URLs richtig in Fließtexte einfügen

Wir verwenden sie täglich: Webadressen, sogenannte „URLs“. Dank ihnen sind einzelne Webseiten weltweit unter dem gleichen Namen erreichbar, zum Beispiel duden.de. In diesem Artikel geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie URLs optimal in Fließtexten verarbeiten. Viele davon gelten auch für E-Mail-Adressen.

Webadressen, auch bekannt als URLs, gibt es in unterschiedlichen Formen. Manche enthalten ein www., manche auch ein http:// oder https://. Der Unterschied ist vor allem technischer Art, in unserer täglichen Arbeit bemerken wir davon wenig. Die folgenden Adressen beispielsweise führen im Browser alle zum gleichen Ziel:

  • duden.de
  • www.duden.de
  • http://duden.de
  • http://www.duden.de
  • https://www.duden.de

Das funktioniert aber nicht auf allen Websites; es muss von technischer Seite eingerichtet werden. Vor allem aber eignen sich diese URLs nicht alle gleich gut für Fließtexte. Insbesondere lange Adressen mit Pfadergänzungen können den Lesefluss erheblich stören, wenn sie nicht in eine Fußnote ausgegliedert werden. Wir möchten Ihnen deshalb einige Tipps geben, wie Sie URLs – und die ähnlich aufgebauten E-Mail-Adressen – in Ihren Texten sauber verarbeiten und auszeichnen.  

URLs hervorheben

Ob in E-Mails, PDFs oder auf Webseiten: URLs sollten in Fließtexten typografisch hervorgehoben werden, damit Anfang und Ende auf einen Blick erkennbar sind. Das Auge kann dann schneller zum nächsten Wort springen. Oft reicht es bereits, die URL zu verlinken, also „klickbar“ zu machen. Dadurch wird sie in vielen Programmen automatisch unterstrichen und eingefärbt. So hebt sie sich vom übrigen Text ab. Wo eine Verlinkung nicht möglich ist (etwa in gedruckten Texten) oder nicht erwünscht ist, sollte die URL kursiviert oder gefettet werden:

Screenshot: unterschiedlich ausgezeichnete URLs

Nur dann, wenn auch das nicht möglich ist, empfehlen wir, die URL in Anführungszeichen zu setzen.  

Steht die URL allein oder mehrheitlich allein (etwa in Bildunterschriften, Quellenangaben in Fußnoten etc.), ist keine Hervorhebung nötig.

Mit oder ohne http:// und www.?

URLs mit sogenannten Protokollangaben wie http:// oder https:// kennen Sie aus der Adresszeile Ihres Browsers. Wenn Sie die URL aus der Adresszeile herauskopieren, in ein Office-Dokument einfügen und ein Leerzeichen direkt dahintersetzen, dann wird diese URL in einen klickbaren Link umgewandelt. Im Fall der Duden-Startseite sieht das so aus: 

Screenshot: URLs aus der Adresszeile

Besonders gut lesbar ist das aber nicht. In Fließtexten wird deshalb häufig eine Kurzschreibweise nach dem Muster duden.de gewählt, etwa in: Auf duden.de finden Sie alle notwendigen Infos. Diese Adresse kann dann bei Bedarf händisch verlinkt werden, sodass ein Klick direkt zum Ziel führt (s. o.).  

Die sogenannte Subdomain www. sollte immer dann gesetzt werden, wenn im gleichen Text noch auf eine weitere Subdomain verwiesen wird, neben www.duden.de etwa shop.duden.de. Auf diese Weise können Leserinnen und Leser die beiden unterschiedlichen Domainbereiche besser unterscheiden. Vor der Subdomain shop. steht dabei kein www.  

In gesprochenen Texten wie Festreden, Rundfunkbeiträgen oder Podcasts kann es sinnvoll und sogar stilistisch angezeigt sein, eine URL mit www. einzuleiten. Auf diese Weise können Sie Ihr Publikum darauf vorbereiten, dass ein Domainname mit einer Domainendung folgt.  

Lange URLs kürzen?

Wenn Sie längere URLs mit weiterführenden Pfaden verarbeiten müssen, etwa https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln oder https://learnattack.de/lehrer-und-klassenlizenzen, dann sollte die URL unverändert aus der Adresszeile kopiert und in den Text eingefügt werden (idealerweise aber nicht in die Mitte des Satzes). Wenn beim Kopieren das www. entfällt, hat das technische Gründe und ist unbedenklich. Weitere Beispiele:

  • Auf dieser Seite finden Sie die Rechtschreibregeln: https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln
  • Sie können auf https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln die Rechtschreibregeln einsehen.
  • https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln lautet die Adresse für die Rechtschreibregeln.

Achtung: Vor allem längere URLs können am Zeilenende umbrechen. In unserem Artikel Worttrennung bei URLs und Mailadressen zeigen wir Ihnen, wie Sie Fehladressierungen verhindern.

In sozialen Netzwerken können lange Adressen mitunter automatisch gekürzt werden. Twitter beispielsweise verwandelt alle Links, die gepostet werden, in Kurzadressen mit der Domain t.co. Diese Adressen leiten dann zum vorgesehenen Ziel weiter. Dienste wie Bitly oder TinyURL erlauben es, solche Kurzlinks auch selbst zu erstellen.

Besser als URLs: „echte“ Linktexte

Wie sich zeigt, fügen sich Webadressen nur widerwillig in Fließtexte ein. Zum Glück muss es aber nicht immer eine Adresse sein. Anstatt duden.de oder www.duden.de ließe sich nämlich auch die Duden-Website oder schlicht der Duden verlinken. Das funktioniert nicht nur auf Webseiten im Browser, sondern auch in Word, Outlook und vielen weiteren Programmen. Orthografisch einwandfrei ist es ebenfalls. In unserem Artikel „Webseiten richtig verlinken“ zeigen wir Ihnen, wie es geht.

Zur Groß- und Kleinschreibung von URLs siehe Rechtschreibung und Zeichensetzung bei URLs.

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Worttrennung bei URLs und Mailadressen

Zur Rechtschreibung und Zeichensetzung bei URLs haben wir Ihnen bereits einige Empfehlungen gegeben. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Missverständnisse bei URLs vermeiden können, die durch die automatische Worttrennung („Silbentrennung“) am Zeilenumbruch entstehen.

URLs und Mail­adressen: Recht­schreibung und Zeichen­setzung

Kennen Sie duden.de? Oder doch eher Duden.de? Würden Sie diese URL am Satzanfang groß- oder kleinschreiben? Und setzen Sie einen Punkt, wenn die URL am Satzende steht? Wie auch immer Sie sich entscheiden: Unsere Empfehlungen zur Rechtschreibung und Zeichensetzung bei Web- und Mailadressen finden Sie in diesem Wissensartikel.