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ste­cken

Wortart: schwaches Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▮
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Rechtschreibung

Worttrennung: ste|cken
Man schreibt »stecken« in wörtlicher Bedeutung getrennt von »bleiben« und »lassen«:
  • stecken bleiben; ich bleibe stecken; der Nagel ist stecken geblieben
  • er hat den Schlüssel stecken lassen, seltener stecken gelassen
Bei übertragener Bedeutung kann getrennt oder zusammengeschrieben werden:
  • sie ist während des Vortrags stecken geblieben oder steckengeblieben
  • du kannst dein Geld stecken lassen oder steckenlassen, ich bezahle

Bedeutungsübersicht

    1. [durch eine Öffnung hindurchführen und] an eine bestimmte Stelle tun (schieben, stellen, legen); hineinstecken
    2. an einer bestimmten [dafür vorgesehenen] Stelle einpassen; aufstecken; feststecken
  1. an, auf, in etwas befestigen, [mithilfe von Nadeln] anheften, anstecken
  2. (landschaftlich) (besonders von Knollen, Zwiebeln o. Ä.) an der dafür bestimmten Stelle in die Erde bringen; setzen, legen
  3. (umgangssprachlich) jemandem heimlich mitteilen, zur Kenntnis bringen
    1. sich an einer bestimmten Stelle, an die etwas getan (geschoben, gestellt, gelegt) worden ist, befinden
    2. an einer bestimmten [dafür vorgesehenen] Stelle eingepasst, auf etwas aufgesteckt, an etwas festgesteckt sein
  4. an, auf, in etwas befestigt, [mithilfe von Nadeln] angeheftet, angesteckt sein
  5. viel, eine Menge, ein großes Maß von etwas aufweisen
  6. (umgangssprachlich) aufgeben

Wussten Sie schon?

Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Zertifikats Deutsch.

Synonyme zu stecken

Aussprache

Betonung: stẹcken🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch stecken, in der mittelhochdeutschen Form sind zusammengefallen althochdeutsch stecchēn = festhaften, stecken bleiben und stecchen = stechend befestigen, Kausativ zu: stehhan, stechen

Grammatik

schwaches, bei intransitivem Gebrauch im Präteritum gehoben auch unregelmäßiges Verb
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich steckeich stecke 
 du steckstdu steckest steck, stecke!
 er/sie/es steckter/sie/es stecke 
Pluralwir steckenwir stecken 
 ihr stecktihr stecket
 sie steckensie stecken 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich steckteich steckte
 du stecktestdu stecktest
 er/sie/es steckteer/sie/es steckte
Pluralwir stecktenwir steckten
 ihr stecktetihr stecktet
 sie stecktensie steckten
Partizip I steckend
Partizip II gesteckt
Infinitiv mit zu zu stecken

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. [durch eine Öffnung hindurchführen und] an eine bestimmte Stelle tun (schieben, stellen, legen); hineinstecken

      Grammatik

      Perfektbildung mit »hat«

      Beispiele

      • den Brief in den Umschlag stecken
      • er steckte die Papiere zu sich (steckte sie ein, nahm sie an sich)
      • die Hand durch das Gitter stecken (durchstecken)
      • <in übertragener Bedeutung>: (familiär) das Kind ins Bett stecken (dafür sorgen, dass es ins Bett kommt)
      • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) die Oma in ein Heim stecken (in einem Seniorenheim unterbringen)
      • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) jemanden ins Gefängnis stecken (mit Gefängnis bestrafen)
      • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) er wurde in eine Uniform gesteckt (er musste eine Uniform anziehen)
      • <in übertragener Bedeutung>: sie hat viel, ihr ganzes Vermögen, ihre ganze Kraft in das Unternehmen gesteckt (hineingesteckt, investiert)
      • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) sich hinter jemanden stecken (jemanden zur Mithilfe bei etwas zu gewinnen suchen; jemanden anstacheln, ihn bei etwas zu unterstützen)
      • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) sich hinter etwas stecken (sich mit Eifer an etwas, an eine Arbeit machen)
    2. an einer bestimmten [dafür vorgesehenen] Stelle einpassen; aufstecken; feststecken

      Grammatik

      Perfektbildung mit »hat«

      Beispiele

      • einen Ring an den Finger stecken
      • Kerzen auf den Leuchter stecken
  1. an, auf, in etwas befestigen, [mithilfe von Nadeln] anheften, anstecken

    Grammatik

    Perfektbildung mit »hat«

    Beispiele

    • ein Abzeichen ans Revers stecken
    • sich das Haar zu einem Knoten stecken (aufstecken)
    • <auch ohne Raumergänzung>: der Saum ist nur gesteckt
  2. (besonders von Knollen, Zwiebeln o. Ä.) an der dafür bestimmten Stelle in die Erde bringen; setzen, legen

    Grammatik

    Perfektbildung mit »hat«

    Gebrauch

    landschaftlich

    Beispiel

    Zwiebeln stecken
  3. jemandem heimlich mitteilen, zur Kenntnis bringen

    Grammatik

    Perfektbildung mit »hat«

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiel

    dem Chef etwas stecken

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    es jemandem stecken (umgangssprachlich: jemandem unverblümt die Meinung sagen; wohl nach der Sitte der Femegerichte, Vorladungen mit einem Dolch an die Tür des zu Ladenden zu heften)
    1. sich an einer bestimmten Stelle, an die etwas getan (geschoben, gestellt, gelegt) worden ist, befinden

      Grammatik

      hat, süddeutsch, österreichisch, schweizerisch auch: ist

      Beispiele

      • er hat immer die Hände in den Taschen stecken
      • der Pfahl steckt [fest] in der Erde
      • Gräten können leicht im Hals stecken bleiben
      • die Radfahrer sind im Schlamm stecken geblieben
      • (umgangssprachlich) du kannst dein Geld stecken lassen (ich bezahle für dich mit)
      • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) wo hast du denn gesteckt? (wo warst du denn?)
      • <in übertragener Bedeutung>: (umgangssprachlich) ich habe eine Erkältung in mir stecken (ich habe eine noch nicht richtig zum Ausbruch gekommene Erkältung)
      • <in übertragener Bedeutung>: mein Freund steckt (umgangssprachlich; befindet sich) in Schwierigkeiten
      • <in übertragener Bedeutung>: erst in den Anfängen stecken (noch nicht weit gediehen sein)
      • <in übertragener Bedeutung>: in jemandem steckt etwas (umgangssprachlich; jemand ist begabt, befähigt)
      • <in übertragener Bedeutung>: der Schreck stak ihm noch in den Gliedern

      Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

      hinter etwas stecken (umgangssprachlich: die Triebfeder, der Veranlasser von etwas, einer bestimmten Handlung o. Ä. sein)
    2. an einer bestimmten [dafür vorgesehenen] Stelle eingepasst, auf etwas aufgesteckt, an etwas festgesteckt sein

      Grammatik

      hat, süddeutsch, österreichisch, schweizerisch auch: ist

      Beispiele

      • der Schlüssel steckt im Schloss
      • <auch ohne Raumergänzung>: (umgangssprachlich) der Schlüssel steckt, wurde stecken gelassen (ist nicht abgezogen)
  4. an, auf, in etwas befestigt, [mithilfe von Nadeln] angeheftet, angesteckt sein

    Grammatik

    hat, süddeutsch, österreichisch, schweizerisch auch: ist

    Beispiel

    ein Abzeichen steckt an seinem Revers
  5. viel, eine Menge, ein großes Maß von etwas aufweisen

    Grammatik

    hat, süddeutsch, österreichisch, schweizerisch auch: ist

    Beispiel

    er steckt voller Einfälle
  6. aufgeben (7)

    Grammatik

    Perfektbildung mit »hat«

    Gebrauch

    umgangssprachlich

    Beispiel

    die Reise können wir stecken

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