Groß- oder Klein­schrei­bung von „ein“, „andere“, „viel“, „wenig“

Das Eine oder Andere im Leben kommt einem ja schon mal etwas seltsam vor – zum Beispiel, dass Eine und Andere in diesem Satz großgeschrieben werden. Erfahren Sie, ob das so in Ordnung ist.

„Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“, heißt es im „Vorspiel auf dem Theater“ zu Goethes „Faust“. Hätte Goethe in unserer aktuellen Rechtschreibung geschrieben, wäre ihm durchaus freigestellt geblieben, ob er das unbestimmte Zahladjektiv vieles/Vieles hier nun groß- oder kleinschreibt (während er beim Pronomen manchem diese Wahl nicht gehabt hätte). Zwar werden die unbestimmten Zahladjektive ein, andere, viel, wenig in der Regel kleingeschrieben, auch wenn sie formale Merkmale der Substantivierung aufweisen, man darf sie aber auch großschreiben, wenn man das „Substantivische“ besonders betonen möchte.

Das wird man vor allem dann tun, wenn der Gattungscharakter sehr im Vordergrund steht, wenn es also um die Gattung des/der Einen, des/der Anderen, des/der Vielen oder des/der Wenigen geht, wie z. B. in philosophischer Redeweise: „Sie haben es nicht, solange man nicht behauptet, dass das Wenige an dem Vielen und das Kleine an dem Großen sein Kontrarium hat“ (Aristoteles: Kategorienschrift).

Normalerweise ist allerdings die Kleinschreibung zu empfehlen: Dem/der einen oder anderen kommt das eine oder andere schon mal etwas seltsam vor.

Da all- nicht zu diesen vier Zahladjektiven zählt, wird all- stets kleingeschrieben: Eine Hoffnung für alle und jeden. Eingeladen werden alle. Ausnahme: Du bist mein Ein und Alles.

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