Wohin kommen die Anführungszeichen?

Hier beschäftigen wir uns mit den drei häufigsten Fällen, in denen Anführungszeichen gesetzt werden.

Die Anführungszeichen, im Volksmund häufig auch „Gänsefüßchen“ genannt, kommen vor allem in drei Bereichen zum Einsatz: Sie stehen bei der direkten Rede bzw. bei direkt wiedergegebenen Gedanken am Anfang und am Ende der jeweiligen Aussage: „Eine erneute Rückholaktion wird es nicht geben“, betonte der Außenminister. Nach weiteren Exzessen stellte der Bürgermeister klar: „Wir wollen diese Touristen hier nicht mehr.“ „Das gibt eine Katastrophe“, dachte er.

Weiterhin werden sie gesetzt bei der wörtlichen Anführung einer Textstelle aus Büchern, Schriftstücken u. Ä., jeweils am Anfang und Ende des Zitats: „Es ist noch nicht aller Tage Abend“ heißt es im Werk des römischen Schriftstellers Titus Livius. Die Frage „Kommt es zu einer zweiten Infektionswelle?“ wurde in der Talkshow kontrovers diskutiert.

Anführungszeichen dienen dazu, einzelne Wörter, Werktitel, Überschriften, Bezeichnungen etc. hervorzuheben: Die Zeit, als Amerika als „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ galt, ist wohl vorüber. „Das verborgene Wort“ ist ein Roman von Ulla Hahn.
In letztere Kategorie gehören auch die folgenden Beispiele, in denen Anführungszeichen Ironie oder Distanzierung kennzeichnen: Dieser „treue Freund“ war der Erste, der ihn denunzierte. Sie hat „nur“ die Silbermedaille gewonnen. Diesen Auftritt als „Polizeiaktion“ zu bezeichnen ist geradezu zynisch.

Für Werktitel, Namen von Zeitschriften u. Ä. gilt in diesem Zusammenhang, dass ein einleitender Artikel in die Anführungszeichen integriert werden kann, wenn er unverändert bleibt: Wir mussten „Das Lied von der Glocke“ auswendig lernen (oder: das „Lied von der Glocke“).

Ändert sich der einleitende Artikel allerdings, muss er außerhalb der Anführungszeichen stehen: Sie trug eine Strophe aus dem „Lied von der Glocke“ vor.

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