Schreibt man „zu hause“, „zu Hause“, „Zu Hause“, „zuhause“ oder „Zuhause“?

Bei den verschiedenen Schreibweisen kann man schon mal den Überblick verlieren – selbst wenn es um das eigene wohlbekannte Heim geht. Lesen Sie hier, wie sich die Varianten unterscheiden und welche Schreibung Duden empfiehlt.

Fährt ein weißes Schiff nach Hongkong, hab ich Sehnsucht nach der Ferne. Aber dann in weiter Ferne hab ich Sehnsucht nach … – ja, wonach denn? Nach zuhaus, nach Zuhaus, nach zu haus oder nach zu Haus?

Hier hilft, wie gar nicht so selten, die Grammatik, die klärt, ob es sich bei unserem Ausdruck um ein Substantiv handelt oder um etwas Adverbiales. Substantive schreibt man groß und zusammen, also hier: Zuhause.

Das Substantiv Zuhause tritt in der Regel zusammen mit einem Artikel (das, eines etc.), Artikelwort (jenem, manches etc.) oder Adjektiv/Partizip (krasses, gepflegten etc.) auf: Was für ein krasses Zuhause! In dem allzu gepflegten Zuhause meines Chefs würde ich mich nicht wohlfühlen.

In unserem Schlagerbeispiel dagegen tritt weder ein Artikel noch ein Artikelwort noch ein Adjektiv/Partizip zu der fraglichen Fügung hinzu, also handelt es sich auch nicht um ein Substantiv, sondern um etwas Adverbiales, entweder um ein Adverb, das man zuhaus[e] schreibt, oder um eine adverbiale Präpositionalgruppe, die man zu Haus[e] schreibt.

Daraus folgt: Aber dann in weiter Ferne hab ich Sehnsucht nach zu Haus / zuhaus. Seit ich coronabedingt zu Hause / zuhause im Homeoffice arbeite, sieht es bei uns chaotisch aus. Duden empfiehlt die Schreibung zu Haus[e].

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