Lehnwörter aus dem Keltischen

Wussten Sie, dass sich noch etliche Wörter aus dem Keltischen im Deutschen tummeln? Wir stellen Ihnen hier einige interessante Fälle vor.

Normalerweise vertreiben sich ja die gallischen Recken Asterix und Obelix die Zeit damit, römische Legionäre zu vermöbeln. Heute soll Asterix aber mal einen Bildungsauftrag erfüllen – und wenn es auch nur ein Wortbildungsauftrag ist. Und der betrifft den zweiten Teil seines Namens: -rix. Denn von keltisch (gallisch) rix – „Herrscher, Fürst, König“ – sind unsere Wörter „Reich“ und „reich“ abgeleitet. Indoeuropäisch damit verwandt ist etwa lateinisch rex – „König“.

Ebenfalls aus dem Keltischen (Gallischen) abgeleitet ist Amt, und zwar von amb[i]aktos – „Diener, Bote“, das gallolateinisch als ambactus überliefert ist, eigentlich „Herumgeschickter“ heißt und sich z. B. auch im Niederländischen als Ambacht(sman) – „Handwerk(er)“ findet oder im Schweizerischen als Ammann – „Vorsteher einer Exekutivbehörde“.

Weitere Wörter des Deutschen, die aus dem Keltischen stammen, sind etwa Eid, Flanell, Geisel, Gladiole (über lat. gladius – „Schwert“, vgl. altirisch claideb oder kymrisch, d. h. walisisch cleddyf), Glocke, Mergel, Kai, Pferd, Vasall. Dazu kommen noch die Bestandteile von Ortsnamen wie -magen von magos – „Feld“ (Dormagen, Remagen).

Mehr oder weniger stark verdächtigen, aus dem Keltischen zu stammen, darf man: Heide, Laus, Beton, Bock, Leder, Mähre, Dam[wild], dick, Eisen, Mine, Tonne. Zu diesen Wörtern fand man bisher nur im Keltischen verwandte Wörter, und man fragt sich für jedes einzelne: Wer hat's von wem? Oder gibt es in dem einen oder anderen Fall vielleicht ein indoeuropäisches Ursprungswort, das sich dann nur bis ins Germanische und Keltische, nicht aber bis in andere indoeuropäische Sprachen durchgearbeitet hat? Genaues weiß man nicht ...  

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