Einfach erklärt: Was ist ein Kasus? Die vier Fälle im Deutschen

Den Kasus kennen Sie aus der Schule vielleicht noch als Fall: In der deutschen Sprache gibt es vier Fälle. Aber was ist überhaupt ein Kasus bzw. ein Fall? In diesem Artikel erhalten Sie eine Antwort und erfahren, wie Sie den Kasus einzelner Wörter bestimmen.

Der Kasus zeigt an, wie die nominalen Bestandteile von Sätzen mit anderen Wörtern im Satz in Beziehung stehen. Es gibt ihn nicht nur im Deutschen, sondern auch in vielen anderen Sprachen. Die Mehrzahl von Kasus lautet ebenfalls Kasus. Anders als bei der Einzahl wird das u dabei lang gesprochen, genauso wie bei Status.

Neben Genus und Numerus ist der Kasus eine der drei Deklinationskategorien des Deutschen. Das bedeutet: Alle Substantive, Pronomen und Artikel werden in diesen Kategorien gebeugt – auch viele Adjektive.

Während sich das Genus im Deutschen entweder feminin, maskulin oder als Neutrum ausprägt, zeigt sich der Numerus entweder als Singular (Einzahl) oder als Plural (Mehrzahl). Der Kasus kennt vier Ausprägungen – die sogenannten vier Fälle:

  1. Nominativ (auch: Werfall)
  2. Akkusativ (auch: Wenfall)
  3. Dativ (auch: Wemfall)
  4. Genitiv (auch: Wesfall)

Die vier Kasus im Deutschen

Die vier Fälle eines Wortes lassen sich in einer Tabelle abbilden. Der Nominativ steht als „Nennform“ immer an erster Stelle – das ist die Form des Wortes, die in Wörterbüchern angegeben wird. Für das Beispiel Haus sieht die Tabelle so aus:

Fall Singularform Pluralform
Nominativ das Haus die Häuser
Akkusativ das Haus die Häuser
Dativ dem Haus(e) den Häusern
Genitiv des Hauses der Häuser

Hier wird bereits deutlich, dass die Endungen bzw. Laute, die den Kasus anzeigen, nicht immer eindeutig sind. Der Genitiv ist zumindest im Singular häufig erkennbar, aber bei den anderen Formen lässt sich der Kasus nicht auf Anhieb bestimmen. Wichtig ist deshalb, welche Funktion das Wort in einem bestimmten Satz einnimmt, sprich, welcher Sachverhalt oder welche Bedeutung beschrieben wird.

Den Kasus bestimmen

Der Kasus ist immer vorhanden, er lässt sich also auch immer ermitteln. Dazu wird meist die Frageprobe eingesetzt. Jeder nominale Bestandteil eines Satzes kann dabei durch eines der folgenden Fragepronomen ersetzt werden:

  1. Nominativ: Wer oder was?
  2. Akkusativ: Wen oder was?
  3. Dativ: Wem?
  4. Genitiv: Wessen?

Um die Frage zu formulieren, können die Satzteile umgestellt werden. Die Frage muss aber zwingend alle anderen Elemente des Satzes enthalten, es darf nichts weggelassen oder hinzugefügt werden.

Beispielsatz: Paula gibt ihrer Freundin die Nummer ihres Bruders.

•    Frage 1: Wer gibt ihrer Freundin die Nummer ihres Bruders? (Paula = Nominativ)
•    Frage 2: Wem gibt Paula die Nummer ihres Bruders? (ihrer Freundin = Dativ)
•    Frage 3: Wen/was gibt Paula ihrer Freundin? (die Nummer ihres Bruders = Akkusativ)
•    Frage 4: Wessen Nummer gibt Paula ihrer Freundin? (ihres Bruders = Genitiv)

Damit sind die Kasus aller vier nominaler Bestandteile des Satzes bestimmt. In einem nächsten Schritt ließe sich ermitteln, ob es sich dabei um Subjekte, Objekte, andere Arten von Satzgliedern oder nicht satzgliedwertige Phrasen wie Attribute handelt.

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