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Hals- und Beinbruch

Ein gebrochenes Bein ist ein Unglück, ein gebrochener Hals kann gar tödlich sein. Warum der Wunsch Hals- und Beinbruch! dennoch ein wohlmeinender ist, klären wir in diesem Artikel.

Die Redewendung Hals- und Beinbruch wird von manchen Sprachforscherinnen und Sprachforschern als eine Verballhornung angesehen, nämlich der jiddischen Wendung hazlóche un bróche, eines Glück- und Segenswunsches („Erfolg und Segen“). Man benutzt Hals- und Beinbruch dann, wenn jemandem eine schwierige Aufgabe bevorsteht und man der Person Glück dabei wünschen will. 

Ungeachtet der Herkunft ist Hals- und Beinbruch auch in anderer Hinsicht hochinteressant. Der wohlmeinende, aber im negativen Gewand „verkleidete“ Erfolgswunsch hat Pendants in verschiedenen Bereichen: So wünscht man beim Segeln Mast- und Schotbruch und in der Luftfahrt Holm- und Rippenbruch. Und es gibt Pendants in nahezu allen anderen Sprachen. Im Englischen etwa wünscht man den Beinbruch (break a leg) und im Italienischen das Vom-Wolf-gefressen-Werden (in bocca al lupo).

In der Sprachwissenschaft sieht man die Redensart Hals- und Beinbruch als ein typisches Beispiel sogenannter abergläubischer Glückwünsche. Dieses Wünschen des Negativen soll das genaue Gegenteil, nämlich Positives bewirken. Dabei soll die zugrunde liegende Vorstellung, zu viele gute Wünsche würden Negatives heraufbeschwören, sehr alt sein.  

Bereits in der griechischen Antike soll die Praxis negativer Wünsche existiert haben. Man fürchtete nämlich Phthonos Theon, den Neid der Götter, der zu glückliche Menschen treffen konnte, welche in der Hybris das Menschliche hin zum Göttlichen überschreiten wollten. Um diesen göttlichen Zorn nicht herauszufordern, wünschte man vordergründig Schlechtes mit dem impliziten Wunsch, dass es nicht eintreten möge.

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