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kom­men

Wortart: starkes Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: kom|men
Beispiele: du kamst, er/sie kam; du kämest; gekommen; komm[e]!; einen Arzt kommen lassen; den Gegner kommen lassen oder kommenlassen (angreifen lassen); die Kupplung kommen lassen oder kommenlassen (einkuppeln)

Bedeutungsübersicht

  1. sich auf ein Ziel hin bewegen [und dorthin gelangen]; anlangen, eintreffen
    1. zu etwas erscheinen, an etwas teilnehmen
    2. jemanden aufsuchen, besuchen
  2. gebracht werden
    1. sich als Geschehen, Ereignis jemandem in bestimmter Weise darstellen
    2. (umgangssprachlich) sich in bestimmter Weise gegen jemanden benehmen
    3. (umgangssprachlich) sich [in belästigender Weise] an jemanden wenden
    4. in »auf jemanden nichts kommen lassen«
  3. hervortreten, [bei jemandem] in Erscheinung treten
  4. irgendwo aufgenommen, untergebracht, eingestellt o. Ä. werden
    1. ordnungsgemäß an einen bestimmten Platz gestellt, gelegt werden
    2. irgendwo seinen Platz erhalten
  5. in einen Zustand, eine Verfassung, eine bestimmte Lage geraten
  6. (von Stimmungen, geistigen Zuständen) jemanden erfassen, zu beherrschen beginnen
  7. Zeit, Gelegenheit für etwas finden
  8. [langsam herankommend] eintreten, sich ereignen
  9. etwas erlangen
  10. etwas Grundlegendes, äußerst Wichtiges verlieren
    1. durch eigene Anstrengung etwas verborgen Gebliebenes erfahren
    2. durch eigene Anstrengung sich in den Besitz von etwas bringen, etwas für sich erreichen
    1. an der Reihe sein, folgen
    2. in einem bestimmten Zahlenverhältnis entfallen
    1. von etwas herstammen; seinen Ursprung, Grund in etwas haben
    2. von einer Generation zur anderen weitergegeben, vererbt werden
  11. (salopp) einen Orgasmus haben
  12. (umgangssprachlich) einen bestimmten Preis haben, kosten
  13. (von Säuglingen) zur Einnahme einer Mahlzeit aufwachen
  14. verblasst in festen Verbindungen mit Verbalabstrakta zur Umschreibung des entsprechenden Verbs (besonders des Passivs)
  15. (umgangssprachlich) drückt eine Aufforderung aus

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu kommen

Aussprache

Betonung: kọmmen🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch komen, althochdeutsch koman, gemeingermanisch Wort

Grammatik

starkes Verb; Perfektbildung mit »ist«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich kommeich komme 
 du kommstdu kommest komm, komme!
 er/sie/es kommter/sie/es komme 
Pluralwir kommenwir kommen 
 ihr kommtihr kommet 
 sie kommensie kommen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich kamich käme
 du kamstdu kämest, kämst
 er/sie/es kamer/sie/es käme
Pluralwir kamenwir kämen
 ihr kamtihr kämet, kämt
 sie kamensie kämen
Partizip I kommend
Partizip II gekommen
Infinitiv mit zu zu kommen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. sich auf ein Ziel hin bewegen [und dorthin gelangen]; anlangen, eintreffen

    Beispiele

    • pünktlich, zu spät kommen
    • wir sind auch erst vor einer Stunde gekommen
    • ich komme gleich (mache mich gleich auf den Weg)
    • dort kommt die Bahn
    • der Zug kommt erst in einer halben Stunde
    • wann kommt der nächste Bus?
    • wir kommen mit der Bahn, dem Flugzeug, dem Auto
    • wir sind diesmal zu Fuß gekommen
    • der Monteur kommt wegen der Heizung
    • ich komme, um zu helfen
    • ans Ziel kommen
    • nach Hause kommen
    • komme ich hier zum Bahnhof?
    • kommt der Zug durch Mannheim? (liegt Mannheim auf der Route des Zuges?)
    • aus dem Theater, Kino kommen (gerade im Theater, Kino gewesen sein)
    • aus der Schule, von der Arbeit kommen (die Schule, die Arbeitsstelle gerade verlassen haben)
    • das Auto kam (näherte sich) von rechts
    • die Kupplung kommen lassen (einkuppeln)
    • den Gegner kommen (angreifen) lassen
    • <in Verbindung mit einem Verb der Bewegung im 2. Partizip>: angeritten, angeradelt, angebraust kommen
    • <substantiviert>: ein ständiges Kommen und Gehen
    • <in übertragener Bedeutung>: zum Schluss kommen
    • <in übertragener Bedeutung>: auf etwas zu sprechen kommen
    • <in übertragener Bedeutung>: wie sind wir auf dieses Thema gekommen? (was hat uns dazu veranlasst, darüber zu reden?)
    1. zu etwas erscheinen, an etwas teilnehmen

      Beispiele

      • zu einer Tagung kommen
      • wie viele Leute werden kommen?
      • ich weiß nicht, ob ich morgen kommen kann
    2. jemanden aufsuchen, besuchen

      Beispiele

      • die Ärztin kommt zu dem Kranken
      • morgen wird ein Vertreter zu uns kommen
      • <kommen + lassen>: den Arzt kommen lassen
      • wir ließen [uns] ein Taxi kommen (bestellten ein Taxi)
  2. gebracht werden

    Beispiele

    • ist eine Nachricht gekommen?
    • für dich ist keine Post gekommen
    • das Essen kommt gleich auf den Tisch (wird gleich aufgetragen)
    • <in übertragener Bedeutung>: der Fall, der Hehler kam vor Gericht
    • <in übertragener Bedeutung>: an die Öffentlichkeit kommen
    • <in übertragener Bedeutung>: auf den Markt kommen
    1. sich als Geschehen, Ereignis jemandem in bestimmter Weise darstellen

      Beispiel

      das kommt mir sehr gelegen
    2. sich in bestimmter Weise gegen jemanden benehmen

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiele

      • so, in diesem Ton lasse ich mir nicht kommen!
      • wie kommst du mir denn?
    3. sich [in belästigender Weise] an jemanden wenden

      Gebrauch

      umgangssprachlich

      Beispiel

      komm mir doch nicht immer mit Ausreden!
    4. Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      auf jemanden nichts kommen lassen (nicht dulden, dass Schlechtes über jemanden gesagt wird)
  3. hervortreten, [bei jemandem] in Erscheinung treten

    Beispiele

    • die ersten Blüten kommen
    • die Saat ist nicht gekommen (nicht aufgegangen)
    • bei unserer Kleinen kommt der erste Zahn
    • ihm kam der Gedanke (er hatte den Gedanken, Einfall), dass …
    • seine Reue kam zu spät
    • ihm/bei ihm kommen immer gleich die Tränen
    • die Antwort kam spontan, wie aus der Pistole geschossen
    • es kam ihr (umgangssprachlich; fiel ihr ein), dass sie noch etwas besorgen wollte
    • meine Glückwünsche kommen von Herzen
    • von ihm kam keine Hilfe
  4. irgendwo aufgenommen, untergebracht, eingestellt o. Ä. werden

    Beispiele

    • zur Schule, aufs Gymnasium, ins Krankenhaus, in ein Heim, ins Gefängnis kommen
    • <in übertragener Bedeutung>: in den Himmel, in die Hölle kommen
    • der Film kommt jetzt in die Kinos (wird im Kino gezeigt)
    1. ordnungsgemäß an einen bestimmten Platz gestellt, gelegt werden

      Beispiele

      • das Buch kommt ins Regal
      • wohin kommen die Müllsäcke?
      • diese Löffel kommen (gehören) rechts ins Fach
    2. irgendwo seinen Platz erhalten

      Beispiele

      • der Aufsatz kommt in die nächste Nummer der Zeitschrift
      • sie ist in dem Turnier auf den zweiten Platz gekommen
  5. in einen Zustand, eine Verfassung, eine bestimmte Lage geraten

    Beispiele

    • in Gefahr, Not, Bedrängnis, Verlegenheit kommen
    • die Kinder kamen in Versuchung
    • er kam in den Verdacht, das Geld gestohlen zu haben
    • in Schwung, Stimmung, Wut, Zorn kommen
    • ins Sinnieren, ins Schwärmen kommen
    • der Verkehr kam ins Stocken, zum Erliegen
    • plötzlich kam ich ins Rutschen (begann ich zu rutschen)
    • er kam unters Auto, unter die Straßenbahn (wurde vom Auto, von der Straßenbahn überfahren)
    • <kommen + Infinitiv mit zu>: sie kam neben den Minister zu sitzen
  6. (von Stimmungen, geistigen Zuständen) jemanden erfassen, zu beherrschen beginnen

    Beispiel

    ein Gefühl der Verzweiflung, Zufriedenheit kam über ihn
  7. Zeit, Gelegenheit für etwas finden

    Beispiele

    • endlich komme ich dazu, dir zu schreiben
    • zum Waschen des Wagens, zum Reparieren des Radios bin ich noch nicht gekommen
    • sie ist die ganze Nacht nicht zum Schlafen gekommen
    • nicht aus dem Haus, nur selten ins Theater kommen (nicht, nur selten die Zeit oder Gelegenheit finden, das Haus zu verlassen, das Theater zu besuchen)
    • nicht aus den Kleidern kommen (keine Zeit finden, die Kleider auszuziehen [und sich auszuruhen])
  8. [langsam herankommend] eintreten, sich ereignen

    Beispiele

    • die Flut kommt
    • sie hielt den Zeitpunkt zum Eingreifen für gekommen
    • das Ende wird bald kommen
    • der nächste Winter kommt bestimmt
    • ein Gewitter kommt
    • der Tag, die Nacht kommt (gehoben; es wird Tag, Nacht)
    • es kam alles ganz anders
    • das kam für mich völlig überraschend
    • es kommt noch so weit (es wird noch so), dass …
    • ich sehe [es] schon kommen, dass …
    • dieses Unglück habe ich schon lange kommen sehen
    • was auch immer kommen mag, ich bleibe bei dir
    • es kommt zum Streit, zum Krieg, zu einem Vergleich
    • in den Betrieben kam es zu Entlassungen
    • das durfte jetzt nicht kommen (umgangssprachlich, meist spöttisch; es war sehr töricht, das jetzt zu sagen)
    • so weit kommt es noch! (umgangssprachlich ironisch; dazu darf es auf keinen Fall kommen!)

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    • <subst:> im Kommen sein ([wieder] modern, populär werden: Spitzen und Rüschen sind [wieder] im Kommen)
    • wies kommt, so wirds genommen (umgangssprachlich: wie es vom Schicksal bestimmt ist, nehmen wir es hin; damit müssen wir fertigwerden)
  9. etwas erlangen

    Beispiele

    • zu Geld, Reichtum, großen Ehren kommen
    • zur Besinnung, Ruhe kommen
    • nach der langen Krankheit kommt sie allmählich wieder zu Kräften
    • wenn du dich nicht anstrengst, wirst du nie zu etwas kommen (umgangssprachlich; nie Besitz o. Ä. erwerben)
    • wieder zu sich <Dativ> kommen (nach einer Ohnmacht o. Ä. das Bewusstsein wiedererlangen)
  10. etwas Grundlegendes, äußerst Wichtiges verlieren

    Beispiel

    um seine Ersparnisse, ums Leben kommen
    1. durch eigene Anstrengung etwas verborgen Gebliebenes erfahren

      Beispiele

      • jemandem auf die Spur kommen
      • hinter jemandes Schliche, hinter das Geheimnis kommen
      • wie kommst du darauf? (woher hast du diesen Gedanken, diese Vermutung?)
    2. durch eigene Anstrengung sich in den Besitz von etwas bringen, etwas für sich erreichen

      Beispiel

      wie bist du an das Foto, an das Engagement gekommen?
    1. an der Reihe sein, folgen

      Beispiele

      • wenn Sie diese Straße entlanggehen, kommt erst eine Schule, dann das Rathaus
      • erst komme ich [an die Reihe], dann bist du dran
    2. in einem bestimmten Zahlenverhältnis entfallen

      Beispiele

      • auf hundert Berufstätige kommen sieben Arbeitslose
      • bald wird auf jeden zweiten Einwohner ein Auto kommen
    1. von etwas herstammen; seinen Ursprung, Grund in etwas haben

      Beispiele

      • woher kommt das viele Geld?
      • sein Husten kommt vom vielen Rauchen
      • »Kunst« kommt von »können«
      • wie kommt es, dass du noch nichts unternommen hast? (warum hast du …?)
      • aus einfachen Verhältnissen kommen

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      das kommt davon! (das ist die Folge [deiner Handlungsweise])
    2. von einer Generation zur anderen weitergegeben, vererbt werden

      Beispiele

      • das Schmuckstück ist von der Großmutter auf sie gekommen
      • diese Wertvorstellungen sind aus dem 19. Jahrhundert auf uns gekommen
  11. einen Orgasmus haben

    Gebrauch

    salopp

  12. einen bestimmten Preis haben, kosten

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiele

    • die Reparatur kommt [mich] auf etwa 50 Euro
    • deine Ansprüche kommen aber teuer!
  13. (von Säuglingen) zur Einnahme einer Mahlzeit aufwachen

    Beispiel

    die Kleine kommt dreimal pro Nacht
  14. verblasst in festen Verbindungen mit Verbalabstrakta zur Umschreibung des entsprechenden Verbs (besonders des Passivs)

    Beispiele

    • zur Anwendung, Aufführung kommen (angewendet, aufgeführt werden)
    • zum Einsatz kommen (eingesetzt werden)
    • zu Fall kommen (fallen)
  15. drückt eine Aufforderung aus

    Grammatik

    Imperativ

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiele

    • komm, werd nicht frech!
    • komm, wir gehen!

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