Worttrennung bei URLs und Mailadressen

Zur Rechtschreibung und Zeichensetzung bei URLs haben wir Ihnen bereits einige Empfehlungen gegeben. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Missverständnisse bei URLs vermeiden können, die durch die automatische Worttrennung („Silbentrennung“) am Zeilenumbruch entstehen.

Vor allem längere URLs können am Zeilenende umbrechen. Word setzt den Umbruch dann automatisch an Schrägstrichen oder Bindestrichen, die Teil der URL sind. Während dies bei Schrägstrichen unbedenklich und sogar zu empfehlen ist, können Leser die Bindestriche fälschlicherweise als Trennstriche interpretieren, die nicht Teil der URL sind:

Screenshot

In beiden Beispielen ist der Bindestrich am Zeilenumbruch Teil der URL, also der tatsächlichen Webadresse. Besonders bei Druckdokumenten ist aber nicht auszuschließen, dass Leser die URL händisch abtippen, dabei den vermeintlichen Trennstrich auslassen und folglich nicht auf die gewünschte Seite geleitet werden. In solchen Fällen sollten Sie den Umbruch händisch fixieren – bestenfalls hinter einem Schrägstrich: 

  • https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/ 
    Das-Passiv-mit-bekommen 

  • https://www.duden.de/sprachwissen/ 
    sprachratgeber/konjunktiv-1-oder-2 

Fehlerhafte Trennstriche 

Es gibt auch den umgekehrten Fall, nämlich Trennstriche, die nicht in die URL gehören. Manche Textverarbeitungs- oder Satzprogramme haben in der Vergangenheit automatisch bei umbrechenden URLs einen Trennstrich im Wort gesetzt. Wer diese URL abtippte oder kopierte, wurde ebenfalls nicht auf die gewünschte Seite geleitet. Beispiel: 

  • Falsch: https://www.duden.de/sprachwissen/sprach- 
    ratgeber/Das-Passiv-mit-bekommen 

In Word und Outlook sollte Ihnen das heute nicht mehr passieren. Falls Sie in einem anderen Programm auf solche automatischen Trennstriche stoßen, sollten Sie sie manuell entfernen – notfalls durch eine Teilung des Links. 

  • Richtig: https://www.duden.de/sprachwissen/sprach 
    ratgeber/Das-Passiv-mit-bekommen 

Umbruch im Wort 

Ist der Textrahmen sehr schmal (beispielsweise in Tabellenzellen), dann kann die URL mitten im Wort umbrechen: 

Screenshot

In solchen Fällen empfehlen wir, die URL manuell nach einem Schrägstrich oder an einer Silbengrenze zu trennen: 

  • https://www.duden.de/sprachwissen/ 
    sprachratgeber/Das-Passiv-mit-bekommen 

  • https://www.duden.de/sprachwissen/sprach 
    ratgeber/Das-Passiv-mit-bekommen 

Insgesamt gilt jedoch: Als Textproduzent können Sie nur begrenzt Einfluss nehmen auf die Worttrennung, denn das Endgerät des Adressaten entscheidet über die Schriftdarstellung. Die Bildschirmgröße und -auflösung, verwendete Software und Dateiformate, individuelle Anzeigeoptionen u. v. m. spielen dabei eine Rolle. Wer bei der Worttrennung auf Nummer sicher gehen möchte, kann das Dokument zum Beispiel als PDF-Datei exportieren. Dieses Austauschformat ist typografisch robust. 

Diese Seite wird fortlaufend ergänzt. Haben Sie einen sprachlichen Zweifelsfall zum Thema URLs entdeckt? Oder fallen Ihnen weitere Fragen rund um das Thema „Rechtschreibung digital“ ein? Dann senden Sie uns gern eine Nachricht über das Kontaktformular.

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