Zusammen­setzungen mit „-leute/­-männer“

Lauter nette Leute hat man gerne. Aber bei manchen Zusammensetzungen wie z. B. Kameramann oder Feuerwehrmann kann man auch ins Grübeln kommen, ob man im Plural tatsächlich von -leuten oder nicht doch lieber von -männern sprechen sollte.

Bei Zusammensetzungen mit Mann als zweitem Bestandteil wechseln im Plural -männer und -leute. Wenn von Berufen, Ständen oder von Menschengruppen die Rede ist, die man – ohne Geschlechtsbezug – im Hinblick auf die Gemeinsamkeit ihres Tuns oder ihrer Funktion betrachtet, lautet der Plural -leute: Bergleute, Seeleute, Edelleute, Kaufleute. Demgegenüber betont -männer (stärker) Individualität und Geschlecht der angesprochenen Personen: Biedermänner, Ehrenmänner, Lebemänner, Hampelmänner, Strohmänner, Ehemänner (der Plural Eheleute bezeichnet Ehemann und Ehefrau zusammen).
Daneben gibt es eine Reihe von Komposita mit -mann, die beide Pluralformen zulassen, je nachdem, ob die Gesamtheit (-leute) oder die Individualität und das Geschlecht (-männer) stärker betont werden soll: Amtmänner und Amtleute, Dienstmänner und Dienstleute, Feuerwehrmänner und Feuerwehrleute, Geschäftsmänner (selten) und Geschäftsleute, Ersatzmänner und Ersatzleute, Fachmänner (selten) und Fachleute, Obmänner und Obleute, Kameramänner und Kameraleute, Kontaktmänner und Kontaktleute.
Hilfreiche Praxistipps für geschlechtergerechtes Formulieren finden Sie im kompakten Ratgeber Gendern – ganz einfach! von Gabriele Diewald und Anja Steinhauer. Und für alle, die es genauer wissen wollen, geben die Autorinnen im Handbuch geschlechtergerechte Sprache einen ausführlichen Überblick über das Thema Gendern mit vielen Anwendungsbeispielen.

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