Wann kann der Binde­­strich ge­braucht werden?

In diesem Artikel geht es darum, wann ein Bindestrich im Wortinneren fakultativ ist, also gebraucht werden kann.

In vielen Fällen haben Sie als Schreiberin und Schreiber die Qual der Wahl und müssen selbst entscheiden, ob Sie bei Zusammensetzungen einen Bindestrich setzen möchten oder nicht. Manchmal drängt er sich sozusagen auf, wenn Sie beispielsweise ein Element hervorheben möchten: Wein-Freund (nicht als Freund des Weines, sondern als Freund, bei dem man auch einmal weinen darf). Besonders beliebt ist diese Hervorhebung bei Eigennamen, wie z. B. der Tansania-Reise. Bei Adjektiven sollten Sie beachten, dass der Name dann seine Großschreibung beibehält: Nordamerika-weit.

Der Bindestrich wird auch gerne genutzt, um in Zusammensetzungen mit Bestandteilen aus unterschiedlichen Sprachen die Sprachgrenze anzuzeigen: Shopping-Erlebnis, Tortilla-Füllung. Somit erleichtert der Bindestrich es dem Leser, ein Wort schneller zu erfassen. Dieselbe Erleichterung wird auch angestrebt, wenn lange oder unübersichtliche Zusammensetzungen durch einen Bindestrich geteilt werden (wobei Sie allerdings darauf achten müssen, dass er an der passenden Stelle steht, also nicht Kinder-Wagenreifen, sondern Kinderwagen-Reifen).

Entsprechendes gilt übrigens auch für Übernahmen aus Fremdsprachen, bei denen Sie selbst entscheiden können, ob Sie den Bindestrich setzen oder nicht. So ist Eventmanager oder Crowdfunding genauso richtig wie Event-Manager oder Crowd-Funding. Aus dem Englischen kommt noch eine besondere Form von Substantiven, die aus einem Verb plus angehängtem Adverb entstanden sind, wie z. B. Start-up oder Sit-in. Hier können Sie den Bindestrich zwar auch weglassen, aber das sollten Sie nur dann tun, wenn die Kombination gut lesbar und verständlich bleibt.

Auch das ungeliebte Aufeinandertreffen von drei gleichen Konsonanten lässt sich durch den Bindestrich zumindest abmildern: Stamm-Mutter, Kunststoff-Flasche.

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