; seinen Ursprung, Grund in etwas haben
Beispiele
- woher kommt das viele Geld?
- sein Husten kommt vom vielen Rauchen
- »Kunst« kommt von »können«
- wie kommt es, dass du noch nichts unternommen hast? (warum hast du …?)
- aus einfachen Verhältnissen kommen
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
das kommt davon! (das ist die Folge [deiner Handlungsweise]) - von einer Generation zur anderen weitergegeben, vererbt werden
Beispiele
- das Schmuckstück ist von der Großmutter auf sie gekommen
- diese Wertvorstellungen sind aus dem 19. Jahrhundert auf uns gekommen
- von etwas herstammen; seinen Ursprung, Grund in etwas haben
- einen Orgasmus haben
Gebrauch
salopp
- einen bestimmten Preis haben, kosten
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- die Reparatur kommt [mich] auf etwa 50 Euro
- deine Ansprüche kommen aber teuer!
- (von Säuglingen) zur Einnahme einer Mahlzeit aufwachen
Beispiel
die Kleine kommt dreimal pro Nacht - verblasst in festen Verbindungen mit Verbalabstrakta zur Umschreibung des entsprechenden Verbs (besonders des Passivs)
Beispiele
- zur Anwendung, Aufführung kommen (angewendet, aufgeführt werden)
- zum Einsatz kommen (eingesetzt werden)
- zu Fall kommen (fallen)
- drückt eine Aufforderung aus
Grammatik
- Imperativ
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- komm, werd nicht frech!
- komm, wir gehen!
