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Subjekts- und Objektsgenitiv

 Ähnlich lässt sich der Biss des Hundes behandeln – oder etwa doch nicht? Ist hier nun gemeint, dass der Hund jemanden gebissen hat (Subjektsgenitiv) oder wurde womöglich der Hund selbst von einem Artgenossen oder gar von einer Katze angegriffen? Dann wäre der Hund als Gebissener das Objekt der Handlung und es läge ein Objektsgenitiv vor. Wie lassen sich solche Zweideutigkeiten lösen?
 
Zunächst gilt, dass von intransitiven Verben kein Objektsgenitiv gebildet werden kann, so etwas wie die Abhilfe des Übels wäre also nicht korrekt. Bei transitiven Verben ist es hingegen prinzipiell möglich, beide Genitivarten zu bilden. Sind an einer Handlung sowohl Personen als auch Dinge beteiligt, steht in der Regel die Person im Subjekts- und der Gegenstand im Objektsgenitiv: die Feststellung der Wissenschaftlerin bzw. die Feststellung der Tatsache. Sind zwei Lebewesen beteiligt, ähnlich wie oben im Beispiel mit Biss und Hund, ist es klüger, nicht den Genitiv zu verwenden, sondern eine andere Konstruktion zu wählen: der Hundebiss lässt auf einen bissigen Hund schließen, der dem Hund zugefügte Biss hingegen auf einen bissigen Gegner.