Kommasetzung bei nach­­gestell­ten Er­­läute­­rungen

Wir betrachten heute einmal die „Kehrseite“ der Interpunktion und zeigen Ihnen zwei Fälle, in denen Sie KEIN Komma setzen dürfen.

Die Kommasetzung hat in der geschriebenen Sprache eine wichtige Funktion: Sie gliedert einen Satz in bestimmte Abschnitte, um ihn leichter lesbar zu machen. Zu wenige Kommas, aber auch zu viele erschweren das Lesen und Verstehen eines Satzes.

Eine Präpositionalgruppe, d. h. eine mit einer Präposition eingeleitete Wortgruppe, darf in der Regel fakultativ in Kommas eingeschlossen werden: „Die Teilnahmegebühr[,] einschließlich Materialkosten[,] beträgt 140 Euro.“  „Er hat[,] trotz aller guten Vorsätze[,] wieder zu rauchen angefangen.“ 

Unzulässig ist die Abtrennung einer Präpositionalgruppe jedoch am Satzanfang: „Einschließlich Materialkosten beträgt die Teilnahmegebühr 140 Euro.“ „Trotz aller guten Vorsätze hat er wieder zu rauchen angefangen.“

Auch nachgestellte Erläuterungen werden üblicherweise mit Komma abgetrennt bzw. in Kommas eingeschlossen. Man erkennt sie häufig daran, dass sie von charakteristischen Wörtern oder Wortgruppen (also, besonders, das heißt, das ist, insbesondere, nämlich, und zwar, vor allem, zum Beispiel u. a.) eingeleitet werden: „Sie isst für ihr Leben gern Spargel, insbesondere mit Pellkartoffeln und gekochtem Schinken.“ „“Das Schiff fährt wöchentlich einmal, und zwar sonntags, nach Helgoland“.

Das schließende Komma nach einer Erläuterung darf jedoch nicht gesetzt werden, wenn diese in eine substantivische oder verbale Fügung einbezogen ist. Das ist der Fall, wenn die Erläuterung zwischen einem Attribut und dem zugehörigen Substantiv steht und das Attribut erläutert: „Das ist eine winterharte, d. h. nicht frostempfindliche Pflanze.“

Auch wenn die Erläuterung zwischen den Teilen des Prädikats steht und das Prädikat erläutert, setzt man kein schließendes Komma: „Ich danke dir sehr, dass du mir geholfen, insbesondere mir wertvolle Ratschläge gegeben hast.“

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