Pronominal­adverbien

Stellen wir uns lieber eine Welt, worin alles gut ist, vor oder eher eine Welt, in der alles gut ist? Hier erfahren Sie mehr über die Verwendung von Pronominaladverbien wie daran, damit, darüber, hierbei, hiermit, woran, wodurch, wovon usw.

Pronominaladverbien sind Wörter wie: daran, damit, darüber, hierbei, hiermit, woran, wodurch, wovon usw. Wie die Bezeichnung schon verrät, ist das Pronominaladverb ein Adverb, und zwar eines, das normalerweise die Stelle einer Präpositionalgruppe besetzt: „Auf die Kohle warte ich jetzt schon seit Wochen / Darauf warte ich jetzt schon seit Wochen.“

Da sowohl ein Pronominaladverb als auch die Verbindung von Präposition und Pronomen die Stelle einer Präpositionalgruppe besetzen können, kommt es häufig zu Unsicherheiten. So wird in der Regel ein Pronominaladverb verwendet, wenn die Stelle einer Sache oder eines Begriffs besetzt werden soll: „Liegt eigentlich mein E-Bass noch bei dir irgendwo rum? Daran (nicht: An den) hatte ich nämlich noch eine Eintrittskarte geklebt.“ „Das war dann doch eine Art ausgleichender Ungerechtigkeit. Damit (nicht: Mit der) konnte Anja ganz gut leben.“

Kein Pronominaladverb, sondern Präposition + Pronomen wird verwendet, wenn es um Personen geht: „Fährst du mit deinem Freund in Urlaub? Ja, ich fahre mit ihm (nicht: damit) in Urlaub.“ Ausnahmen sind allerdings darunter und davon. Denn diese Pronominaladverbien können auch für Personen stehen: „Das Ensemble trat gleich mit vier Streichern an, darunter / unter diesen allerdings nur ein Bratscher.“

Für relativische Anschlüsse, die einer Präposition bedürfen, gilt: Bezieht man sich auf Personen, wird die Verbindung Präposition + Relativpronomen eingesetzt. „Die Regiestudentinnen, von denen (nicht: wovon) die Protestnote damals ausging, sind heute allesamt als Regisseurinnen gut im Geschäft.“

Selbst wenn man sich auf Sachen oder Begriffe bezieht, wird meist die Verbindung Präposition + Relativpronomen bevorzugt, ein Pronominaladverb ist aber auch möglich: „Eine Welt, in der (seltener: worin) alles gut ist, scheint, nun ja, eher unwahrscheinlich.“

Aber auch da gibt es Ausnahmen. Bezieht man sich nämlich auf einen allgemeinen pronominalen Ausdruck wie alles, nichts, etwas, manches, vieles usw., zieht man das Pronominaladverb vor: „Etwas, worin (seltener: in dem) alles gut ist, scheint, na ja, unwahrscheinlich.“ Auch wenn es gar kein Bezugswort gibt, wird – zumindest in geschriebener Standardsprache – das Pronominaladverb verwendet: „Ich weiß nicht, womit (umgangssprachlich: mit was) ich noch rechnen muss.“

In Fragesätzen werden in der geschriebenen Standardsprache Pronominaladverbien mit wo[r]- meist der Verbindung Präposition + was vorgezogen.

Das gilt für direkte Fragen wie „Wozu (seltener: Zu was) ist das alles gut?“ oder „Worauf (seltener: Auf was) gründet sich dein unverschämtes Selbstbewusstsein?“, aber auch für indirekte Fragen wie „Fragen Sie sich nicht auch gelegentlich, wozu (seltener: zu was) das alles gut ist?“ oder: „Mich würde wirklich interessieren, worauf (seltener: auf was) sich dein unverschämtes Selbstbewusstsein gründet.“

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